ICAN

International Campaign to Abolish Nuclear weapons

Logo der Internationalen Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen (ICAN)

Die internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) ist eine globale Bürgerinitiative, die ürsprünglich von der IPPNW (Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges) 2007 ins Leben gerufen wurde. ICAN hat sich zum Ziel gesetzt, die Zivilgesellschaft und weltweit Regierungen für das konkrete Ziel eines globalen Vertrages zur Abschaffung von Atomwaffen zu sensibilisieren und zu mobilisieren. Dafür arbeitet sie in einer Koalition mit einem breiten Spektrum an humanitären, Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen zusammen. Derzeit sind rund 500 Partnerorganisationen in über 100 Ländern der Welt für die Kampagne aktiv.

Mit der Kampagne sollte zunächst die Debatte über Atomwaffen neu ausgerichtet werden: Die katastrophalen Auswirkungen von Atomwaffen auf die Gesundheit, Gesellschaft und Umwelt sollten im Zentrum der Diskussion über nukleare Abrüstung stehen. Als Konsequenz dieser Auswirkungen forderte ICAN Regierungen auf, über einen Verbotsvertrag zu verhandeln—auch ohne die Atomwaffenstaaten. Die Kampagne sieht sich als Vertreterin der überwältigende Mehrheit der Weltbevölkerung und Regierungen, die eine Welt ohne Atomwaffen erstrebe. Ausserdem besteht eine rechtliche Verpflichtung über das Verbot und die Abschaffung von Atomwaffen zu verhandeln laut dem 1996 Gutachten des Internationalen Gerichtshofs.

Am 7. Juli 2017 wurde den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen (TPNW) in den Vereinten Nationen abgeschlossen und ICAN erreichte damit das erste Etappenziel der Kampagne. ICAN war stets bei den Verhandlungen dabei und hat inhaltlich dazu beigetragen. Am 20. September 2017 eröffnete den Vertrag zur Unterzeichnung und er befindet sich im Ratifizierungsprozess.

Am 6. Oktober 2017 gab das Nobelpreiskomitee bekannt, dass ICAN mit dem Friedensnobelpreis für ihre Arbeit ausgezeichnet wird. Am 10. Dezember erhielt die Atombombenüberlebende aus Hiroshima Setsuko Thurlow und ICAN-Direktorin Beatrice Fihn den Preis im Namen aller Partnerorganisationen von ICAN.

ICAN Deutschland wurde am 21. August 2014 gegründet und hat ihren Sitz in Berlin.

» Weitere Informationen zur Geschichte von ICAN

Bearbeitungsstand: Oktober 2018

Bild oben: Logo der Internationalen Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen (ICAN)

IAEO

engl.: International Atomic Energy Agency (IAEA)

Die Internationale Atomenergie Organisation, IAEO wurde 1957 mit Sitz in Wien gegründet. Es handelt sich dabei um eine Sonderorganisation der UNO zur weltweiten Kontrolle kerntechnischer Anlagen und des Atomwaffensperrvertrags. Inspektoren führen Kontrollen in zirka 60 Staaten durch (zum Beispiel im Irak). Das wichtigste Organ ist die Generalkonferenz der 153 Unterzeichnerstaaten. Geleitet wird die IAEO durch den Gouverneursrat und einen Generalsekretär.

Wichtigste Aktivitäten sind:

  • die Förderung der Kooperation in Kerntechnik und -forschung,
  • die Förderung der friedlichen Nutzung der Kernenergie,
  • der Austausch wissenschaftlich-technischer Erfahrungen durch Förderungsprogramme,
  • die Bereitstellung technischer Materialien und Dienstleistungen,
  • die Erstellung von Richtlinien und Empfehlungen für Reaktorsicherheit, Strahlenschutz und physische Sicherheit von Kernmaterial.

Im Oktober 2005 erhielt die IAEO den Friedensnobelpreis. Das Nobelkomitee in Oslo begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass die UNO-Organisation und ihr Direktor (Mohammed el Baradei) in einer Zeit zunehmender atomarer Bedrohung »von unschätzbarer Bedeutung« seien.

Kritisiert wurde die Preisverleihung von atomenergiekritischen Organisationen. Eine Behörde deren Ziel es sei, den Ausbau der Atomenergie weltweit zu beschleunigen und auszuweiten, wie es im IAEO-Statut steht, trage nicht zu einer friedlichen und gesunden Welt bei, lautet das Argument der Kritiker. (LL)

Bearbeitungsstand: Mai 2007

ICBM

engl.: Intercontinental Ballistic Missile (ICBM)

Interkontinentale ballistische Flugkörperraketen sind alle landgestützten und von fest installierten oder mobilen Startanlagen aus zu startende Raketen, die einen Gefechtskopf in ein Ziel in interkontinentaler Entfernung transportieren können. Interkontinentale Raketen fliegen ihr Ziel nach Verlassen der Erdatmosphäre auf einer elliptischen Flugbahn an. Sie bestehen aus der Antriebsstufe, einem oder mehreren Wiedereintritts-Tochtergefechtsköpfen und - im Falle von mit Mehrfachgefechtsköpfen ausgestatteten Raketen – einem Muttergefechtskopf (Post-Boost-Vehicle = PBV). Im Sinne von SALT-II gelten als Interkontinentalraketen alle landgestützten Raketen mit einer Reichweite von mehr als 5500 km (LL).

Bearbeitungsstand: Januar 2006

Idenheim

ehem. Atomwaffenstandort, Deutschland

Rakete wird für Transport geladen, Foto: Mace B Website

Die Mace Feuerstellung Idenheim (49°53'20”N, 6°33'33”O) lag ca. 9 km südlich der Stadt Bitburg. Sie war eine von insgesamt zwei in Deutschland errichteten stationären unterirdischen verbunkerten Abschussanlagen in der Eifel. Die baugleichen Stellungen bei Rittersdorf („Launch site 7“) und bei Idenheim („Launch site 8“) waren mit jeweils acht Flugkörpern des modifizierten Typs TM-76B bestückt, die über den atomaren Gefechtskopf W-28 mit einer Sprengkraft von 1,1 MT verfügten.

ehem. Atomwaffenstandort Idenheim. Bild: Digital GlobeDie Bunkeranlagen wurden von 1963 bis 1969 als Mace Feuerstellungen genutzt. Danach wurde die Feuerstellung Idenheim in eine konventionelle Patriot Stellung umgebaut. (LL)

Bearbeitungsstand: Januar 2011

Weitere Informationen über Atomwaffenstandorte in Deutschland

siehe auch: Mace-Marschflugkörper
siehe auch: MT (Megatonne)

Indien

"De-Facto"-Atomwaffenstaat | "de-facto" Nuclear Weapon State

Die genaue Zahl der indischen Atomwaffen ist nicht bekannt. Schätzungen zufolge verfügt das Land über 120-130. Indien befindet sich im Besitz von Raketen mit über 3.000 km Reichweite und kann damit das gesamte Territorium seines Erzrivalen Pakistan und Chinas erreichen. Die Beziehungen zum Nachbarn Pakistan werden überschattet durch den Konflikt um die Region Kaschmir. Die Nuklearpolitik beider Staaten erweiterte den Streit um eine weitere Dimension, mehrere Aggressions- und Spannungsphasen wechseln sich bis heute ab.

