Montebello-Inseln

Die Montebello-Inseln liegen etwa 100 km nordwestlich vor der australischen Küste. Hier führte Großbritannien im Jahr 1952 bis 1956 mit der Zustimmung des australischen Premierministers Robert Menzies insgesamt drei Atomtests heimlich durch. Ob Menzies sein Kabinett in die Entscheidung mit einbezog, ist fraglich. Die australische Bevölkerung wusste zunächst nichts darüber.

Die erste britische Atombombe wurde im Rahmen der „Operation Hurricane“ am 3. Oktober 1952 um 8 Uhr Ortszeit detoniert. Sie war eine Plutoniumbombe mit einer Sprengkraft von 25 KT (Kilotonnen) und wurde auf einem Schiff, der HMS Plym, zur Detonation gebracht. Das Schiff war in einer Lagune geankert, nahe der Trimouille Insel. Das Plutonium, das für die Implosionsbombe ähnlich der „Fat Man“-Bombe, verwendet wurde, war in Windscale (später Sellafield) produziert sowie aus Kanada geliefert worden. Die Explosion wurde unter Deck gezündet und damit 2,7 Meter unter Wasser. Sie erzeugte einen Krater auf dem Meeresboden, der 6 Meter tief und mehr als 300 Meter breit war.

Weitere Tests mit größeren Bomben folgten im Jahr 1956. Die erste Fusionsbombe (G1) unter dem Namen „Operation Mosaic“ wurde am 16. Mai detoniert, mit einer Sprengkraft von 15 KT. Die zweite Bombe war auch eine Fusionswaffe und hatte den Codenamen "G2". Sie explodierte nahe der Alpha Insel mit einer Sprengkraft von 98 KT. Die Explosion fiel größer als erwartet aus und blieb die größte unter allen Tests in Australien. Die tatsächliche Sprengkraft wurde bis 1984 verheimlicht, weil der britische Premierminister Eden dem australischen Premierminister Menzies versprach, dass die Sprengkraft nicht mehr als ca. 60 KT wäre. Der Fallout der Explosion erreichte auch Städte auf dem australischen Festland.

1985 stellte eine Untersuchung einer königlichen Kommission über die britischen Atomtests in Australien fest, dass die Montebello-Inseln ein unsicherer und ungeeigneter Ort für Atomtests seien. Die australische Regierung erhielt keine ausreichenden Informationen über die Folgen des radioaktiven Fallouts. Noch heute dürfen Inselbesucher*innen sich nicht länger als eine Stunde pro Tag dort aufhalten und keine Dinge wegen der Reststrahlung anfassen.

xh (Quelle: Montebello Safaris, NAA)

Bearbeitungsstand: Oktober 2020

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