Damascus, USA, 1980

Atomwaffenunfallort

Am 19. September 1980 explodierte ein Teil einer Titan II Rakete im Missile Complex 374-7 bei Damascus, Arkansas in den USA.

Die Titan II Rakete ist eine Langstreckenrakete mit einem Durchmesser von 3m und einer Höhe von 31m. Der Flugkörper besteht aus mehreren Stufen: die erste und unterste Stufe beinhaltet den Treibstofftank gefüllt mit Aerozine 50 und einen Oxidationsmitteltank mit Stickstofftetroxid. Die beiden Stoffe sind hypergolisch und entzünden sich spontan bei Kontakt. In der zweiten Stufe befindet sich der thermonukleare Sprengkopf (W-53)mit einer Sprengkraft von neun MT (Megatonnen).

Am Abend des 18. September 1980 gegen 18:30 Uhr (CDT) führten zwei Mitarbeiter (David Powell und Jeffrey Plumb) des PTS-Teams (Propellant Transfer System) eine Überprüfung des Drucks auf dem Oxidationsmitteltanks einer USAF Titan-II Rakete im Missile Complex 374-7 durch. Im Rahmen dieser Wartungsarbeiten passierte ein Unfall: Ein 3,6kg schweres Werkzeugteil fiel 24m tief bevor es ein Loch in die Wand des Treibstofftanks schlug, sodass es zu Austritt von hochentzündlichem Aerozine 50 kam. Das Silo und das Startkontrollzentrum wurden aufgrund der hohen Explosionsgefahr evakuiert. Nach Einschalten eines Abluftventilators explodierte das Silo am 19. September gegen 3:00 Uhr (CDT) morgens. Der Sprengkopf wurde nach draußen geschleudert und landete etwa 30m von dem Silo entfernt. Dank der Sicherheitsmerkmale konnte eine Detonation und der Austritt von radioaktivem Material verhindert werden. Der restliche Raketenstartkomplex wurde bei der Explosion komplett zerstört, ein Mensch verstarb an den Folgen seiner Verletzungen und weitere 21 Menschen wurden verletzt.

Die Geschehnisse dieser Nacht wurden in dem Dokumentarfilm „Damascus, USA. Der GAU“  (OT: Command and Control) von Robert Kenner aufgearbeitet und dargestellt. bs (Quellen: Stuttgarter Zeitung, Deutschlandfunk kultur, Schlosser E, Encyclopedia of Arkansas)

Bearbeitungsstand: September 2020

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