Chronik der START-I-Verhandlungen

DatumStand der Verhandlungen
29.06.1982Die erste Runde von START-Gesprächen in Genf beginnt. Die USA schlagen einen Reduzierungsprozess in zwei Phasen vor. 
08.12.1983Moskau zeigt sich verärgert über die Stationierung von Mittelstrecken-Raketen in Westeuropa und lehnt es ab, ein Datum für START Gespräche zu nennen.
12.03.1985Die USA und die SU beginnen mit den NST-Verhandlungen. Die START-Initiative der USA bleibt auf dem Tisch. Die SU besteht allerdings auf Begrenzungen bei SDI als Vorbedingungen für Verhandlungen.
27.09.1985Während eines Treffens mit U.S.-Präsident Reagan und Außenminister Schultz, schlägt der sowjetische Außenminister Schewardnadse vor, die strategischen Raketen um 50% zu reduzieren und gleichzeitig die atomaren Sprengköpfe bei 6000 zu begrenzen.
01.11.1985Die USA präsentieren einen neuen START-Entwurf in den Atomwaffen- und Weltraum Gesprächen (NST) Verhandlungen.
21.11.1985Auf dem „Gipfel von Genf“ einigen sich beide Seiten auf eine gemeinsame Erklärung. Beide Seiten streben Fortschritt bei den Gesprächen über Atomwaffen und den Weltraum an. Die USA und die Sowjetunion einigten darauf, die Verhandlungen dort zu fokussieren, wo gemeinsame Interessen bestehen.
29.05.1986Moskau nimmt eine neue Position ein und besteht jetzt nicht mehr auf die Aufgabe U.S.-amerikanischer Raketenabwehrpläne für die Aufnahme von Abrüstungsverhandlungen. Die Sowjetunion bietet eine „Interimslösung“ an, falls keine Seite den ABM-Vertrag in den nächsten 15-20 Jahren kündigt.
Herbst 1986

Die USA präsentieren ein überarbeitetes Angebot, dass auf einem Vorschlag der Sowjetunion beruht. Der neue Vorschlag sieht vor:

