TELLER Edward

1908 - 2003

Edward Teller wurde am 15. Januar 1908 in Budapest als Sohn jüdischer Eltern geboren. Schon früh wurde sein Interesse für Mathematik, Physik und Chemie geweckt, weshalb er nach der Emigration aus Ungarn 1926 an der Universität Karlsruhe das Studium des Chemieingenieurwesens begann. Daraufhin folgten weitere Aufenthalten in München und Leipzig, wo Teller bei Werner Heisenberg promovierte. Die nächsten Jahre lehrte er an der Universität Göttingen, bevor er durch die Machtergreifung Hitlers 1933 als Jude in Gefahr kam und verließ Deutschland. Er hielt sich in diesen Jahren in London und Kopenhagen auf und arbeitete zusammen mit dem Physiker Niels Bohr.

1937 emigrierte er in die USA, wo er begann, an der George Washington University zu lehren. In Zusammenarbeit mit George Gamow veröffentlicht Edward Teller einen Aufsatz über thermonukleare Energie. Seine Forschungen werden 1938 zum Hauptthema auf der Washingtoner Konferenz für theoretische Physik.

Anschließend wurde er Mitglied des Manhattan-Projekts, das dem Bau der US-amerikanischen Atombombe diente. Durch die Unterstützung der fähigsten Physiker und Theoretiker des Landes - zu denen auch Teller gehörte - konnte bereits am 16. Juli 1945 die erste Atombombe in der Wüste von New Mexico gezündet werden und wenige Wochen später wurde Hiroshima in Schutt und Asche gelegt. Allerdings wurde Teller bereits 1944 durch den Leiter des Projekts J. Robert Oppenheimer von den Berechnungen zum Implosionszünder entbunden, weil Tellers Schwerpunkt auf Studien zur Wasserstoffbombe lag.

Aber das Grauen der Folgen der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki bewirkte bei Teller - im Gegensatz zu Oppenheimer - keine radikale Umkehr. In diesem Teil seines Lebens hatte er eine ausgeprägte antifaschistische und antisowjetische Einstellung. Deswegen setzte sich Teller bei Präsident Eisenhower für den Bau der Wasserstoffbombe ein. Er legte er im Jahr 1949 - als die UdSSR ihre erste Nuklearwaffe (Codename: RDS-1) zündeten - zusammen mit Stanislav Ulam ein Konzept vor, dass den Bau einer fusionsbasierten Wasserstoffbombe zum Inhalt hatte (Teller-Ulam-Prinzip). Teller kehrte nun nach Los Alamos zurück und auch dieses Projekt war erfolgreich: Am 01. November 1952 wurde auf dem Eniwetok-Atoll die erste Wasserstoffbombe (Ivy Mike) zur Detonation gebracht, was die Insel fast vollständig zerstörte. Seit diesem Zeitpunkt galt Edward Teller als der „Vater der Wasserstoffbombe“.

Die schon genannten Kontroversen mit Oppenheimer gingen sogar soweit, dass Teller in den Untersuchungen des Komitees für unamerikanische Aktivität 1954 zu dessen angeblichen kommunistischen Umtrieben gegen seinen ehemaligen Kollegen aussagte. Seine Aussage, dass er ein „Sicherheitsrisiko“ darstelle, trug zum Sturz Oppenheimers bei. Im Nachhinein sah er aber dieses Zerwürfnis als eine der „peinlichsten“ Angelegenheiten in seinem Leben.

Teller war ein leidenschaftlicher Befürworter der Nutzung der Atomenergie. Er war als Co-Autor an Büchern wie „Ausblick in das Kernzeitalter“ (1958) und „Das Vermächtnis von Hiroshima“ (1962) beteiligt.

In den nächsten Jahren arbeitete der Physiker u.a. am Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien, dessen Direktor er 1958 wurde. Von 1963 bis er 1975 in den Ruhestand trat, arbeitete er als Professor für Physik in Berkeley und als Forscher am Hoover Institut an der Universität von Stanford.

1982 warb Teller bei einem Treffen mit US-Präsident Ronald Reagan für ein Raketenabwehrsystem der „dritten Generation“. 1983 verkündet Reagan seinen Plan zum Aufbau eines weltraumgestützten nuklearen Verteidigungssystem, bekannt als „Star Wars“.

Am 09. September 2003 starb Teller im Alter von 95 Jahren in Stanford. xh (Quelle: dibb, rbb, National Academy of Sciences)

Bearbeitungsstand: November 2019

Weitere Informationen zu Persönlichkeiten

Bild oben: Edward Teller, 1958. Bild: gemeinfrei

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