Großbritannien

Großbritannien legt neue Atomwaffendoktrin vor

Trident-U-Boot erst 2028 auf See

Der britische Verteidigungsetat wird gekürzt und damit die Erneuerung des Atomwaffenprogramms hinausgeschoben, sagte der britische Premierminister David Cameron am Dienstag. Er legte den ersten Strategischen Verteidigungsbericht (SDR= Strategic Defence Review) seit zwölf Jahren vor. Der Verteidigungshaushalt wird in dieser Legislaturperiode real um 8 Prozent gekürzt werden. Die Erneuerung der mit Atomwaffen bestückten U-Booten wird auf die nächste Legislatur verschoben. Das neue Zieldatum für die Lieferung des ersten neuen U-Boot ist jetzt 2028.

John Duncan, britischer UN-Botschafter gab in einer Rede vor dem Abrüstungsausschuss der UN zu, dass Großbritannien momentan keiner konkreten Bedrohung ausgesetzt ist, dennoch sei es nicht möglich, eine künftige Bedrohung auszuschließen. Darüber hinaus spielen die britischen Atomwaffen eine wichtige Rolle in der Verteidung der NATO-Allianz. Langfristig hält das Land am Ziel einer atomwaffenfreien Welt fest, wie es laut NVV verpflichtet ist. Großbritannien würde seine Atomwaffen nur in einem "extremen Fall der Selbstverteidigung" und auf keinem Fall gegen NVV-Mitglieder ohne Atomwaffen einsetzen, so Duncan. Ausnahme sei - wie in der US-Atomwaffendoktrin - Länder, die ihre NVV-Verpflichtungen nicht einhalten. Darüber hinaus will Großbritannien die U-Boote mit weniger Atomsprengköpfen bestücken: 40 statt 48, und das Gesamtarsenal auf 180 bis Mitte des nächsten Jahrzehnts. Damit sei eine glaubwürdige aber "minimale" Abschreckung gesichert während Großbritannien sich an multilateraler Abrüstung beteiligt, so Duncan.

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