LAWRENCE Ernest O.

Physiker, 1901 - 1958

Ernest Orlando Lawrence wurde am 8. August 1901 in Carlton (South Dakota) geboren. Von 1919 bis 1922 studierte er Chemie an der University of South Dakota. 1925 promovierte er an der Yale University in Physik. Ab 1936 war er Direktor des nach ihm benannten Lawrence Berkeley Laboratory. 1929/30 entwickelte er das Zyklotron, mit dem er zahlreiche künstliche Radionuklide herstellte. 1939 erhielt er dafür den Nobelpreis für Physik.

Während des Zweiten Weltkrieges war er am Manhattan Projekt beteiligt und hatte maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Atombombe. Nach dem Krieg kehrte er zur Universität von Kalifornien in Berkeley zurück und wurde Mitglied in der Atomenergiekommission (AEC). Nachdem die Sowjetunion ihre erste Atombombe 1949 testete, befürwortete Lawrence die Entwicklung der Wasserstoffbombe. Diese Position belastete seine Freundschaft mit J. Robert Oppenheimer, die entgültig 1954 auseinander ging, weil die AEC Oppenheimer dessen Sicherheitsstatus wegen seiner angeblichen kommunistischen Tendenzen zurückzog.

Lawrence gründete das Lawrence Livermore National Laboratory mit Edward Teller, das die Arbeit am 02.09.1952 aufnahm.

Lawrence argumentierte gegen einen Atomteststopp. Deswegen wurde er von US-Präsident Eisenhower berufen, Mitglied der US-Delegation auf einer Konferenz in Genf im Sommer 1958 zu werden, die die technischen Aspekte der Überprüfung eines Teststopps behandelte. Die Expertenkonferenz zum Atomteststopp veröffentlichte am 21.08.1958 ihren Bericht, der aussagte, dass ein umfassender Teststopp durch ein Netz von 160 Überwachungsstationen verifiziert werden könnte.

Mitten in der Konferenz musste Lawrence jedoch in die USA zurückgeflogen werden. Er starb am 27. August 1958 in Palo Alto (Kalifornien). Kurz vor seinem Tod, am 22.08., kündigte Eisenhower an, ein einjähriges Testmoratorium für die USA einberufen zu wollen, aufgrund der Konferenz in Genf erzielten Ergebnisse.

Das Element 103 wurde nach dem Tod von Lawrence „Lawrencium“ nach ihm benannt. Auch das Lawrence Livermore National Laboratory und das Lawrence Berkeley National Laboratory erhielt postmortum seinen Namen.

Im September 1985 forderte Lawrences Witwe, Mary K. Lawrence, die Universität von Kalifornien vergebens auf, seinen Namen von dem Livermore Atomlabor zu entfernen, weil sie es für "einen großen, gefährlich einflussreichen, sich selbst erhaltenden Teil des militärisch-industriellen Komplexes" hielt. Mary Lawrence war aktiv im Protest gegen dem Lawrence Livermore und Los Alamos nationalen Atomlabore. ll/xh/hd

(Quellen: Alvarez LW: Ernest Orlando Lawrence, National Academy of Sciences, 1970; Atomic Heritage Foundation; Ernest O. Lawrence, Webseite, LLNL: History; The 1950s, Webseite; Lawrence in the Cold War, American Institute of Physics Webseite; Savage DG: Physicist's Widow Asks That Husband's Name Be Removed From Weapons Lab, Los Angeles Times, 07.09.1985)

Bearbeitungsstand: August 2021

» Weitere Informationen zur Entwicklung der Atombombe

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