ULAM Stanislaw

1909-1984

Ulam in 50er Jahre, Foto: Wikipedia Commons

Stanislaw Ulam, Sohn eines jüdischen Rechtsanwalts, wurde am 13. April 1909 in Lemberg geboren. Als junger Mathematiker ging er 1938 in die USA. Dort wurde er 1943 von John von Neumann eingeladen, sich an einem Projekt zu beteiligen, das „irgendetwas mit der Physik des Sterneninnern zu tun" haben sollte. Damit gehörte Ulam zum Mitarbeiterstab des Manhattan-Projekts. In seiner Autobiografie berichtet er zahlreiche Einzelheiten aus Los Alamos.

So zum Beispiel, wie Robert Oppenheimer, gefolgt von Victor F. Weisskopf, aufgeregt mit einer kleinen Ampulle durch den Korridor rannte, mit dem ersten Quantum Plutonium. Er berichtet von den Befürchtungen, atomare Kettenreaktionen könnten die ganze irdische Lufthülle entzünden. Er schildert auch die Spannungen zwischen den Wissenschaftlern, von der Konzeption einer kriegsentscheidenden Waffe bis zur Entwicklung der »Super Bomb«, der Wasserstoffbombe, deren Sonnenfeuer schließlich die Überlegenheit der USA im kalten Ost-West-Machtkampf sicherte. So soll, als Ulams Kalkulationen und die physikalischen Überlegungen das ursprüngliche Modell der Wasserstoffbombe von Hans Bethe kippten, Edward Teller „vor Enttäuschung in Tränen ausgebrochen" sein. »Teller-Ulam-Prinzip

„Mir kamen nie Zweifel an meiner rein theoretischen Arbeit", umreißt Ulam den eigenen Standpunkt, „ich empfand es nicht als unmoralisch, physikalische Erscheinungen durchzurechnen". Auch Oppenheimer sei nicht nur aus humanitären Gründen nach Hiroshima und Nagasaki gegen die Entwicklung der H-Bombe gewesen. Der jüdisch-polnische Amerikaner musste es wohl als unbedingt gerechte Sache empfinden, Nützliches für den Krieg gegen imperialistischen Rassenwahn zu leisten. So erklärte er am Ende seines Lebens, dass er auf seine Beteiligung an der Entwicklung der Hiroshima und Nagasaki Atombombe am stolzesten sei. Stanislaw Ulam starb am 13 Mai 1984 in Santa Fe, USA. (Quelle: Der Spiegel 28/1976)

Bearbeitungsstand: April 2019

Weitere Informationen zur Entwicklung der Atombombe

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