Das Atomprogramm symbolisiert für Indien politische Macht. Der erste Premierminister Indiens Jawaharlal Nehru richtete die nationale Atomenergiekommission (IAEC) 1948 mit dem ausdrücklichen Wunsch ein, Atomenergie für "friedliche Zwecke" zu entwickeln. Mit Hilfe von Kanada, den USA und anderen Ländern wurden über 20 Jahre lang Atomreaktoren gebaut, Uranbergbau betrieben, Brennelemente hergestellt und Plutonium separiert. Indien startete sein Atomwaffenprogramm in Folge des Grenzkriegs mit China 1962 und des ersten erfolgreichen chinesischen Atomtests 1964. Die erste von Indien als "friedlich" bezeichnete Atomexplosion fand am 18. Mai 1974 statt. Es folgten große Fortschritte bei der Atomwaffenentwicklung und -herstellung, einschließlich einer Verkleinerung der Waffen, der Effizienzsteigerung und der Erhöhung der Explosivkraft durch die Verwendung von Tritium.

Gleichzeitig wurde auch das Raketenprogramm weiter entwickelt. Unter der Leitung von Abdul Kalam kaufte das Land die benötigte Technologie von Lieferanten in Frankreich, Schweden, den USA und Deutschland. Die erste Kurzstreckenrakete testete Indien 1988, ein Jahr später eine Mittelstreckenrakete und 1999 eine Langstreckenrakete mit 2.000 Kilometer Reichweite.

Im  Mai 1998 führte Indien eine Reihe unterirdischer Atomtests auf dem Pokhran- Gelände durch. Dabei sollen sowohl eine Fissionsbombe als auch eine thermonukleare Bombe zum Einsatz gekommen und mehrere Versuche mit kompakten Bomben mit geringer Sprengkraft durchgeführt worden sein.

1999 verfasste Indien seine Atomwaffendoktrin, die sich an denen der offiziellen Atomwaffenstaaten orientiert. So verfolgt das Land „eine Doktrin der glaubwürdigen Minimalabschreckung“.

Die Atomstreitkräfte sollen durch eine Dreiergruppe aus luft-, land- und seegestützten Raketen ausschließlich Vergeltungsschläge ausführen, um dem Angreifer "inakzeptablen Schaden“  zuzufügen. Bisher gab die indische Regierung an, in keinem Konflikt Atomwaffen als Erste einzusetzen. Diese Politik scheint sich jedoch dahingehend zu verändern, als dass sie nur noch in Konflikten mit Nicht-Atomwaffenstaaten gilt.

Indien ist dem Nichtverbreitungs-Vertrag (NPT) von 1968 nicht beigetreten und beanstandet seine diskriminierende Beschaffenheit. Der NPT-Vertrag begrenze die Möglichkeiten der atomwaffenfreien Staaten, verhindert die Modernisierung und Vergrößerung der Nukleararsenale der Atomwaffenstaaten aber nicht.

Obwohl Indien einen umfassenden Atomteststoppvertrag (CTBT) jahrzehntelang befürwortet hatte, blockierte es 1996 seine Verabschiedung bei der Abrüstungskonferenz in Genf. Das Inkrafttreten des Vertrags hängt auch von Indiens Unterschrift und seiner Ratifizierung ab.

Seit 2006 hat Indien mit verschiedenen Ländern Verträge ausgehandelt, die dem Land Handel mit ziviler Nukleartechnik erlauben. Das Land genießt diesen Vorteil als einziger Atomwaffenstaat, der nicht im Nichtverbreitungs-Vertrag Mitglied ist. Nach den nötigen nationalen Gesetzesänderungen, Absprachen mit der IAEO und der Zustimmung durch die Nuclear Suppliers Group trat das umstrittene Abkommen mit den USA im Oktober 2008 in Kraft. In den Monaten und Jahren danach traf das Land mit 13 weiteren Ländern zivile Nuklearabkommen. xh

Bearbeitungsstand: Februar 2018

INF-Vertrag

engl.: Intermediate Nuclear Forces Treaty

Ronald Reagan und Mikhail Gorbatschow nach der Unterzeichnung des INF-Vertrags, 01.06.1988, Foto: Reagan Library„INF” ist die englische Abkürzung für „Intermediate-range Nuclear Forces” (nukleare Mittelstreckenwaffen). Der volle Name des Vertrags: „Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken über die Beseitigung ihrer Flugkörper mittlerer und kürzerer Reichweite”. Darunter fallen Raketen und Marschflugkörper (Cruise Missiles) mit einer Reichweite von 500 bis 5.500 km.

Am 8. Dezember 1987 unterzeichneten Generalsekretär Michail Gorbatschow (Sowjetunion) und Präsident Ronald Reagan (USA) in Washington den INF-Vertrag über den vollständigen Abbau dieser Waffen. Am 1. Juni 1988 trat der Vertrag in Kraft.

In den folgenden Jahren wurde zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit eine Waffengattung vollständig abgeschafft. Außerdem ist der INF-Vertrag der einzige Abrüstungsvertrag zwischen den beiden Ländern, in dem die Waffen nicht nur außer Dienst gestellt, sondern tatsächlich auch zerstört wurden. Die letzte Rakete wurde im Mai 1991 demontiert.

Tabelle: Zerstörte Waffen

BezeichnungBesitzerStückzahl
Summe
2.692
Pershing-IIUSA234
BGM 109 GryphonUSA443
Pershing 1aUSA169
SS-20UdSSR654
SS-4UdSSR149
SS-5UdSSR6
SS-12UdSSR718
SS-23UdSSR239
SS-X-4UdSSR
80

[Quelle: Haradan JP: On-Site Inspections under the INF-Treaty, 1993]

Ab Mai 2001 galt der Vertrag auch als vollständig umgesetzt. Zwar ist der Vertrag zeitlich unbegrenzt, beide Seiten haben jedoch das Recht, sich vom Vertrag zurückzuziehen. Nach der Auflösung der Sowjetunion wurden elf ehemalige Sowjetrepubliken in den INF-Vertrag einbezogen.

Russland sprach 2007 zum ersten Mal von der Möglichkeit, den INF-Vertrag zu kündigen, falls die USA ihre Pläne umsetzen, ein Raketenabwehrsystem in Osteuropa zu stationieren. Im Jahr 2014 warfen die USA Russland zum ersten Mal Verstöße gegen den Vertrag vor, und drohten ihrerseits den Vertrag zu kündigen, wenn Russland weiterhin den Vertrag verletzen würde. Seitdem überhäufen sich die beiden Länder gegenseitig mit Vorwürfen, den Vertrag zu verletzen.

