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Großbritannien und Frankreich zeichnen Vertrag

Gemeinsame Forschung und Tests für Atomwaffen

Heute werden der britische Premierminister Cameron und der französische Präsident Sarkozy einen Kooperationsvertrag über gemeinsame Forschung und Testen von Atomwaffen in London unterzeichnen. Gleichzeitig wird ein zweiter Vertrag über militärische Zusammenarbeit unterschrieben. Es wird zwei Zentren geben: das eine für Forschung in Aldermaston, Großbritannien und das zweite für Tests in Valduc in Frankreich. Das Valduc-Testzentrum wird erst in 2014 in Betrieb gehen.

Der Vertrag wird bis 2060 gelten. Dies bedeutet, dass die beiden Atomwaffenstaaten für mindestens weitere fünfzig Jahre auf ihre Atomwaffen nicht verzichten wollen, obwohl sie sich unter dem Artikel VI des Atomwaffensperrvetrags verpflichtet haben, „in redlicher Absicht“ ihre Atomarsenale abzuschaffen.

Genau welche Art von Atomwaffentests und Forschung die beiden Staaten durchführen wollen, wurde in Zeitungsberichten nicht gesagt und der Wortlaut der Verträge liegt noch nicht vor. Angeblich werden jedoch weder Geheimnisse noch Atomsprengköpfe weiter gegeben und die Wissenschaftler in den jeweiligen Zentren entsprechender Nationalität sein. Vermutlich werden die Atomwaffentests ähnlicher Natur wie jene sein, die die USA und Russland bereits durchführen. Die USA haben einen solchen subkritischen Test am 15. September durchgeführt und erfuhren scharfe Kritik, vor allem aus Japan. Der umfassende Atomteststoppvertrag von 1996 verbietet solche Tests nicht, dennoch sind viele Regierungen der Meinung, sie verstoßen gegen den Geist des Atomteststoppvertrags, der allerdings noch nicht in Kraft getreten ist. (Quellen: BBC News, AFP)

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