2015

22.01. Die Weltuntergangsuhr (Doomsday Clock) wird zwei Minuten vorgestellt. Damit zeigt sie drei Minuten vor Zwölf. Die Begründung der Uhrumstellung: Die Kombination von Klimawandel auf der einen Seite und massiven Programmen zur Atomwaffenmodernisierung und einem Stillstand in der Abrüstung auf der anderen Seite, erhöhten die Wahrscheinlichkeit eines Atomkrieges.

22.01. Zwei republikanische Abgeordnete adressieren einen Brief an den US-Verteidigungsminister Chuck Hagel und Außenminister John Kerry, in dem sie vorschlagen, wegen der angeblichen Gefahr aus Russland in den osteuropäischen Staaten Atomwaffen zu stationieren.

19.02. In einer Rede auf dem Militärflugplatz Istres-Le Tubé in Südfrankreich betont Präsident Francois Hollande einmal mehr Frankreichs Absicht, weiterhin an seiner nuklearen Abschreckungstaktik festzuhalten.

20.02. Eine Behörde in Rheinland-Pfalz verbietet einem Friedensaktivisten, atomwaffenkritische Flugblätter vor dem Fliegerhorst in Büchel zu verteilen. Doch das Verwaltungsgericht Koblenz hält das Verbot für rechtswidrig.

02.04. Die P5+1 einigen sich mit Iran auf Eckdaten zum iranischen Atomprogram. Der Iran verpflichtet sich, sein nukleares Anreicherungspro­gramm von bis zu 25 Jahre Beschränkungen und Kontrolle zu unterwerfen. In den ersten zehn Jahren müssen mehr als zwei Drittel der bestehenden Anreicherungskapazitäten unter permanenter Aufsicht stillgelegt werden.

17.05. Die schottische Zeitung Sunday Herald berichtet, dass ein Ingenieur auf dem Atom-U-Boot HMS Victorious gravierende Probleme mit dem britischen Atomwaffensystem gemeldet habe. In seinem 18-seitigen Bericht beschreibt er Zustände auf den U-Booten, die einem "vorprogrammierten Desaster" gleichkämen.

NPT 2015, Foto: ICAN Germany22.05. Nach intensiven Verhandlungen geht die Überprüfungs-Konferenz des Atomwaffensperrvertrags in New York ohne Einigung zu Ende. 107 Regierungen verpflichten sich, für ein Verbot und die vollständige Vernichtung von Atomwaffen einzutreten und schließen sich dem „Humanitarian Pledge“ an.

29.05 Nach 30 Blockadetagen mit 34 unterschiedlichen Blockadegruppen und 350 beteiligten AktivistInnen geht die Blockadekampagne büchel65 mit einer Blockade von sieben Toren des Atomwaffenstandorts Büchel zu Ende.

06.06. Auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart wird mit großer Mehrheit eine Resolution mit dem Titel „Ökumenisch-interreligiöse Solidarisierungsaktion gegen nukleare Kriegsgefahr“ angenommen. Der Kirchenrat fordert in der Resolution die Bundesregierung auf, die österreichische Initiative für ein völkerrechtliches Abkommen zum umfassenden Verbot von Atomwaffen zu unterstützen.

14.07. Das Atomabkommen wird mit dem Iran abgeschlossen. Israel bezeichnet die Einigung als „Pfad zur Atombombe“ für den Iran. Andere sehen das Abkommen als ein gangbarer Weg, die Erzeugung von waffenfähigem Uran im Iran zu unterbinden.

Mit mehr als 120 Veranstaltungen, Kundgebungen und Mahnwachen bundesweit wird bis zum 9. August an die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erinnert und die Abschaffung der Atomwaffen gefordert. Mit einer Schweigeminute haben die Japaner der Opfer der Atombombe gedacht, die vor 70 Jahren auf Hiroshima fiel.06./09.08. Mit mehr als 120 Veranstaltungen, Kundgebungen und Mahnwachen bundesweit wird bis zum 9. August an die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erinnert und die Abschaffung der Atomwaffen gefordert. Mit einer Schweigeminute gedenken die Japaner der Opfer der Atombombe, die vor 70 Jahren auf Hiroshima fiel.

17.10. In Moskau verabschieden die Delegierten des Weltärztebunds eine Resolution, die die Entwicklung, die Produktion, das Testen sowie den Einsatz von Atomwaffen bzw. seine Androhung verurteilt. Sie forderten alle Regierungen auf, sich für die Abschaffung von Atomwaffen einzusetzen.

01.11. Die schottische Labour-Partei stimmt mit einer Mehrheit von 70 Prozent gegen die nukleare Instandhaltung des britischen Atomwaffensystems.

08.12. In der Generalversammlung verabschiedet der Vereinten Nationen mit großer Mehrheit vier Resolutionen, die ein Verbot von Atomwaffen vorantreiben sollen. 138 Regierungen sprechen sich für die Einrichtung eines neuen Unterorgans der Generalversammlung – einer „Open-Ended Working Group“ (OEWG) – aus, die Empfehlungen erarbeiten soll, wie die „völkerrechtliche Lücke“ in Bezug auf Atomwaffen geschlossen werden kann. Auch die von Österreich eingebrachte Resolution zum „Humanitarian Pledge“ bekam die Zustimmung von 139 Staaten.

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