Die Verschärfung dieser Debatte läuft parallel zur Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Russland und der NATO aufgrund der Krise um die Ukraine sowie zum innerpolitischen Streit über vermeintliche Einmischung Russlands in der US-Wahl. Gleichzeitig werden in beiden Ländern die Atomwaffen modernisiert und die Frage erhoben, ob neue US-Atomwaffen in Europa künftig stationiert werden sollten. Wenn diese Atomwaffen eine unter dem INF-Vertrag nicht zuläßige Reichweite haben, würde es die USA gelegen kommen, wenn der Vertrag nicht mehr besteht. Auch Russland scheint an der Entwicklung neuer Mittelstreckenraketen zu arbeiten. Deswegen steht nach 30 Jahren den INF-Vertrag in Gefahr und eine Renuklearisierung Europas könnte der Konsequenz sein. xh (Quellen: armscontrol.de, BITS)

Bearbeitungsstand: Mai 2018

» Weitere Informationen zum INF-Vertrag

» INF-Vertrag im Wortlaut (PDF)

Inkorporation

engl.: incorporation

Die Aufnahme von Stoffen in den Körper, meistens über die Atemwege oder den Darm (Nahrungsmittel und/oder Flüssigkeiten). Inkorporierte radioaktive Substanzen (Radionuklide) gelangen über die Atmung in die Lunge oder über die Blutbahn in alle Bereiche des Körpers. Sie schädigen die Körperzellen durch die von ihnen ausgehende radioaktive Strahlung. Bestimmte Radionuklide lagern sich bevorzugt in den Knochen ab und schädigen dadurch das blutbildende Knochenmark. (RH)

Bearbeitungsstand: Januar 2005

siehe auch: Radionuklide


Inneringen

ehem. Atomwaffenstandort, Deutschland

Haupttor Fort Blackjack, Inneringen, Foto: Gene Smania

Die Raketenstellung Inneringen (48°10’39”N, 09°17’14”O) befand sich unmittelbar südlich der gleichnamigen Ortschaft und ca. 12 km nordöstlich der Stadt Sigmaringen in Baden-Württemberg. Sie wurde in der Zeit des Kalten Krieges unterschiedlich genutzt. Zunächst diente sie in den 1960 Jahren den französischen Streitkräften als Feuerstellung für das Flugabwehrsystem Nike.

Im Rahmen der großräumigen Luftverteidigung Europas während der Zeit des Kalten Krieges waren auch die französischen Streitkräfte an dem quer durch Deutschland verlaufenden Nike-Herkules Flugabwehrgürtel mit insgesamt sechs in Süddeutschland gelegenen Feuerstellungen beteiligt. Dabei handelte es sich um die Standorte Boettingen, Friedrichshafen, Mengen, Münsingen, Stetten und Inneringen. Die in Inneringen stationierte Einheit war in drei getrennten Bereichen untergliedert: der Unterkunft, dem Feuerleitbereich in günstiger topografischer Lage mit bis zu 5 Radargeräten für Überwachung, Zielerfassung, Zielverfolgung und Flugkörperverfolgung und dem Abschussbereich mit jeweils 3 Abschussflächen und dazugehörigen Bunkern. In diesem Bereich befanden sich auch die Atomsprengköpfe.

In der Stellung  waren von 1965 bis 1966 atomare Flugabwehrraketen vom Typ Nike stationiert. An Atomsprengköpfen waren zwei Versionen verfügbar. Die kleinere mit der Bezeichnung B-XS hatte eine Sprengkraft von 2 Kilotonnen. Die größere B-XL besaß 40 kT Sprengkraft. Maximal waren je Stellung zehn Nuklear-Sprengköpfe vorhanden, acht mit der Stärke XS mit 2 Kilotonnen und zwei XL mit 40/20 Kilotonnen Sprengkraft. Für den Einsatz der Gefechtsköpfe gab es genau festgelegte Prioritäten. Beim Anflug eines einzelnen feindlichen Zielobjektes wurde ein kleiner atomarer Gefechtskopf (B-XS) eingesetzt. Beim Anflug mehrerer feindlicher Zielobjekte wurde soweit verfügbar ein großer atomarer Gefechtskopf (B-XL) eingesetzt. Die ebenfalls vorhandenen konventionellen Gefechtsköpfe dienten lediglich als Munitionsreserve. (Quellen: Jürgen Dreifke, Michael Juhls) Mit dem Austritt Frankreichs aus der integrierten Befehlsstruktur der NATO am 1. Juli 1966 wurde die Stellung von den französischen Truppen geräumt. (LL)

Ab 1969 wurde Innerigen von der US-Armee als QRA-Stellung (Quick Reaction Alert) genutzt. Im sogenannten "Fort Black Jack" befand sich zunächst von 1969 bis Juli 1983 eine Pershing-IA-Raketenstellung des 81. Field Artillery Regiments der US-Armee mit neun einsatzbereiten Raketen, bestückt mit atomaren Gefechtsköpfen. Die Sprengköpfe vom Typ W50 verfügten über unterschiedliche KT-Werte von 60, 200 oder 400 KT.

Als Folge des NATO-Doppelbeschlusses wurde "Fort Black Jack" ab 1983 eine von drei Stellungen in Deutschland, in denen stets einsatzbereite, mit nuklearen Gefechtsköpfen bestückte Pershing-II-Raketen stationiert waren, die innerhalb kürzester Zeit hätten gestartet werden können. Die Sprengköpfe vom Typ W85 verfügten über variabel einstellbare KT-Werte von 5 bis 80 KT.

Von den jeweils 36 stationieren Raketen waren 12 in der QRA-Stellung ständig abschussbereit, 12 weitere wurden auf mobilen Lafetten von LKWs gezogen und konnten beliebig in der Landschaft bewegt werden und nach dem Feuerbefehl des SACEUR (Supreme Allied Commander in Europe) über das mitgeführte Feuerleitstellenfahrzeug abgeschossen werden. 12 weitere Raketen waren in Reserve im Bunker der Basis untergebracht. (LL)

Bearbeitungsstand: Dezember 2011

Weitere Informationen über Atomwaffenstandorte in Deutschland

siehe auch: KT (Kilotonne)
siehe auch: NATO-Doppelbeschluss
siehe auch: Pershing-Rakete
siehe auch: Pershing-II-Rakete
siehe auch: QRA-Stellung
siehe auch: SACEUR

Interim-Ausschuss

engl.: Interim-Committee

Der Interim-Ausschuss bestand aus den am Manhattan-Projekt direkt Beteiligten wie Robert Oppenheimer und anderen Wissenschaftlern, sowie Vertretern der Truman-Regierung, darunter Außenminister James Byrnes und Kriegsminister Stimson. Er wurde gegründet, um den Einsatz der Atombombe zu diskutieren, Ziele der Bombardierung vorzuschlagen und damit zusammenhängende Fragen zu erörtern.

Die Anwendung der Bombe als terroristische Waffe - das heißt, als ein Mittel, die japanische Bevölkerung in panische Furcht und Schrecken zu versetzen - wurde während eines Treffens des Interim-Ausschusses (Interim Commitee) am 31. Mai 1945 hervorgehoben. Der Ausschuss war an diesem Tag zusammengetreten, um Präsident Truman eine Empfehlung zum Einsatz der Atombombe zu geben. In einem Protokoll dieses Treffens heißt es: »Nach langen Diskussionen über verschiedene mögliche Ziele und die erwünschte Wirkung kam der Kriegsminister [Stimson] zu der Schlussfolgerung, die allgemeine Zustimmung fand, nämlich, dass man die Japaner auf keinen Fall vorwarnen sollte, dass man sich nicht auf ein ziviles Gebiet konzentrieren könne, aber dass man einen tiefen psychologischen Eindruck bei möglichst vielen Japanern erzeugen sollte. Auf Anregung von Dr. [James] Conant erklärte sich der Minister damit einverstanden, dass das optimale Ziel eine kriegswichtige Fabrik sei, die viele Arbeiter beschäftigt und die von Arbeiterwohnungen umgeben ist«.