  • 1600 strategische Trägermittel
  • 5500 Sprengköpfe für Interkontinental-Raketen und seegestützte Sprengköpfe.
11./12.10.1986Auf dem „Gipfel von Reykjavik“ einigen sich U.S.-Präsident Reagan und KPdSU Generalsekretär Gorbatschow auf eine Reduzierung von 1600 Trägermitteln und 6000 atomaren Sprengköpfen. Beide Seiten können sich auf Zählmechanismen einigen. Uneinigkeit besteht allerdings bei der strategischen Raketenabwehr (SDI), die die Sowjetunion ablehnt.
08.05.1987Die USA präsentieren auf der Grundlage der Gespräche von Reykjavik einen Vertragsentwurf. Dieser enthält u.a. die Reduzierung auf 1600 Trägermittel und 6000 Sprengköpfe und eine sieben-jährige Dauer der Reduzierung.
07.-10.12.1987Während eines Gipfels in Washington kommen U.S.-Präsident Reagan und KPdSU-Generalsekretär Gorbatschow darin überein, dass die Verhandlungsführer beider Seiten auf den einen Vertragsentwurf aufbauen sollen. Dieser sieht vor:
  • 1600 strategische Trägermittel und 6000 atomare Sprengköpfe
  • 1540 atomare Sprengköpfe auf 154 Raketen
  • Reduzierung der Nutzlast für ballistische Raketen um 50%
Außerdem wurden Fortschritte bei der Frage der Verifikation und beim INF-Vertrag gemacht. Bei der Raketenabwehr gab es keine Einigung.
29.05.-02.06.1988Die USA und die Sowjetunion verständigen sich auf dem „Moskauer Gipfel“ mobile Abschussvorrichtungen für Interkontinental-Raketen (ICBM) auf bestimmte Gebiete zu begrenzen. Sollten Übungen stattfinden, wird die jeweilige Seite die andere über eine Verlagerung informieren. Darüber hinaus einigten sich beide Seiten über eine Informationsregelung bei Raketentests.
19.06.1989U.S. Präsident Bush gibt bekannt, dass er den START-I-Prozess durch Vertrauensbildende Maßnahmen (VBM) voran bringen möchte.
22./23.09.1989Während eines zweitägigen Treffens der beiden Außenminister Baker und Schewardnadse in Wyoming, kommt es zu Verhandlungsfortschritten in folgenden Bereichen.
  • Die Sowjetunion verzichtet auf eine Verbindung zwischen dem START-I-Vertrag und der U.S.-amerikanischen Raketenabwehr, behält sich aber das Recht vor, START-I zu kündigen, sollten die USA ihren Verpflichtungen aus dem Anti-Raketenabwehr-Vertrag (ABM-Vertrag) nicht nachkommen.
  • Die Sowjetunion verpflichtet sich, ihre illegale Frühwarn-Radaranlage in Krasnojarsk ohne Vorbedingungen zu zerstören.
  • Die Außenminister unterzeichnen das „Abkommen über Prinzipien zu Implementierung von Probe-Verifikationen und Stabilitätsmaßnahmen“.
  • Beide Außenminister unterzeichnen ein „Abkommen zur frühzeitigen Ankündigung von strategischen Übungen“.
16.-19.05.1990Bei einem Treffen auf Ministerebene kommen die Außenminister der USA, Baker, und der Sowjetunion, Schewardnadse, überein, dass u.a. die Höchstzahl bei Marschflugkörpern, die von Schiffen/U-Booten abgeschossen werden können, bei 880 liegt.
31.05.-03.06.1990Während des „Washingtoner Gipfels“ unterzeichnen die Präsidenten Bush und Gorbatschow eine „Gemeinsame Erklärung zum Vertrag über strategische Offensivwaffen“. Die Erklärung sieht eine Untergrenze von 1100 Sprengköpfen auf mobilen Raketenabschussrampen und die Umsetzung der Reduzierung der strategischen Offensivwaffen innerhalb von sieben Jahren vor. Darüber hinaus einigten sich beide Präsidenten, die Verhandlungen für ein START-Nachfolgeabkommen so früh wie möglich aufzunehmen.
31.07.1991Die Präsidenten Bush und Gorbatschow unterzeichen den START-I-Vertrag. Der Vertrag legt eine Reduzierung der strategischen Atomwaffen auf 1600 Trägermittel und 6000 Sprengköpfe fest. Von den 6000 Sprengköpfen dürfen nicht mehr als 4900 auf ballistischen Raketen montiert sein.
23.05.1992

Das „Lissabon Protokoll“ wird unterzeichnet. Dieses Protokoll erklärt alle fünf Staaten zu START-I-Vertragsparteien und die drei ehem. Sowjetrepubliken erklären sich bereit, dem NVV beizutreten.

Jul 1992-Feb 1994Der Ratifizierungsprozess beginnt. Russland hat allerdings Vorbehalte, solange die drei ehemaligen Sowjetrepubliken, Ukraine, Weißrussland und Kasachstan, den Atomwaffensperrvertrag nicht ratifiziert haben.
05.12.1994Der START-I-Vertrag tritt in Kraft.
01.03.1995Die ersten Inspektionen beginnen und werden 120 Tage andauern.
23.11.1996Mit der Überführung der letzten 16 SS-25 und den dazugehörigen Sprengköpfen nach Russland erfüllt Weißrussland seine Verpflichtungen aus dem START-I- und dem Atomwaffensperrvertrag (NVV).
11.12.2000Verhandlungsführer aus den USA, Russland, Ukraine, Weißrussland und Kasachstan unterzeichnen Dokumente, die die gestaffelte Eliminierung der letzten SS-24 in der Ukraine vorsehen.
05.12.2001Die Frist des Vertrages ist erreicht. Die USA und Russland erklären, dass sie alle Rüstungskontrollforderungen von START-I erfüllt haben.
07.07.2009Beim Gipfel im Juli 2009 vereinbaren Russland und die USA, einen Nachfolgevertrag für START-I zu verhandeln. Dieser sollte Obergrenzen für strategische Atomwaffen (1500-1675) und Trägersysteme (500-1100) setzen.
05.12.2009Der START-I-Vertrag zwischen den USA und Russland läuft ohne ein Nachfolgeabkommen aus. START-I soll allerdings weiterhin seine Gültigkeit behalten.

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