Wilson-Wolke

engl.: Wilson cloud, condensation cloud

Eine "Wilson"-Wolke bildet sich aus Wassernebel in der Regel bei nuklearen Unterwasserdetonationen, kann aber auch entstehen, wenn die Detonation im feuchten Luft stattfindet, sowei bei großen konventionellen Explosionen oder Vulkanausbrüche. Die Wolke wurde nach Charles Thomson Rees Wilson genannt, der den sogennanten Wilsonischen Nebenkammer entwickelte.

Bei einer nuklearen Unterwasserdetonation entsteht unmittelbar nach der Detonation unter Wasser ein Feuerball, kleiner als bei oberirdischen Explosion und abhängig von der Sprengkraft. Es bildet sich eine mehrere hundert Meter hohe Wassersäule. Im Wasser entsteht eine Schockwelle, die sich mit hoher Geschwindigkeit vom Ground Zero (Epizentrum) entfernt. Die sich in der Atmosphäre ausbreitende Druckwelle bewegt sich langsamer fort, als diejenige im Wasser. Der Form der Schockwelle definiert das Aussehen der Wilson-Wolke oder -Wolken.

Das aus der Säule zurückfallende Wasser breitet sich beim Auftreffen auf die Meeresoberfläche rasch aus und bildet eine Wasserfontäne aus hoch radioaktivem Wasserdampf und Trümmern aus der Bombe, auch "Spray Dome" genannt. Daraus entsteht eine Kondensationswolke, die sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 60m/s ausbreitet. Im Falle einer Explosion in größerer Tiefe, bei der sich kein sichtbarer Atompilz ausbildet, entsteht aber trotzdem solch eine große Wolke.

Die Wolke breitet sich nach allen Seiten aus. Wenn sie ins Meer zurückfällt, bildet sich rundum eine Basiswelle ("base surge") aus Gischt. Die Höhe der Säule beim Baker-Test wurde auf rund 2.000 Meter geschätzt und schleuderte ca 1 Millionen Tonnen Wasser und Meeresboden in die Luft. Die Basiswelle erreicht eine Höhe von 600 m und ein Radius von 5,5 km. Die Basiswelle löst sich von der Meeresoberfläche und verschmelzt sich mit der Wolke in der Höhe. Das ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen, darunter auch, dass das Abgeben von Wasser in Form von radioaktiven Regen (Fallout) die Wolke leichter macht. Das Fallout aus der Welle kontaminiert weite Flächen, v.a. abwindig.

Außer der Baker-Test mit 23 KT Sprengkraft nahe Bikini-Atoll 1946 in einer Tiefe von 27,5 m unter der Wasserfläche, gab es der Wigwam-Test mit 30 KT, 1955 im Pazifik 900 km südlich von San Diego, in großer Tiefe (666m).

Bearbeitungsstand: November 2022

Quellen:

Dr. Schoenen: Wirkungen von Atomexplosionen, Unterwasserdetonationen, Medizinisches ABC-Manual (archiviert)

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