K-19-U-Boot Reaktorstörfall

Am 04.07.1961 ereignete sich auf dem sowjetischen K-19 U-Boot von der „Hotel“-Klasse eine technische Malfunktion bei dem es zum Austritt von radioaktiver Strahlung kam.

Die K-19 war das erste nukleare U-Boot der Sowjetunion. Es wurde von 1958 bis 1960 bebaut und konnte eine maximale Tiefe von 150m erreichen. Beladen wurde das U-Boot mit drei nuklearen R-13 ballistische Raketen, die einen Reichweite von ca. 600km hatten.

Während der Fertigstellung und Testphase zeigten sich bereits viele Fehlfunktionen, doch die sowjetische Regierung drängte um nuklearen Wettrüsten mit der USA auf eine Freigabe des U-Boots und eine erste Fahrt. Diese begann am 18.06.61 im atlantischen Ozean. Am 04.07.1961 kam es zum Austritt von radioaktiver Strahlung.

Grund dafür war eine Verkettung menschlicher und technischer Fehler.  Zuerst gab es eine fehlerhafte Druckanzeige beim Hochfahren des ersten Reaktors, sodass ein zu hoher Druck entstand. Es wurde kein Fehlerbericht erstellt und somit auch keine Reparaturen durchgeführt. Kombiniert mit einem insuffizienten Kühlungssystem war die Folge das Überhitzen des Reaktors. Eine Explosion des U-Boots konnte durch behelfsmäßige Reparaturen und der Entwicklung eines weiteren Kühlsystems mittels des Trinkwassers an Bord verhindert werden.

Die Besatzung der K-19 wurde evakuiert und das U-Boot in den Heimathafen abgeschleppt.

Als Folge der Strahlenbelastung verstarben acht Besatzungsmitglieder, 14 weitere erlagen im Laufe der Jahre den Folgen der Strahlenkrankheit.

Die kaputten Reaktoren der K-19 wurden 1965 von der Sowjetunion im Karischen Meer versenkt.
Die K-19 wurde erneut hergerichtet und für weitere Einsätze bereit gemacht. Nachdem sich 1972 ein erneuter Vorfall auf dem U-Boot ereignete, bekam es den Spitznamen „Titanic“.

Auf der Geschichte des Reaktorstörfalls basiert der 2002 ausgestrahlte Hollywoodfilm „K-19 - Showdown in der Tiefe“. bs

(Quellen: Welt, Stanford, IAEA)

Bearbeitungsstand: Juli 2021

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