1945

08.05. Kapitulation Deutschlands.

11.06. Brief von sieben Wissenschaftlern aus Chicago an Henry Stimson. Sie plädierten gegen einen Einsatz der Atombombe, um die Möglichkeit einer auf gegenseitigem Vertrauen gegründeten Rüstungskontrolle anzustreben. Gerade das notwendige Vertrauen würde durch einen Einsatz erschüttert, weil unterschiedslos Soldaten und Zivilisten getötet würden.

14.07. Die erste Atomwaffe der Welt, eine Plutonium-Implosionsbombe mit dem Codenamen „The Gadget” wird auf ein 30 Meter hohes Gerüst gehievt, in Vorbereitung auf den ersten Atomtest. Die Konstruktion entspricht der Bombe „Fat Man", die am 9. August 1945 über Nagasaki abgeworfen werden sollte.

16.07. Um 5:30 Ortszeit wird die erste Atombombe gezündet. Der Atomwaffentest heißt „Trinity“ und findet in der Jornada del Muerto (Reise eines Totens), der Wüste von New Mexico in der Nähe der Kleinstadt Alamogordo, unter Aufsicht des Physikers J. Robert Oppenheimer statt.

17.07.-02.08. Die Siegermächte einigen sich bei der Potsdamer Konferenz auf Grundsätze ihrer Besatzungspolitik in Deutschland.

24.07. Präsident Truman offenbart Joseph Stalin, der seit 1941 von seinen Spionen darüber informiert worden war, die Existenz einer US-Atombombe. Er reagiert gelassen und antwortete, dass er hofft, die USA würde "eine gute Verwendung gegen die Japaner" finden. [Quelle: US-Energieministerium]

25.07. Der Befehl von US-Präsident Harry S. Truman zum Abwurf der ersten Atomwaffen auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki geht von Potsdam-Babelsberg aus. Der Befehl selbst wurde von General Leslie Groves entworfen und unterschrieben vom kommisarischen Stabschef der US-Armee Thomas Handy. Adressat ist General Carl Spaatz. [Quelle: US-Energieministerium]

26.07. US-Präsident Truman und der britische Premierminister Winston Churchill erlassen eine Proklamation (Potsdamer Erklärung) im Rahmen der Potsdamer Konferenz, in der sie die sofortige Kapitulation fordern. „Die Alternative für Japan ist die sofortige und völlige Zerstörung“ heißt es in der Erklärung. Der chinesische Präsident Chiang Kai-shek unterschreibt mit. [Wortlaut Potsdamer Erklärung]

26.07. Das Kriegsschiff USS-Indianapolis trifft mit der Atombombe „Little Boy“ auf der Insel Tinian im Pazifik ein.

27.07. Die Potsdamer Erklärung wird in Japan kontrovers diskutiert.

28.07. Auf einer Pressekonferenz verkundet Admiral Kantaro Suzuki, dass die japanische Regierung nichts von bedeutsamem Wert an der Erklärung findet. Es gibt eine Kontroverse, ob Suzuki dann die Forderung nach einer sofortigen Kapitulation zurückweist oder zunächst offen lässt, weil Suzuki das Wort mokusatsu (黙殺) verwendet, das "totschweigen" oder "nicht beachten" bedeutet. Die Japaner hoffte an dieser Stelle noch auf einer Friedensvermittlung durch Stalin.

06.08. Die Atombombe „Little Boy“ (Uranbombe) wird über Hiroshima abgeworfen. Die Folge sind 78.150 Tote, 13.398 Vermisste und 37.425 Verwundete.

09.08. Die Plutoniumbombe „Fat Man“ wird über Nagasaki abgeworfen. Es gibt 80.000 Tote.

24.10. Die UN-Charta tritt in Kraft. Sie ist der Gründungsvertrag und damit die „Verfassung“ der Vereinten Nationen.

10.12. Otto Hahn wird für die Entdeckung der Spaltung schwerer Atomkerne mit dem Nobelpreis 1944 für Chemie ausgezeichnet. Da er im Dezember 1945 noch in England interniert war, erhält er den Preis erst am 10. Dezember 1946.

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Zitiert:

Harry S. Truman, 1947. Foto: Harry S. Truman Library / gemeinfrei»Da wir die Atombombe erfunden haben, haben wir sie benutzt«

Ehem. US-Präsident Harry S. Truman, Aus einer Rede über die Atombombe am 9. August 1945