Frankreich

Atomwaffenstaat | Nuclear Weapon State

Obwohl Frankreich den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat und sich damit zur Abrüstung seiner Nuklearwaffen verpflichtet hat, gibt es keine Anzeichen dafür, dass Frankreich auf sein Atomwaffenarsenal künftig verzichten will. Im Gegenteil, Frankreich ist dabei, neue Atomwaffen und U-Boote zu stationieren. Mit 300 Atomwaffen verfügt das Land über das drittgrößte nukleare Arsenal der Welt nach den USA und Russland.

Frankreich verfügt zurzeit über zwei nukleare Waffensysteme: Seegestützte ballistische Raketen (SLBM), die auf atombetriebenen U-Booten stationiert sind und Luft-Boden-Raketen mittlerer Reichweite.

Vier mit Atomwaffen bestückte U-Boote (SSBN) vom Typ Triomphant sind zurzeit im Betrieb: Le Triomphant, Le Téméraire, Le Vigilant und Le Terrible. Sie befinden sich im île Longue Stutzpunkt in der Nähe von Brest in der Bretagne, wenn sie nicht auf Patrouille sind. Jedes U-Boot kann bis zu 16 Atomraketen vom Typ M51 bestückt werden. Da ein U-Boot immer gewartet wird, hat Frankreich nur genug Raketen für drei U-Boote.

Im März 2008 kündigte Präsident Nicolas Sarkozy an, das französische Atomarsenal deutlich zu reduzieren. Im April 2010 meinte Sarkozy am Rande des Nukleargipfels in Washington, dass Frankreich bereits die Zahl der Sprengköpfe um ein Drittel reduziert hätte, womit die Zahl bei 300 liegen würde.

Frankreich und Großbritannien haben einen Kooperationsvertrag im November 2010 für die nächsten 50 Jahre abgeschlossen, in dem sie das Forschen und Testen von Atomwaffen künftig gemeinsam unternehmen werden, um Kosten zu sparen. Im März 2010 haben beide Länder auch Gespräche über gemeinsame U-Boot-Patrouillen abgehalten.

Bearbeitungsstand: Januar 2019

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