Obwohl erwähnt worden war, dass man sich nicht auf ein ziviles Gebiet konzentrieren sollte, lehnte es der Ausschuss ausdrücklich ab, die Bombe auf ein rein militärisch genutztes oder unbewohntes Gebiet abzuwerfen, wie einige der im Ausschuss vertretenen Wissenschaftler empfohlen hatten. Viele der Wissenschaftler, die am Manhattan-Projekt beteiligt waren oder es unterstützt hatten, taten dies, weil ihnen Hitler und das Nazi-Regime zutiefst verhasst waren. Das Projekt war ursprünglich mit den verheerenden Konsequenzen gerechtfertig worden, hätte Hitler als Erster über die Atombombe verfügt. Doch Deutschland war bereits besiegt, als die USA die Technologie perfektioniert hatten. Dennoch beschloss die Truman-Regierung nicht nur, die Atombombe einzusetzen, sie tat es obendrein mit offensichtlicher Begeisterung. Truman gab die berüchtigte Erklärung ab, dass ihm die Entscheidung keine schlaflose Nacht bereitet habe. (Quelle: www.wsws.org/de)

Bearbeitungsstand: September 2007

Siehe auch: Manhattan-Projekt
Siehe auch: OPPENHEIMER Robert

Interkontinentalrakete

engl.: Intercontinental Ballistic Missile (IBM)

Interkontinentale ballistische Flugkörperraketen sind alle landgestützten und von fest installierten oder mobilen Startanlagen aus zu startende Raketen, die einen Gefechtskopf in ein Ziel in interkontinentaler Entfernung transportieren können. Interkontinentale Raketen fliegen ihr Ziel nach Verlassen der Erdatmosphäre auf einer elliptischen Flugbahn an. Sie bestehen aus der Antriebsstufe, einem oder mehreren Wiedereintritts-Tochtergefechtsköpfen und - im Falle von mit Mehrfachgefechtsköpfen ausgestatteten Raketen – einem Muttergefechtskopf (Post-Boost-Vehicle = PBV). Im Sinne von SALT-II gelten als Interkontinentalraketen alle landgestützten Raketen mit einer Reichweite von mehr als 5500 km (LL).

Bearbeitungsstand: November 2005

Internationale Atomenergie-Organisation

engl.: International Atomic Energy Agency (IAEA)

Die Internationale Atomenergie Organisation (IAEO) hat ihren Sitz in Wien. Sie wurde 1957 mit dem Ziel gegründet, den Beitrag der Kernenergie zu Frieden, Gesundheit und Wohlstand in der Welt zu erhöhen (Atoms for Peace).Gleichzeitig soll sie verhindern, dass die gewährte Unterstützung militärisch genutzt werden kann. Entsprechend dieser Zielsetzung lassen sich die Aufgabenbereiche in die Förderung der Anwendung der Kernenergie, Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit und Sicherungsmaßnahmen zur Verhinderung der Abzweigung spaltbaren Materials unterteilen. Für diese bis heute schwierige Gratwanderung und die dafür erfolgreich geleistete Arbeit wurden die IAEO und ihr Generaldirektor Dr. Mohammmed El-Baradei im Dezember 2005 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Der IAEO gehören derzeit 139 Mitgliedstaaten an. Oberste beschlussfassende Organe sind die Generalkonferenz und der Gouverneursrat mit 35 Staaten. Gemäß Artikel III des 1968 geschlossenen Vertrages über die nukleare Nichtverbreitung (NVV) ist es die Aufgabe der IAEO, durch die Vereinbarung von Sicherungsmaßnahmen (safeguards) mit allen Nichtkernwaffenstaaten sicherzustellen, dass aus deklarierten Aktivitäten auf dem Nuklearsektor kein spaltbares Material für die Produktion von Atomwaffen abgezweigt wird. Bis Ende 2005 hatte die IAEO mit 168 Staaten entsprechende umfassende Sicherungsabkommen geschlossen (weitere 17 sind gezeichnet, aber noch nicht in Kraft), für rund 20 NVV-Nichtkernwaffenstaaten steht ein entsprechendes Abkommen noch aus. Kernwaffenstaaten können ihre zivilen Anlagen freiwilligen IAEO-Kontrollen unterwerfen (voluntary offers). (www.auswaertiges-amt.de)

Bearbeitungsstand: Mai 2007

Internationaler Gerichtshof (IGH)

engl.: International Court of Justice (ICJ)

Friedenspalast, Den Haag. Foto: gemeinfrei

Der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag ist das Hauptorgan der Rechtsprechung der Vereinten Nationen (Charta der Vereinten Nationen, Art. 92 ff.). Er hat zwei Funktionen: Er entscheidet in Rechtsstreitigkeiten zwischen Staaten und fungiert als Gutachter in Rechtsfragen, die ihm von dazu autorisierten internationalen Organisationen vorgelegt werden. Die fünfzehn Richter des Internationalen Gerichtshofes werden von der Generalversammlung und vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gewählt.

Am 8. Juli 1996 hat der Gerichtshof in einem Gutachter-Verfahren nach Art. 96 der UN-Charta eine Entscheidung getroffen, die für die künftige Rolle von Atomwaffen von großer Bedeutung sein kann.Die Kernaussage des Richterspruchs lautet: Die Androhung des Einsatzes und der Einsatz von Atomwaffen verstoßen generell/Grundsätzlich („generally“) gegen das Völkerrecht und im besonderen gegen die Regeln des humanitären Kriegsvölkerrechts. (Dieter Deiseroth)

Mit sieben gegen sieben Stimmen, mit der ausschlaggebenden Stimme des Präsidenten hat der Gerichtshof festgestellt: „dass die Bedrohung durch oder die Anwendung von Atomwaffen generell im Widerspruch zu den in einem bewaffneten Konflikt verbindlichen Regeln des internationalen Rechts und insbesondere den Prinzipien und Regeln des humanitären Völkerrechts stehen würde.

