Nordkorea

Nordkorea testet erneut Atomsprengsatz

UN-Sicherheitsrat reagiert mit Sanktionen

Laut der Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen CTBTO wurden am 3. September um 3:30 Uhr Ortszeit außerordentliche seismische Bewegungen in Nordkorea registriert. Kurz darauf meldete die nordkoreanische Regierung, sie habe erfolgreich eine Wasserstoffbombe getestet. Laut Staatsfernsehen sollte diese Bombe eine „beispiellose Kraft“ entfaltet haben. Weiter hieß es, die Zündung sei ein bedeutsamer Schritt, um „die staatliche Nuklearmacht zu vervollständigen“.

Die CTBTO gibt die Wucht der Explosion als Äquivalent zu einem Erdbeben mit der Stärke 6,1 auf der Richterskala an. Die Sprengkraft ist damit deutlich größer als die der bisher von Nordkorea gezündeten Atombomben. Zehn Tage nach dem Test wurden radioaktive Gase in Südkorea entdeckt. Allerdings könnten aus den Gasen keine Rückschlüsse darauf gezogen werden, welche Art von Sprengsatz gezündet wurde, so die Behörden in Seoul.

Am 11. September beschloss der UN-Sicherheitsrat einstimmig, weitere Sanktionen über Nordkorea zu verhängen. Die USA forderten zwar deutlich schärfere Sanktionen als die letztendlich verabschiedeten Maßnahmen, entschlossen sich jedoch, lieber das Votum Russlands und Chinas zu gewinnen und somit einer abgeschwächteren Resolution zuzustimmen. Öllieferungen werden damit ab dem 1. Oktober beschränkt und Erdgaslieferungen verboten. Ein vollständiges Ölembargo, wie ursprünglich von den USA gefordert, würde die Bevölkerung in Nordkorea schwer treffen. xh (Quellen: Tagesschau, ntv, CTBTO)

Bild oben: Vergleich der seismischen Aktivitäten der nordkoreanischen Atomtests. Bild: CTBTO

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Zitiert:

»Eine Kampagne für eine atomwaffenfreie Welt muss sich ernsthaft mit den Argumenten für und wider auseinander setzen.«

Andreas Buro, Friedens- und Konfliktforscher, Wissenschaft und Frieden, 2008