08.06.2011: Russland

Moskau drängt auf gemeinsamen Raketenschild

Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow

Vertragsentwurf beim NATO-Russland-Rat

Russland will der NATO einen Plan zur Schaffung eines gemeinsamen Raketenabwehrsystems in Europa vorschlagen. Den Vertragsentwurf wird Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow am 8. Juni auf der Tagung des Russland-NATO-Rates in Brüssel offiziell übergeben. Geht es nach Moskau, dürfen Abwehrstellungen und Radar nicht dort stationiert werden, wo sie russische Raketen abfangen könnten. Dabei werden konkret Bulgarien, Rumänien, die Türkei und vor allem Polen genannt. Ein Radar möchte Moskau auch nicht in Tschechien sehen. Dazu kommen Beschränkungen für Typen von Abfangraketen, deren Anzahl und Geschwindigkeit. Diese, so Vizeverteidigungsminister Anatoli Antonow, der vergangene Woche dazu bereits mehrfach mit seinem US-amerikanischen Widerpart James Miller konferierte, müsse deutlich unter der von Interkontinentalraketen liegen und sich an der Geschwindigkeit von Kurz- und Mittelstreckenraketen orientieren. Schließlich hätten die USA die Notwendigkeit einer globalen Abwehr mit der Gefahr von Angriffen aus dem Nahen und Mittleren Osten begründet – Regionen also, deren Staaten bisher nicht über Langstreckenraketen verfügen. Auch die Verifizierungsmodalitäten sollen bis ins Detail geregelt werden. (Quelle: ND)

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Zitiert

Urmas Reinsalu, Verteidigungsminister Estland. Foto: Albert Truuväärt

»Russland ist das einzige Land der Welt, das in der Lage ist, die USA in radioaktiven Staub zu verwandeln.«

Dmitrij Kiseljow, Russlands einflussreichster Fernsehmoderator und Chef des Medienunternehmens Rossiya Segodnya in der Fernsehsendung "Vesti Nedeli", März 2014.

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