Der Gerichtshof kann jedoch in Anbetracht des gegenwärtigen Völkerrechtsstatus und der ihm zur Verfügung stehenden grundlegenden Fakten nicht definitiv entscheiden, ob die Bedrohung durch oder Anwendung von Atomwaffen in einer extremen Notwehrsituation, in der das reine Überleben eines Staates auf dem Spiel stehen würde, rechtmäßig oder unrechtmäßig sein würde.“

Darüber hinaus beschloss der Gerichtshof einstimmig: "Es besteht eine völkerrechtliche Verpflichtung, in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen und zum Abschluss zu bringen, die zur nuklearer Abrüstung in allen ihren Aspekten unter strikter und wirksamer internationaler Kontrolle führen." (Quelle: IGH-Rechtsgutachten)

»Das IGH-Rechtsgutachten im Wortlaut (PDF)
»Mehr zur Völkerrecht und Atomwaffen

Bearbeitungsstand: Juni 2012

siehe auch: Projekt Weltgerichtshof
siehe auch: Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofes

Ionosphäre

engl.: ionosphere

Die Ionosphäre ist die vierte von fünf Schichten der Erdatmosphäre, zwischen 60 und 1000 km über dem Erdboden gelegen, die besonders reich an elektrisch geladenen Teilchen, so genannten Ionen, ist. Durch natürliche Strahlung von der Sonne und aus dem Kosmos werden hier immer wieder Materiepartikel aufgeladen und wieder entladen. Speziell in der Nähe von Nord- und Südpol, wo die Feldlinien des Erdmagnetfeldes besonders dicht liegen, kommt es dabei immer wieder zu großflächigen Entladungen, die auch von der Erde aus zu beobachten sind und als »Nordlichter« oder »Aurora« bezeichnet werden.

Seit langem weiß man, dass die elektrisch positiv aufgeladene Ionosphäre einen Gegenpol zur negativ geladenen Erdoberfläche bildet, und dass zwischen beiden ständig eine elektrische Spannung herrscht. Diese Spannung entlädt sich regelmäßig, indem irgendwo auf der Erde ein Gewitter stattfindet. Ein solches System aus zwei konzentrischen, entgegengesetz elektrisch geladenen Kugeln nennt man in der Physik auch einen Kugelkondensator. Diese physikalischen Eigenschaften der Ionosphäre macht man sich technisch zunutze in der drahtlosen Informationsübertragung. Für Radiowellen, die von einem Sender auf der Erde abgestrahlt werden, wirkt die Ionosphäre wie ein riesiger Hohlspiegel. Von ihm können die Radiowellen reflektiert und so über große Entfernungen übertragen werden. (Quelle: static.twoday.net)

Durch eine oder mehrere Kernwaffenexplosionen kann durch Störung der Ionosphäre die Informationsübertragung mittels Radiowellen vorübergehend beeinträchtigt oder völlig unterbunden werden. (LL)

Bearbeitungsstand: Mai 2008

IPPNW

Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges - Ärzte in sozialer Vernatwortung e.V. (engl. International Physicians for the Prevention of Nuclear War)

Ärzte gegen Atomkrieg

Die Geschichte der Ärzte gegen Atomkrieg reicht zurück bis 1961, als eine Gruppe US-amerikanischer ÄrztInnen die Folgen eines Atom-Angriffes untersuchte und daraus entsprechende Folgerungen und Forderungen ableitete.

Diese Gruppe - Physicians for Social Responsibility (PSR) - wurde 1979 Trägerin der US-amerikanischen ÄrztInneenbewegung zur Verhinderung eines Atomkriegs und gegen Atomkraftwerke unter der Leitung der aus Australien stammenden Kinderärztin Helen Caldicott. PSR wuchs innerhalb von 2 Jahren von 10 auf 11.000 Mitglieder in 85 Regionalgruppen.

Ein Jahr später gewann der Harvard-Kardiologe Prof. Bernard Lown den Direktor des Nationalen Herzforschungszentrums in Moskau, Prof. Evgenij Chazov, später Gesundheitsminister der UdSSR, für die Gründung der Bewegung "International Physicians for the Prevention of Nuclear War" (IPPNW), zusammen mit vier anderen US-amerikanischen und sowjetischen Kardiologen.
Der erste Kongress fand in Airlie, Virginia/USA im März 1981 statt, der 2. im März 1982 in Cambridge/England. Die internationale IPPNW organisierte seither jedes bzw. seit 1993 jedes zweite Jahr einen Weltkongress in einem anderen Land.

Aus den sechs Gründungsmitgliedern der IPPNW wurden nach den Auszeichnungen mit dem UNESCO Friedenspreis 1984 und dem Friedensnobelpreis 1985 zeitweise über 250.000 Mitglieder in 80 Ländern.

Im Februar 1982 hat sich unter Beteiligung verschiedener regionaler ÄrztInneninitiativen die "Sektion Bundesrepublik Deutschland der IPPNW" gegründet. 18 ErstunterzeichnerInnen setzten ihre Unterschrift unter eine Gründungsresolution. Am 8. Mai 1982 erschien die "Frankfurter Erklärung", verabschiedet von den 150 TeilnehmerInnen der 1. Vollversammlung in Frankfurt - eine persönliche Willenserklärung, kriegsmedizinische Vorbereitungsmaßnahmen abzulehnen und sich nicht daran zu beteiligen.

Kongresse wurden von der bundesdeutschen Sektion beinahe jedes Jahr veranstaltet. Ein Höhepunkt war der IPPNW-Weltkongress in Köln 1986.

Eines der Hauptziele der IPPNW-Aktivitäten international wie in Deutschland war die Durchsetzung eines Atomwaffentest-Stopp. Nach langjähriger Arbeit und Protesten wurde 1996 ein umfassender Teststopp-Vertrag abgeschlossen. Andere Erfolge über die Jahre für die IPPNW sind z.B. das Urteil des Internationalen Gerichtshofs über die Völkerrechtswidrigkeit von Atomwaffen und der "Ottawa-Vertrag" zum Verbot von Landminen, sowie der Beschluss des Vertrages über das Verbot von Atomwaffen am 7. Juli 2017. ez

Links: IPPNW Deutschland; Europäische Webseite der IPPNW

Bearbeitungsstand: Juli 2017

Irak

Das geheime Atomwaffenprogramm des Irak begann bereits in den 1970er Jahren und wurde durch einen Angriff der Israelis auf den Osiris-Reaktor 1981 jäh unterbrochen.

Schlüsselfrage in jedem Atomwaffenprogramm ist die Fähigkeit zur Produktion oder zum Erwerb von geeignetem spaltbarem Material (Uran 235 = HEU = Highly Enriched Uranium oder Plutonium 239). Der Irak bezog hiefür Ausrüstung aus dem Westen (vor allem aus Deutschland und Frankreich) und bediente sich in erster Linie der Elektromagnetischen Isotopenseparation (EMIS), einer zu dieser Zeit vom Westen bereits deklassifizierten Technik. Später bediente man sich der Gaszentrifugentechnik. Die Inspektoren der IAEA konnten bei Beginn der Inspektionen 1991 auf erhebliches Vorwissen zurückgreifen, da der Irak seit 1968 Mitglied des Nuklearen Nichtweiterverbreitungsvertrages war und an den Nuclear Safeguards (Sicherungsmaßnahmen der IAEA) teilgenommen hatte. Auch der Zeitraum der Untersuchungen ist ein wesentlicher Faktor: Vergleichsweise benötigte die IAEA volle zwei Jahre für Inspektionen zur Verifizierung, nachdem Südafrika sein Atomwaffenprogramm zugegeben hatte und die IAEA über die Einstellung desselben informierte. Südafrika kooperierte dabei uneingeschränkt mit den IAEA-Kontrollören.

