Atomwaffentests weltweit

Bis heute haben weltweit insgesamt 2056 Atomtests durch acht Staaten stattgefunden. Die USA und die Sowjetunion haben 85% der Gesamtzahl durchgeführt. Knapp 26% wurden in der Atmosphäre gezündet.

Tabelle: Auflistung aller Atomtests weltweit

Staat1. AtomtestoberirdischunterirdischGesamtzahl
Insgesamt52815282056
USA16.07.1945228*8151032*
UdSSR29.08.1949219496715
Großbritannien03.10.1952212445
Frankreich13.02.196050160210
China16.10.1964232245
Indien18.05.197433
Pakistan28.05.199822
Nordkorea06.01.201644

Quelle CTBTO *ohne Hiroshima und Nagasaki

Am 16. Juli 1945 wurde in Alamogordo in der Wüste Neumexikos der erste Test, Trinity, gezündet. Seitdem haben die fünf Atomwaffenstaaten USA, UdSSR, Frankreich, Großbritannien und China 2047 Atomwaffentests in der Atmosphäre und unter der Erde durchgeführt. Das bedeutet: Bis 1998 gab es jede anderthalb Wochen einen Test. Zusätzlich haben Indien, Pakistan und Nordkorea 9 Tests durchgeführt.

Die Explosionen hatten je eine Sprengkraft von bis zu 56 Megatonnen.
Die Sprengkraft aller Atomwaffenversuche kann mit über 1 Milliarde Tonnen TNT angenommen werden.

Seit 1992 halten die USA ein Atomtest-Moratorium ein. Die Sowjetunion bzw. Russland testete zuletzt 1990, Großbritannien 1991. Indien testete eine Atomwaffe bereits 1974. Frankreich führte eine letzte Serie 1995 durch, China in 1996, 1998 folgten Indien und Pakistan und schließlich Nordkorea 2006, 2009, 2013 und 2016.

Globale Folgen

Hohe Militärs beobachten den Atomtest "Greenhouse" aus der Entfernung von 20 km, 1951

Von der Gesamtsumme wurden 528 Tests in der Atmosphäre, unter Wasser, auf der Erdoberfläche oder im Weltraum gezündet. Diese Tests haben zu einer weltweiten Strahlenbelastung der Erde geführt, was die Gesundheit der Menschen in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beeinträchtigte und beeinträchtigen wird. In der Nähe der Testgelände führten die atmosphärischen Tests häufig zu intensivem Fallout und zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen der lokalen Bevölkerung und zu Verseuchungen der Umwelt.

Tests, die von den USA in mehreren hundert Kilometern Höhe im Weltraum durchgeführt wurden, verursachten schwere elektro magnetische Störungen in der Ionosphäre und führten auf der Erde zum Zerreißen des Van-Allen-Gürtel.
 
Infolge von mehr als 1500 unterirdischen Atomtests zwischen 1957 und 1998 wurden langlebige Radionuklide in die unterirdische Umwelt eingebracht. In allen Test-Ländern kam es zur Freisetzung von Radioaktivität, entweder durch mangelhaftes Containment (Venting) oder späte Freisetzungen (Seeps), weil nach einem Test Gase durch die Abnahme des Luftdrucks an die Oberfläche gesogen wurden.

Die unterirdischen Atomtests förderten zudem die ökonomische und soziale Abhängigkeit von militärischen Einrichtungen.

Die IPPNW-Studie "Radioaktive Verseuchung von Himmel und Erde" schätzt die weltweite Zahl tödlicher Krebsfälle durch oberirdische Atomtests bis zum Jahr 2000 auf 430 000. Der Strahlenbiologe Prof. Roland Scholz von der Universität München geht von einer höheren Opferzahl aus. Nach seinen Berechnungen (nach Hoffman 1989, Köhnlein und Nussbaum 1991 und Straume 1995) führe allein die äußere Fallout-Strahlenbelastung bis zum Jahr 2000 zu 3 Millionen zusätzlichen Krebstoten.

Testgelände weltweit

Tabelle: Testgelände

TestgeländeZahl der Tests
Gesamtzahl2054
USANevada (NTS)928
New Mexico (Alamogordo, Farmington)3
Mississippi2
Amchitka3
Colorado2
PazifikEnewetok, Marshallinseln43
Kiritimati / Weihnachtsinsel (US/GB))24/6
Bikini, Marshallinseln23
Johnston Atoll12
Pazifische Ozean4
Malden Insel (GB)3
AtlantikAtlantische Ozean3
UdSSRSemipalatinsk (STS)458
Nowaja Semlja (NZTS)131
Russland79
Kasachstan31
MTR11
Ukraine2
Usbekistan2
Turkmenistan1
NordafrikaAlgerien17
Franz. PolynesienMoruroa181
Fangataufa12
AustralienMaralinga7
Monte Bello3
Emu Field2
ChinaLop Nor45
IndienPokhran6
PakistanRas Koh6
NordkoreaHwaderi/Penggye-ri4

Quelle IPPNW: Radioaktive Verseuchung von Himmel und Erde, 1992, CTBTO 2016

Videos

Links