Atomwaffen A-Z

START-I-Vertrag

engl.: START I Treaty

Der Vertrag zur Verringerung der strategischen Atomwaffen (genannt START) von 1991 zwischen den USA und der Sowjetuntion sah die Reduzierung der strategischen Atomwaffensysteme innerhalb von 7 Jahren vor, um ca. ein Drittel gegenüber 1991 auf gemeinsame Obergrenzen von 1.600 Trägersystemen und 6.000 Gefechtsköpfen. Der Vertrag war das Ergebnis von mehr als neun Jahren intensiver Verhandlungen zwischen den USA und der damaligen UdSSR. Nach Beginn der Verhandlungen über START-II wurde der erste Vertrag zu START-I umgenannt.

Sowohl bei der Anzahl der Trägersysteme (land- und seegestützte ICBMs, schwere Bomber) als auch bei der von Sprengköpfen wurden Obergrenzen festgesetzt, die deutlich niedriger lagen als die vorhandenen Bestände. In der Konsequenz bewirkte START I also erstmalig tiefe Einschnitte in die Bestände strategischer Waffen und daher eine Wende in der Geschichte der Rüstungskontrolle. Der Vertrag sollte binnen sieben Jahren umgesetzt werden, hatte aber eine Dauer von 15 Jahren. In dieser Zeit sollten die beiden Vertragspartner die Limitierungen einhalten. In der Tat erreichten sie nicht nur die anvisierten Ziele, sie sind sogar deutlich weitergegangen. Bis zum Vertragsende waren die Atomwaffenarsenale deutlich niedriger als ursprünglich vereinbart.

Der Vertrag verfügte über ein Überprüfungssystem, das beiden Staaten Vor-Ort-Inspektionen im anderen Land gewährte. Auch der Austausch von Daten über ihre Waffen und Anlagen waren zentral für die Verifizierung des Vertrags. Die Verschlüsselung der Telemetrie beim Start von ballistischen Raketen wurde verboten und die Daten darüber ausgetauscht. Es gibt keinen anderen Abrüstungsvertrag, der so detaillierte und tiefgreifende Verifikationsmaßnahmen hat, wie dieser erste START-Vertrag.

Der START-I-Vertrag wurde am 31. Juli 1991 von US-Präsident George Bush und dem sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow unterzeichnet. Nach dem Zerfall der Sowjetunion galten Russland, Weißrussland, Kasachstan, die Ukraine als Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Der Vertrag trat jedoch erst mit dem Beitritt von Belarus, Ukraine und Kasachstan als atomwaffenfreie Staaten zum Atomwaffensperrvertrag (NVV) am 5. Dezember 1994 in Kraft.

Der Vertrag lief zunächst ohne Nachfolgevertrag am 5. Dezember 2009 aus. Der Nachfolgevertrag "New START" trat mehr als ein Jahr später am 5. Februar 2011 in Kraft.

► Weitere Informationen zu den START-Verträgen
► Im Wortlaut: START-I-Vertrag (englisch)

Bearbeitungsstand: Januar 2026, xh

Quellen:

Kimball D: START I at a glance, Juli 2022
NTI: START I, letzte Aktualisierung 26.10.2011

Atomwaffen A-Z