Das Regime Saddam Husseins umging diese Sicherheitsvorkehrungen, indem es ein paralleles Atomwaffenprogramm in die Wege leitete. Demzufolge gab der Irak in seinen ersten Erklärungen nicht zu, ein Atomwaffenprogramm zu unterhalten. Die IAEA hatte das Mandat, deklariertes Nuklearmaterial zu sichern, war aber nicht autorisiert, nach geheimen Anlagen zu suchen. Auf Basis der UNSCR 687 (UN-Security Council Resolution) wurde seitens der IAEA ein Action Team geschaffen, welches die irakischen Angaben überprüfen und relevante Anlagen zerstören oder konvertieren sollte, um dann ein System zur dauerhaften Überwachung (Monitoring) zu unterhalten.

Gegen Ende 1990 hatte der Irak Kapazitäten zur Produktion von genügend HEU zum Bau einer Atombombe (etwa 10 bis 15 kg/Jahr) - Ziel war der Bau einer Implosionsbombe pro Jahr. Für eine Bombe dieser Bauart wird weniger spaltbares Material benötigt. Die Waffeninspektionen 1991 bis 1998, die durch die Internationale Atomenergiebehörde durchgeführt wurden, deckten alle relevanten Bemühungen des Irak auf. Die IAEA kam zum Schluss, dass der Irak am Ende des Golf-Krieges II nicht über Atomwaffen verfügte. Es wurde auch kein Hinweis auf Import von spaltbarem Material gefunden. Das gefundene angereicherte, aber nicht waffenfähige HEU (etwa 50 kg) wurde außer Landes gebracht, alle relevanten Einrichtungen des Atomwaffenprogramms identifiziert, inspiziert und zerstört.

Der Irak unternahm ab 1998 weitere Anstrengungen, Atombomben zu entwickeln und zu bauen, erzielte Fortschritte bei der (theoretischen) Konstruktion von Atomwaffen und beschaffte weiter Dual-Use-Ausrüstungen (hier: Einrichtungen, die eine vordergründig zivile, harmlose Funktion haben, jedoch zu militärischen Zwecken genutzt werden), die für den Bau einer Atombombe wichtig sind.

Im Rahmen der UNMOVIC (United Nations Monitoring, Verification and Inspection Commission)- Untersuchungen 2002/03 waren dann die CIA (Central Intelligence Agency) und der britische Geheimdienst der Ansicht, dass abgefangene Importe spezieller Aluminiumröhren ein eindeutiges Indiz für das irakische Atomwaffenprogramm seien. Führende Nuklearexperten hielten dies jedoch nicht für einen Beleg dieser Behauptung. Später stellte sich heraus, dass diese Aluminiumröhren für die Verwendung in einem Atomprogramm gänzlich unbrauchbar waren. Ebenso als Fälschung entpuppte sich ein Papier, mit welchem die US-Administration und Großbritannien dem Irak einen versuchten Ankauf von Uran aus Afrika beweisen wollten. Der Vorsitzende der IAEA, Mohammed El-Baradei, berichtete dem UN-Sicherheitsrat zu Beginn des Jahres 2003 und wiederholte die Feststellung, dass es keinen Beweis für den Besitz einer Atombombe im Irak gebe. Diesen Beweis sind die US-Amerikaner und Briten bis heute schuldig geblieben. (Quelle: www.bmlv.gv.at)

Bearbeitungsstand: November 2008

siehe auch: Atombombe
siehe auch: IAEO
siehe auch: Plutonium 239

Iran

Seit 2003 wehrt sich der Iran gegen den Vorwurf, ein Atomwaffenprogramm hinter seinem Urananreicherungsprogramm zu verstecken. Vor allem die israelische Regierung – selbst heimlicher Besitzer von Atomwaffen – behauptet, der Iran baue Atomwaffen und droht daher in regelmäßigen Abständen, Irans Atomanlagen zerstören zu wollen. Obwohl die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) bislang weder die Existenz eines Atomwaffenprogramms, noch das Gegenteil beweisen konnte, verwies sie den Fall an den Sicherheitsrat. Dieser verlangte vom Iran das Aussetzen der Urananreicherung. Der Iran bezeichnet diese Forderung als unrechtmäßig und baut sogar weitere Anlagen zur Urananreicherung.

Der Iran strebt für sein ziviles Atomprogramm nach einem vom Ausland unabhängigen geschlossenen Brennstoffzyklus. Dafür baut er eigenes Uran ab und konvertiert es zu Uranhexafluorid (UF6). Dieses niedrig angereicherte Uran soll später in den Brennstäben der noch im Bau befindlichen iranischen Atomkraftwerke verwendet werden. Das erste AKW in Bushehr wurde 2010 hochgefahren.  

Der Iran darf Atomenergie nutzen, solange das Programm allein "friedlichen" Zwecken dient. So garantiert es der Atomwaffensperrvertrag (Non-Proliferation Treaty, NPT), den der Iran unterzeichnet hat. Er darf auch Uran anreichern, aber nur bei Duldung von Kontrollmaßnahmen durch die IAEO (so genannte Safeguards). Weil die Anreicherung von Uran zugleich der Entwicklung von Atomwaffen dienen kann, sollen diese Kontrollen garantieren, dass das Uran nur für die Reaktornutzung angereichert wird und nicht für den Einsatz in Atomwaffen.

Nach einem Bericht aller US-Geheimdienste, veröffentlicht am 3. Dezember 2007, hat der Iran jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach bereits im Herbst 2003 sein Atomwaffenprogramm eingestellt. Diese Einschätzung wiederholten sie im September 2009. Allerdings vermuteten die Geheimdienste zugleich, dass sich der Iran die Option zur militärischen Nutzung der Atomenergie "offen halte".
Nicht desto trotz kam der Leiter der IAEO Amano in seinem Bericht vom 8. November 2011 zu der Einschätzung, es würden "glaubwürdige" Hinweise bestehen, dass der Iran am Aufbau einer Atombombe gearbeitet und dazu bereits Tests einzelner Komponenten vorgenommen hat. Allerdings konnten bisher keine Abzweigungen nuklearen Materials aus den kontrollierten Anlagen festgestellt werden.

Der Iran bestreitet weiterhin, an Atomwaffen zu arbeiten. Am 24. November 2013 haben die so genannte P5 (die fünf UN-Vetomächte) und Deutschland im jahrelangen Streit über das Atomprogramm eine Einigung mit dem Iran erreicht. Die Einigung gilt für die folgenden sechs Monaten und in der Zeit soll eine Dauerlösung ausgehandelt werden. Kernpunkte des Abkommens: Der Iran darf weiterhin Uran anreichern aber nur bis zu fünf Prozent; es werden verschärfte Kontrollen geben und der Schwerwasserreaktor in Arak wird stillgelegt. Im Gegenzug werden einige Sanktionen aufgehoben und keine neue in den nächsten sechs Monaten verhängt. (xh)

Bearbeitungsstand: Mai 2014

» Weitere Informationen zum Atomprogramm Irans

IRBM

engl.: Intermediate Range Ballistic Missile

Mittelstreckenrakete

Hierbei handelt es sich um eine ballistische Mittelstreckenrakete von großer Reichweite, die in der Lage ist, ABC-Gefechtsköpfe auf eine Entfernung zwischen 2700 und 5500 km ins Ziel zu tragen. Ihre Startvorrichtungen können stationär (Silo) oder beweglich (Fahrzeug, Schiff, Flugzeug) sein. Sowjetische Systeme dieser Bauart waren die SS-5 und die SS-20. (LL)

Bearbeitungsstand: Februar 2005

Isfahan

Die Atomanlage im Zentrum Irans erstreckt sich über ein Areal von ca. 1000 Quadratkilometern. Die Anlage sollte in den 1990er Jahren zunächst in Zusammenarbeit mit China gebaut werden. Auf Druck der USA kündigten die Chinesen einen entsprechenden Vertrag mit Iran im Jahr 1997 wieder. Teheran beendete den Bau schließlich nach eigenen Angaben mit einheimischen Ingenieuren.

