Russland

Ausbau der Atomstreitkräfte hat 2015 höchste Priorität für das russische Militär

Der russische Generalstabschef General Valery Gerasimov sagte in einem Fernsehinterview am 29. Dezember 2014, dass die Bereitschaft und Weiterentwicklung der russischen nuklearen Streitkräfte die höchste Priorität im Jahr 2015 erhalte.

Russlands Präsident Vladimir Putin hatte wenige Tage vorher erklärt, dass in 2015 mehr als 50 Interkontinentalraketen stationiert werden. Zudem hat er die Modernisierungspläne für russische strategische Jagdbomber und Atom-U-Boote bekräftigt. Das sechste Atom U-Boot der Borej-Klasse wurde am 26. Dezember 2014 auf Kiel gelegt, drei weitere sind schon im Dienst. Jedes U-Boot kann bis zu 16 atomar bestückbare, ballistische Interkontinental-Raketen vom Typ R-30 „Bulawa“ tragen.

Die Militärführung plant bis 2020 insgesamt acht Borej-U-Boote in Dienst zu stellen. Der Spiegel berichtete am 23. Dezember 2014, Russland wolle auch wieder Atomraketenzüge bauen. Zu Sowjetzeiten galten solche Züge als eine der schärfsten Vergeltungswaffen, weil sie durch ihre Mobilität fast immun gegen feindliche Erstschläge seien. Der stellvertretende Kommandeur der russischen Strategischen Raketentruppen (RWSN) Andrej Filatow verkündete im Rundfunksender "Echo Moskwy", das Projekt nimmt Gestalt und läuft in nächster Zeit an.

Am 25. Dezember 2014 wurde eine neue russische Militärdoktrin veröffentlicht. Sie unterscheidet sich im nuklearen Bereich jedoch nicht von der Doktrin aus dem Jahr 2013. Russland behält sich das Recht vor, Atomwaffen gegen einen Angriff mit Atomwaffen sowie gegen einen Angriff mit konventionellen Waffen einzusetzen, wenn die Existenz des Staates auf dem Spiel stünde. xh (Quellen: Sputnik(1), Sputnik(2), Spiegel online)

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Zitiert:

»Eine Kampagne für eine atomwaffenfreie Welt muss sich ernsthaft mit den Argumenten für und wider auseinander setzen.«

Andreas Buro, Friedens- und Konfliktforscher, Wissenschaft und Frieden, 2008