The Gadget

Dt.: Das Gerät

Im Jahre 1945 erfolgte in der Wüste des US-Bundesstaates Neumexiko, in der Nähe der Kleinstadt Alamogordo, zum ersten Mal eine Kernwaffenexplosion als Teil eines Atomtests, welcher den Code-namen „Trinity“ (Englisch für Dreifaltigkeit) trug. Der Test wurde am 16. Juli 1945 als Bestandteil des in 1939 gestarteten Manhattan-Projekts (Projekt der USA zur Kernwaffenentwicklung) durchgeführt. J. Robert Oppenheimer war als Leiter der Operation und auch des Manhattan-Projekts bekannt. Die Atombombe wurde vom US-Militär „The Gadget“ (deutsch: das Gerät) genannt. Der „Trinity“-Atomtest gilt als Wendepunkt in der Weltgeschichte, als Startpunkt des Atomzeitalters sowie als der Beginn großflächiger radioaktiver Kontamination der Erde. 

„The Gadget“, eine Plutonium-Implosionsbombe, wurde nach jahrelanger Vorbereitung am 14. Juli 1945 auf einen 30 Meter hohen Turm in den White Sands Proving Grounds  gehievt und dort zwei Tage später gezündet. Obschon 04:00 am als Zeitpunkt für die Zündung der Bombe geplant war, fand die Explosion, bedingt durch schlechtes Wetter, doch erst um 05:29 am Ortszeit statt. Die Explosionsleistung dieser Stahlkugel setzte ungefähr 88 Terajoule (TJ) explosive Energie frei, was einer Sprengkraft von ungefähr 21 Kilotonnen TNT entspricht. Es blieb ein Krater von drei Meter Tiefe und 330 Meter Breite in mitten der Wüste zurück. Die Druckwelle, welche durch die Explosion ausgelöst wurde, war bis zu 260 Kilometer weit zu spüren. Die Pilzwolke, typisch für Atombomben, wurde bis zu 12 Kilometern hoch. Die Bombe war der gleichen Bauart wie die „Fat-Man“ Bombe, die nur wenige Wochen später am 9. August 1945 über Nagasaki, Japan, detonierte. Die Explosion ließ den Sand durch die enorme Hitze schmelzen und verdampfen. Infolgedessen bildete sich ein grünliches Glas, auch „Trinitit“ genannt. Oppenheimer´s bekannte Worte: „Nun bin ich zum Tod geworden, zum Zerstörer von Welten“ stammen vom 16. Juli 1945. Seither haben mehr als 2.000 weitere Nukleartests stattgefunden und die Umwelt mit radioaktivem Niederschlag lang anhaltend verseucht.

Die Bevölkerung vor Ort wurde weder vorgewarnt, noch wurde Ihnen die Möglichkeit gegeben, sich in Sicherheit zu bringen. Das US-Militär behauptete zunächst, dass es sich um die Explosion eines Munitionslagers gehandelt hätte. Die Wahrheit über die Atombombe wurde erst am 6. August bekannt, der Tag an dem der Bombenabwurf auf Hiroshima stattfand. Das „Los Alamos Historical Document Retrieval and Assessment Project“ gab in ihrem Bericht von 2010 an, dass die unwissenden Zivilisten in der Umgebung von Alamogordo in den ersten Wochen nach der Explosion einer externen Strahlendosis von bis zu 1.000 mSv ausgesetzt waren, was dem 10.000-fachen der üblichen Hintergrundstrahlung entspricht. Die Studie ergab ferner, dass die Aufnahme von radioaktivem Material - hauptsächlich durch bestrahltes Regenwasser und Ziegenmilch - einen wesentlichen Beitrag zur internen Strahlenbelastung der Bevölkerung geleistet haben könnte, welcher aber weitgehend nicht berücksichtigt wurde. Des Weiteren, wurde der Zusammenhang zwischen radioaktiver Kontamination und der erhöhten Inzidenz von Krebs- und Autoimmunkrankheiten nicht weiter von der US-Regierung verfolgt.

Die „Trinity Site“ (der Testort) wurde 20 Jahre später in 1965 zum „National Historic Landmark“ (Deutsch: offizieller historischer Ort nationaler Bedeutung) erklärt. Ein Obelisk zeigt den genauen Ort der Zündung der Kernwaffe, wo noch eine geringe Reststrahlung vorhanden ist. Da sich die „Trinity site“ mitten innerhalb des White-Sands-Militärgeländes befindet, ist sie meist abgesperrt, jedoch ist sie am jeweils ersten Samstag im April und Oktober auch öffentlich zugänglich. (mm)

(Quellen: Livescience, Atomicheritage, Deutsche Welle, Die Welt)

Bearbeitungsstand: Juli 2020

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