In der Anlage wird das aus Wüstenminen gewonnene gelbe Uranoxid – auch »Yellowcake« genannt – in Urantetrafluorid (UF4) und das gasförmige Uranhexafluorid umgewandelt. Diese Urankonversion ist eine Vorstufe der Urananreicherung, bei der das Element so veredelt wird, dass es als Brennstoff für Kraftwerke oder aber für Atomwaffen nutzbar ist.

Im Jahr 2003 stimmte Iran unter internationalem Druck der Aussetzung der Urananreicherung zu. Isfahan wurde von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) versiegelt. 2004 gab die IAEA die Erlaubnis, in Isfahan unter ihrer Aufsicht 37 Tonen »Yellowcake« zu Testzwecken umzuwandeln. Die Entdeckung eines Tunnelsystems unter der Anlage nährte jedoch Bedenken, der Iran arbeite unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung insgeheim am Bau von Atomwaffen. Die Anlage wurde daraufhin erneut von der IAEA versiegelt. Gegen den ausdrücklichen Protest der IAEA hat Iran die Anlage am 11. August 2005 wieder in Betrieb genommen.

Bearbeitungsstand: Januar 2006

Weitere Informationen zum iranischen Atomprogramm

siehe auch: IAEO
siehe auch: Urananreicherung
siehe auch: Uranhexafluorid

Iskander-Rakete

engl. Iskander missile system

Russische Kurzstreckenraketen verschiedener Typen, Bild: United States Missile Defense Agency, public domain via Wikimedia Commons

Bei der SS-26 Stone handelt es sich um eine russische ballistische Boden-Boden-Rakete. Sie gehört zur Klasse der Kurzstreckenraketen (SRBM) mit einer Flugweite von 70 bis 280 km. Mitte der 1980er Jahre begann die Planung für ein Nachfolgesystem der SS-1B/C Scud und SS-23 Spider. 1996 wurden die ersten Teststarts durchgeführt. Ab 2005 begann die Auslieferung an die russischen Raketeneinheiten.

Bis heute stellt die SS-26 den aktuellen Stand der russischen Kurzstreckenraketen dar. Sie ist 7,28 m lang, wiegt ca. 4,6 Tonnen und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 6,3 bis 7,8 Mach. Das System ist auf einem geländegängigen Startfahrzeug vom Typ 9P71 montiert. Jedes Fahrzeug ist mit zwei Raketen beladen, die beide innerhalb von 40 Sekunden abgefeuert werden können. Ein Trägheitsnavigationssystem und ein Satellitennavigationssystem stellen sicher, dass eine extrem geringe Zielabweichung (CEP) von nur 30 bis 70 m auftritt.

Für den Einsatz stehen sowohl konventionelle als auch nukleare Sprengköpfe zur Verfügung:

  • Splittergefechtskopf 
  • Penetrations-Gefechtskopf gegen verbunkerte Anlagen 
  • Bomblets mit Splitterwirkung 
  • Bomblets mit Brandwirkung 
  • Panzerminen zur Fernverminung 
  • Fuel-Air-Explosive (FAE) 
  • Selbstzielsuchende (intelligente) SPBE-D-Submunition zur Panzerbekämpfung 
  • AA-86 Nuklearsprengkopf mit einer variablen Sprengleistung von 5 bis 50 KT. 
  • AA-92 Nuklearsprengkopf mit einer variablen Sprengleistung von 100 bis 200 KT. 
  • Nicht-nuklearer EMP-Sprengkopf (electromagnetic pulse)

Ende 2013 standen den russischen Raketentruppen insgesamt vier SS-26-Brigaden mit je 12 Startfahrzeugen zur Verfügung. Damit können maximal 96 Flugkörper für den unmittelbaren Einsatz bereitgehalten werden. Bis Ende 2015 sollen weitere 12 Systeme an die Truppe übergeben werden. (LL) 

siehe auch: SS-4 bis SS-27

Isotope

Atome desselben Elements können verschiedene Anzahlen von Neutronen besitzen. Die verschiedenen möglichen Varianten eines Elements heißen Isotope. Zum Beispiel enthält das häufigste Isotop von Wasserstoff (H) überhaupt keine Neutronen; es gibt aber auch ein Wasserstoff-Isotop namens Deuterium (DT) mit einem Neutron, und noch ein anderes, Tritium (T), mit zwei Neutronen.

Um ein bestimmtes Isotop zu kennzeichnen, schreibt man: AZX. Hier ist X das chemische Zeichen für das Element, Z ist die Ordnungszahl und A ist die Gesamtzahl von Protonen und Neutronen, Massezahl genannt. So ist zum Beispiel gewöhnlicher Wasserstoff 11H, Deuterium ist 21H und Tritium ist 31H.

Isotope haben nahezu identische chemische Eigenschaften, können aber sehr unterschiedliche kernphysikalische Eigenschaften (kritische Masse, Halbwertszeit, usw.) haben. (Quelle: www.iap.uni-bonn.de)

Bearbeitungsstand: Oktober 2004

siehe auch: Halbwertszeit
siehe auch: Kritische Masse

Israel

„De-Facto“-Atomwaffenstaat | "de facto" Nuclear Weapon State

Dolphin U-Boot in Deutschland vor der Auslieferung nach Israel, Foto: IDF

Israel ist kein offizieller „Atomwaffenstaat“. Dennoch verfügt das Land Schätzungen zufolge über ca. 80 Nuklearwaffen und ein hoch entwickeltes Trägersystem. Obwohl die westliche Welt den Erwerb von Kernwaffen durch andere Staaten streng verurteilt, duldet sie den israelischen Besitz von Nuklearwaffen. Das Land hält jegliche Informationen über sein Atomwaffenprogramm streng geheim.

Im Jahr 1986 gab der israelische Atomtechniker Mordechai Vanunu Details über Israels Atomwaffenprogramm an die britische Presse weiter. Im November 1999 veröffentlichte die populäre Tageszeitung "Yediot Ahronot" Auszüge aus mehr als 1.200 Seiten von Vanunus Abschriften. Informationen zur israelischen Atomwaffenentwicklung basieren vor allem auf diesen Dokumenten. Sie belegen, dass Israel mit Hilfe von Frankreich in Dimona einen Atomreaktor und eine Plutoniumherstellungsanlage baute.

