Großbritannien

Großbritanniens Ausgaben für Atomwaffen schießen in die Höhe

Die Veröffentlichung eines bisher geheimen Berichts des britischen Verteidigungsministeriums legt offen, dass die britische Regierung die Ausgaben für ihr Atomwaffenprogramm deutlich erhöhen will. Dem Bericht nach sollen 750 Millionen Pfund (ungefähr 865 Millionen Euro) für das "Project Pegasus" ausgegeben werden, um eine Anlage zur Verarbeitung vom angereicherten Uran für das Atomwaffenprogramm zu ersetzen. Somit erhält das britische Nuklearwaffenprogramm erhält – anders als alle anderen Streitkräfte – eine deutliche Budgeterhöhung.

Zusammen mit weiteren 500 Millionen Pfund (ungefähr 580 Millionen Euro) für das Projekt Mensa - zur Verbesserung der Anlage für die Sprengkopfherstellung - erhält so der Konzern AWE (Atomic Weapons Establishment), große Summen an Steuergeldern. AWE entwickelt und herstellt die britischen Atomwaffen. Zwischen 2008 und 2011 hat AWE ungefähr 2,6 Milliarden Pfund (ungefähr 3 Milliarden Euro) erhalten. Diese Summe wird laut Verteidigungsministerium benötigt, um den gegenwärtigen Bestand and Sprengköpfen aufrecht und funktionsfähig zu erhalten, ohne auf Atomtests zurück zu greifen. So soll die Fähigkeit zur nuklearen Abschreckung Großbritanniens aufrechterhalten werden. Peter Burt vom Nuclear Information Service kritisierte die Ausgaben und bezweifelte, dass die Ausgaben für AWE-Projekte den Steuerzahlern Vorteile brächten.

Der Bericht gibt außerdem Einblick in die Ausgaben, die hinter den Kulissen nötig werden, wenn die britischen Trident Raketensysteme durch neue ersetzt werden müssen. In einem früheren Bericht diesen Jahres schätzte das Verteidigungsministerium diese Kosten auf 25 Milliarden Pfund (ungefähr 29 Milliarden Euro). Die Bezahlung der neuen Raketen und Sprengköpfe, die Kosten für nötige neue Infrastruktur sowie die Kosten der Stillegung der alten Systeme sind in dieser Berechnung jedoch nicht enthalten. Greenpeace schätzt daher die Kosten auf insgesamt 97 Milliarden Pfund (ungefähr 112 Milliarden Euro). mfh (Quellen: Observer, NIS, Greenpeace)

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