USA | Vereinigte Staaten von Amerika

Atomwaffenstaat | Nuclear Weapon State

Die USA (dt.: Vereinigte Staaten von Amerika) sind offiziell anerkannter Atomwaffenstaat und seit 1970 Mitglied des Atomwaffensperrvertrags. 1996 sind die USA dem umfassenden Atomteststoppvertrag (CTBT) beigetreten, haben diesen jedoch nicht ratifiziert. Der Atomwaffenverbotsvertrag (AVV/TPNW) wurde von den Vereinigten Staaten nicht unterzeichnet.



Als erster und einziger Staat setzten die USA 1945 in den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki Atomwaffen ein und trieben seit diesem Zeitpunkt das atomare Wettrüsten weltweit an. Die Vereinigten Staaten entwickelten seit 1945 mehr als 70.000 Atomwaffen in Form von über 65 verschiedene Typen, von der kleinen Atommine bis zu riesigen Wasserstoffbomben mit Megatonnen Sprengkraft. Zurzeit besitzen die USA rund 5.800 Atomsprengköpfe, wovon 1.750 einsatzbereit stationiert sind. In Europa sind 150 taktische US-Atombomben stationiert. 2.000 Sprengköpfe sind momentan für die Abrüstung vorgesehen.



Obama erklärte bereits in seinen Wahlkampfreden 2008, dass er die Atomwaffenpolitik der USA wesentlich ändern und sich für eine atomwaffenfreie Welt einsetzen wolle. Diese Vision bekräftigte er sowohl in seiner Rede als US-Präsident am 5. April 2009 in Prag als auch durch die Resolution, die er am 24. September 2009 in den UN-Sicherheitsrat einbrachte. Diese setzt sich insbesondere für eine atomwaffenfreie Welt ein und wurde einstimmig angenommen. Am 9. Oktober 2009 wurde Obama – unter anderem für seine Bemühungen und seine Vision einer atomwaffenfreien Welt – mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Trotz Obamas Bemühungen modernisieren die USA seit Jahren weiterhin ihr gesamtes Arsenal sowie die dazugehörige Atomwaffen-Infrastruktur. Laut dem Haushaltsbüro des US-Kongresses soll diese Modernisierung in den nächsten 30 Jahren 1,2 Billionen US-Dollar kosten.

Die aktuelle „Nuclear Posture Review“ (NPR) von Trump sieht darüber hinaus nicht nur eine Modernisierung des gesamten Atomwaffenkomplexes vor. Im Rahmen dieser soll auch ein neuer Sprengkopf mit kleinerer Sprengkraft, sowie ein seegestützter Langstreckenmarschflugkörper entwickelt und produziert werden. Ein brisantes Dokument des Pentagons, das im Juni 2019 veröffentlicht wurde, zeigt außerdem, dass die aktuelle US-Regierung die Atomwaffen nicht mehr lediglich als reine Abschreckungswaffen sieht. Sie gesteht in diesem Dokument ein, dass der Einsatz von Atomwaffen zur Wiederherstellung der strategischen Stabilität beitragen könne. Diese aktuelle Haltung der USA in Bezug auf Atomwaffen sowie die Aufkündigung des INF-Vertrags seitens der USA im Februar 2019 und dem darauffolgenden Auslaufens des Vertrags im August 2019, lassen den Einsatz von Atomwaffen und ein erneutes Wettrüsten immer wahrscheinlicher werden.

Auch Europa, als NATO-Bündnispartner der USA, ist von der Modernisierung und Aufrüstung betroffen. Die B61-Bomben, die im Rahmen der nuklearen Teilhabe in Europa stationiert sind, werden beispielsweise ebenfalls modernisiert. Die Kosten dafür explodieren und liegen bereits jetzt bei über zehn Mrd. US-Dollar. Die neue Bombe (B61-12) ersetzt alle früheren Modelle und soll als lenkbare Präzisionsbombe einsetzbar sein. Die Stationierung soll bis 2025 erfolgen. Diese Bombe soll auch ein neues Trägerflugzeug bekommen. Welchen Typ Kampfjet Deutschland dafür kaufen wird, wird noch diskutiert. Derzeit sind zwei im Rennen: der Eurofighter (europäische Produktion) und der F/A-18 von Boeing (US-Produkt).


Bearbeitungsstand: April 2020 | xh

Weitere Informationen zum US-amerikanischen Atomwaffenprogramm

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