Seit den 1980er Jahren ist das F-16-Flugzeug das wichtigste in der israelischen Luftwaffe. Israel hat über 200 davon  in allen verschiedenen Typen von den USA gekauft, die das Flugzeug als Atomwaffenträger verwenden. Deshalb wird vermutet, dass ein Atomwaffeneinsatz aus der Luft wahrscheinlich mit F-16-Bombern erfolgen würde. Seit 1998 steht dem Land hierfür noch zusätzlich der Langstreckenbomber Boeing F-15E Strike Eagle mit einer Reichweite von 4 450 Kilometern zur Verfügung. Die Flugzeugflotte wird seit 2016 mit der Lieferung US-amerikanischer F-35A-Flugzeuge erweitert.

Sein einigen Jahren modernisiert das israelische Militär aktiv seine Trägersysteme. Hierzu erhält es von den USA F35-Flugzeuge und bestellte bei der deutschen Firma ThyssenKrupp mehrere U-Boote der Dolphin-Klasse, die ebenfalls mit Atomwaffen ausgerüstet werden könnten. Außerdem soll Israel auch seine Waffensysteme weiterentwickeln: so wird von der Arbeit an einem nuklearen Sprengkopf für seegestützte Marschflugkörper und an Langstreckenraketen mit einer Reichweite von 4.000 Kilometern berichtet.

Israel hat kein ziviles Atomenergieprogramm. Im Januar 2007 wurde ein solches zwar diskutiert, nach dem Reaktorunglück in Fukushima sagte Premierminister Benjamin Netanjahu 2011 allerdings, dass sein Land in den kommenden Jahren keine Energie durch Kernkraftwerke gewinnen werde. Seit 2015 überdenkt das Ministerium für Infrastruktur, Energie und Wasserressourcen die Gewinnung von Nuklearenergie zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 25%.

Israel verfolgt seit der Veröffentlichung von Informationen zu seinem Atomprogramm eine Strategie, die als ‚nukleare Zweideutigkeit‘ (engl. nuclear ambiguity) beschrieben wird: die Regierung gibt den Besitz von Kernwaffen nicht zu, streitet diesen gleichzeitig aber auch nicht ab. Hierzu bedient sich die Staatsführung zusätzlich einer Phrase, die zeigt, wie komplex die Nuklearsituation im Nahen und Mittleren Osten ist: "Israel wird nicht der erste Staat im Nahen Osten sein, der Atomwaffen einführt".

Im März 2008 drohte die Arabische Liga den Atomwaffensperrvertrag zu kündigen, falls Israel den Besitz von Atomwaffen offiziell zugeben werde. Wenn der UN-Sicherheitsrat nicht eingeschaltet werde, um Israel zur Aufgabe seiner Atomwaffen zu bewegen, würden alle Mitglieder den Vertrag verlassen.

Es wird allgemein angenommen, dass Israel seine Atomwaffen nur in einer extremen Situation der Selbstverteidigung einsetzen würde, bei der die Existenz des Staates auf dem Spiel stünde. Das nennt man “die Samson-Option” nach der biblischen Geschichte von Samson, der die Säulen des Königspalastes einriss, um die Philister zu vernichten. Dabei wurde auch er selbst unter den Trümmern begraben.

Das 2010 angenommene Abschlussdokument der Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag sah vor, bis spätestens 2012 eine Konferenz über die Einrichtung einer Zone frei von Massenvernichtungswaffen im Mittleren Osten abzuhalten. Finnland erklärte sich dazu bereit, das Treffen zu organisieren und in Helsinki auszurichten. Trotz intensiver Bemühungen konnte Finnlands Außenstaatssekretär Jaakko Laajava aber nicht erreichen, dass sich alle Staaten der Region zu einer Teilnahme bereit erklärten. Bei der Überprüfungskonferenz 2015 versuchten die arabischen Staaten erneut vergeblich, einen Termin herbeizuführen. Der Versuch brachte schließlich sogar die gesamte Konferenz zum Scheitern, da Israel seine Zustimmung verweigerte. xh

Bearbeitungsstand: Februar 2018

Weitere Informationen über Israels Atomwaffen

Ivy Mike

US-Atomtest

Atomtest Ivy Mike 1952, Foto: US Govt

Um 7.15 Ortszeit am 1. November 1952 wurde die erste Wasserstoffbombe der USA erfolgreich gezündet. Der oberirdische Atomtest wurde auf Elugelab, einer  Insel des Eniwetok-Atolls, das zu den Marshall-Inseln im Pazifischen Ozean gehört, durchgeführt. Die Explosion hatte eine Sprengkraft von 10,4 Megatonnen, wesentlich stärker als erwartet. Damit war sie zum damaligen Zeitpunkt die größte, gegenwärtig ist sie die viertgrößte Atombombe, die jemals von den USA getestet wurde.

Der Test wurde „Mike“ oder „Ivy Mike“ genannt. Der Sprengkopf selbst hatte aufgrund seiner Form den Codenamen „Sausage“ (Wurst), war 6,19 Meter hoch und maß 2,03 Meter im Durchmesser. Es war die erste „echte“ H-Bombe, in der, nach dem Teller-Ulam-Prinzip, der Sprengsatz stufenweise implodierte. Der Primärzünder war eine herkömmliche Atombombe mit 50 Kilotonnen Sprengkraft, die unter Kernfission explodierte und dadurch als Zünder für die zweite Stufe diente: einer Kernfusion. Das Fusionsmaterial (flüssiges Deuterium) selbst war in einem doppelt isolierten Gefäß untergebracht, in dessen Zentrum sich eine „Zündkerze“ aus Plutonium, gefüllt mit Tritium, befand. Umhüllt war das Fusionsmaterial mit einem fünf Tonnen schweren Mantel aus Natururan. Der Sprengkopf wog insgesamt 82 Tonnen. Auf Elugelab war eine sechs Stockwerke hohe Halle errichtet worden, in der die Bombe untergebracht wurde.

Die Pilzwolke erreichte eine Höhe von 40 km und eine Breite von rund 100 km. Der Stamm war 15 km hoch.

Die Insel Elugelab, eine kleine, weniger als einen Quadratkilometer große Insel im Norden des Atolls, wurde von der Explosion komplett zerstört. Das Eniwetok-Atoll wurde durch den starken Fallout für lange Zeit radioaktiv verseucht. Die Seevögel litten an Strahlenkrankheit. Weitere 43 Kernwaffenexplosionen folgten auf dem Eniwetok-Atoll, so dass die Inseln mehrmals stark radioaktiv verstrahlt wurden.

Nach dem erfolgreichen Test soll Edward Teller ein Telegramm mit der Nachricht „Es ist ein Junge“ an seine Kollegen in Los Alamos geschickt haben. Teller galt als „Vater der Wasserstoffbombe“ und besichtigte den Test auf einem Seismograph in Livermore Labor in den USA. xh (Quellen: Nuclear Weapon Archive; Interview mit Edward Teller)

Bearbeitungsstand: Oktober 2012

siehe auch: Eniwetok-Atoll
siehe auch: MT (Megatonne)
siehe auch: TELLER Edward
siehe auch: Teller-Ulam-Prinzip
siehe auch: TNT (Trinitrotoluol)
siehe auch: Wasserstoffbombe