Eine besondere Beziehung zu den USA

Kurz vor seinem plötzlichen Tod im August 2005 rief der damalige Außenminister Robin Cook Premierminister Blair dazu auf, "sich von der Vergangenheit zu verabschieden" und anzuerkennen, dass Atomwaffen "keine Relevanz für die Verteidigung Großbritanniens in einer modernen Welt" haben. Nun kam ans Licht, das bereits 2007 die Trident-Rakete heimlich modernisiert werden sollte; die Vorrichtung dazu war schon 2005 in den USA bestellt worden. Generell spielt die "besondere Beziehung" Großbritanniens zu den USA hinsichtlich der Atomwaffen eine wichtige Rolle.

Am 3. Juli 1958 unterzeichneten die USA und Großbritannien ein Abkommen zur Zusammenarbeit über die Nutzung der Atomenergie für gegenseitige Verteidigungszwecke. Seit fast 50 Jahren arbeiten britische und US-amerikanische Atomwissenschaftler eng zusammen in den Labors in Los Alamos, Nevada und Aldermaston. Großbritannien führte Atomtests in Nevada durch und britische Atomwaffen wurden weitgehend nach US-Waffenentwürfen gebaut. Der Trident-Sprengkopf ist z.B. eine Variante des US W76-Sprengkopfes. Das Zentrum für nukleare Operationen und Ziele in London ist eng mit dem STRATCOM-Zentrum in Omaha verbunden. In beiden Zentren sitzen Planungszellen des anderen Landes.

Diese enge Beziehung bedeutet, dass Entscheidungen über die atomaren Streitkräfte in den USA eine besondere Relevanz für Großbritannien haben können. Im Falle der Trident-Raketen hatten Besorgnisse über die Sicherheit und Verlässlichkeit des W76-Sprengkopf dazu geführt, dass Großbritannien fast zwei Millionen US$ für die Sicherung der Trident-Atomwaffen über die nächsten drei Jahre investieren will.

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