FUCHS Klaus

1911 - 1988

Der deutsch-britische Atomphysiker Klaus Fuchs wurde 1950 wegen Spionage für die Sowjetunion angeklagt und zu 14 Jahren verurteilt. Er arbeitet an der Entwicklung von Atomwaffen im Manhattan Projekt der USA.

Fuchs wurde am 29. Dezember 1911 als Sohn des evangelischen Theologen Emil Fuchs geboren. Er machte sein Abitur 1928 im humanistischen Gymnasium in Eisenach und trat der Sozialistischen Arbeiterjugend bei. Er studierte 1930-1933 Mathematik in Leipzig, Kiel und Berlin. 1933 wurde er Mitglied der KPD und war der politischen Verfolgung ausgesetzt. Er floh daher im Juni 1933 über Paris nach Großbritannien, setzte in Edinburgh und Bristol sein Studium der Physik fort und machte seine Diplomarbeit 1936 bei Nevill F. Mott in Bristol zur Kohäsionskräfte in metallischem Kupfer.

Zunächst machte Fuchs sein Stipendiat beim Physiker und Nobelpreisträger Max Born in Edinburgh und promovierte 1938. 1940/1941 wurde er von den Briten als „feindlicher Ausländer“ interniert. Ab Mai 1941 setzte er seine Arbeit im Kernphysik fort im Rahmen des militärischen britischen Atomprogramms an der Universität Birmingham bei Rudolph Peierls. Er nahm 1942 zum ersten Mal Kontakt zum sowjetischen Geheimdienst auf und lieferte sie Informationen als Atomspion.

Fuchs wurde im August 1942 britischer Staatsbürger. 1943 zog er in den USA, um zur Uran-Isotopentrennung und Fragen der Implosionstechnik zu arbeiten, erst nach New York und danach als Teil des Manhattan Projekts in Los Alamos. Nach Abschluss des Projekts kehrte er 1946 nach Großbritannien zurück und wurde Leiter des Theoriebereichs im Kernforschungszentrum Harwell. Dort befasste er sich mit der Entwicklung von Leistungsreaktoren, u.a. Schnellen Brütern.

1950 wurde Fuchs als Spion enttarnt und verhaftet. Er wurde wegen Spionage für die Sowjetunion zu 14 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und seine britische Staatsbürgerschaft enthoben. Er blieb neun Jahre im Gefängnis und wurde am 23. Juni 1959 durch eine Begnadigung freigelassen. Die Spionagetätigkeit für die Sowjetunion stellte er bis zuletzt als ein Handeln aus Gewissensgründen dar, da er es für gefährlich hielt, wenn nur eine Seite im Kalten Krieg im Besitz dieser Waffen sei. Durch sein Geständnis konnte die FBI seinen Kontaktmann Harry Gold aufspüren und schließlich führte diese Spur zu dem Ehepaar Julius und Ethel Rosenberg.

1959 reiste er in die DDR, wo seinen Vater noch lebte, wo er bis 1974 als stellvertretender Direktor des nationalen Forschungszentrums Zentralinstitut für Kernforschung in Rossendorf den Bereich Theoretische Physik leitete. 1963 wurde er auch an die TU Dresden berufen.

Klaus Fuchs wurde schon 1967 Mitglied der SED und beeinflusste die Forschungspolitik der DDR maßgeblich. Er wurde 1972 Mitglied des Präsidiums der Akademie der Wissenschaften der DDR und übernahm dort 1974-1978 die Leitung des Forschungsbereiches Physik, Kern- und Werkstoffwissenschaften. Ab 1984 war er Leiter der Wissenschaftlichen Räte für energetische Grundlagenforschung und für Grundlagen der Mikroelektronik. Mit über 100 Publikationen gehörte er zu den angesehensten Wissenschaftlern der DDR. Er starb 1988 in Ostberlin. (Quellen: US DoE, National Archives, FBI)

Bearbeitungsstand: Juni 2019

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Bild oben: Klaus Fuchs 1940. Foto: National Archives UK, gemeinfrei

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