Airbus Group (ehemals EADS)

Rüstungskonzerne, Niederlande

Die Airbus Group (ehemals EADS) ist ein europäischer Konzern, der aus der Fusion der deutschen DaimlerChrysler Aerospace AG, der französischen Aerospatiale Matra und der spanischen CASA entstanden ist. Die Airbus Group gilt als Europas größtes Luft- und Raumfahrtunternehmen sowie als einer der größten Rüstungskonzerne weltweit. Das Unternehmen ist in der zivilen Luftfahrt, im Bereich der Verteidigungstechnologie, beim Bau von Hubschraubern, in der Raumfahrt, bei der Konstruktion und Fertigung von Transport- und Kampfflugzeugen sowie den dazugehörigen Dienstleistungen tätig. Zur Airbus Group gehören unter anderem der zivile Flugzeugbauer Airbus, der Hubschrauber-Hersteller Airbus Helicopters (ehemals Eurocopter) und das Rüstungs- und Raumfahrtunternehmen Airbus Defence and Space (ehemals Astrium, Airbus Military und Cassidian). Ende 2018 konnte die Airbus Group 64 Milliarden Euro Umsatz und 3,05 Milliarden Euro Nettoeinkommen verbuchen.

Das in Deutschland ansässige Tochterunternehmen Airbus Defence and Space ist in der Entwicklung und Wartung von nuklearen Raketen des französischen Atomwaffenprogramms involviert. Dabei ist Airbus Defence and Space Teil des Programms ArianeGroup, gemeinsam mit dem französischen Unternehmen Safran.

EADS Space Transportation (ehemals Teil von Astrium jetzt Teil von Airbus Defence and Space) entwickelte und produzierte die M4-Generation ballistischer Raketen, welche mehrere Gefechtsköpfe und eine Reichweite von mehr als 4000 Kilometern besitzen. EADS Space Transportation entwickelte auch eine verbesserte Version, die M45, die nukleare TN75-Gefechtsköpfe mit einer höheren Leistung trägt. Die M45 wurde 1997 an Bord des Triomphant-U-Bootes in Dienst gestellt. Die Firma ist auch für die Instandhaltung dieser Raketen verantwortlich.

Im Dezember 2004 schloss EADS Space Transportation einen Vertrag über die Herstellung der neuen M51-Atomrakete für die neuen französischen U-Boote. Dieser Auftrag hat ein geschätztes Volumen von mehr als drei Milliarden Euro. Die M51 besitzt mehrere Gefechtsköpfe mit wesentlich größerer Nutzlast und größerem Nutzvolumen als die M4. Sie bietet auch eine höhere Reichweite, wodurch U-Boote in der Lage sind, ihre Patrouillengebiete auszudehnen. Die Atom-U-Boote „Le Terrible“, „Le Vigilant“ und „Triomphant“ wurden bereits zwischen 2010 und 2013 mit der M51 ausgerüstet. 2015 wurden U-Boote der nächsten Generation - „Téméraire“ – mit der M51 ausgestattet.

Die darauffolgenden Versionen, die M 51.2, wurde im Juli 2010 in Auftrag gegeben und 2016 in Betrieb genommen. Airbus hat 2014 außerdem den Auftrag zur Entwicklung der dritten Version M51.3 erhalten, welcher voraussichtlich 2025 abgeschlossen wird. Das französische Verteidigungsministerium hat 2019 das Budget zur Produktion der M 51.3 beschlossen. Dieses Budget für den Zeitraum 2019-2025 umfasst 25 Milliarden Euro. Die Inbetriebnahme einer vierten Version der M51 ist 2035 zu erwarten.

Airbus hält auch einen Anteil von 37,5 Prozent an MBDA, einem Joint Venture mit BAE Systems (37,5%) und Leonardo (25%). Es baute für die französische Luftwaffe die ASMPA-Atomraketen, welche vom Mirage-2000-N-Kampfflugzeug und den neuen Rafale-Kampfflugzeugen abgefeuert werden können. Die Rakete ist seit 2009 betriebsbereit. MBDA startete im Jahr 2016 die Planung und Entwicklung eines Upgrades der ASMPA, um die Betriebsdauer bis 2035 zu verlängern. Das französische Verteidiungsministerium stellte für dieses Upgrade 2019 weitere Gelder zur Verfügung. Außerdem wurde MBDA von der französischen Regierung für die Entwicklung der ASN4G Nachfolgerakete beauftragt, welche ab 2035 in Betrieb genommen wird.

ah (Quellen: Airbus Group, Don't Bank on the Bomb)

Bearbeitungsstand: November 2020

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