2006

19.01. Frankreichs Präsident Jacques Chirac droht in einer Rede am Atom-U-Boot-Stützpunkt Ile Longue alle Staaten, die »gegen uns auf terroristische Mittel zurückgreifen«, mit dem Einsatz von Atomwaffen. Damit stellt er die französische Doktrin der Abschreckung auf eine neue Grundlage.

31.01. Die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats einigen sich in der Nacht zum 31. Januar in einer Sitzung in London zusammen mit der EU-Troika (vertreten duurch Deutschland) darauf, in der IAEO zu beantragen, dass der Streit zum iranischen Atomprogramm an den UN-Sicherheitsrat überwiesen wird. »Iranchronik

04.02. Der Gouverneursrat der IAEO beschließt den Londoner Vorschlag zum iranischen Atomprogramm. Über ein eventuelles Eingreifen des UN-Sicherheitsrats soll aber erst Anfang März entschieden werden. [GOV/2006/14] Einen Tag später widerruft der Iran die Erlaubnis von unangekündigten Kontrollen seines Atomprogramms durch die IAEO. »Iranchronik

08.03. Der Gouverneursrat der IAEO überweist den Atomkonflikt mit dem Iran offiziell an den UN-Sicherheitsrat. [IAEO»Iranchronik

10.05. Präsident Vladimir Putin erklärt in einer Rede vor dem russischen Parlament, dass Russland neue Atomwaffen und hochpräzise konventionelle Waffen entwickeln würde.

01.06. Die von Hans Blix geleitete „Weapons of Mass Destruction Commission“ (auch als „Blix-Kommission“ bekannt) veröffentlicht ihren Abschlussbericht und reicht ihn dem UN-Generalsekretär ein. Die Kommission hat 14 Mitglieder. Mit dem Titel „Weapons of Terror: Freeing the World of Nuclear, Biological and Chemical Arms“ der Bericht analysiert das Atomwaffenproblematik ins Detail, läßt das Thema Atomenergie beiseite.

06.06. Die E3+3 stellen ein neues Angebot an den Iran. Voraussetzung ist die  Aussetzung der Aktivitäten zur Urananreicherung. Im Gegenzug soll eine weitreichende wirtschaftliche, politische und nukleare Zusammenarbeit etabliert werden. Auf dieser Grundlage sollen Verhandlungen geführt werden. »Iranchronik

08.09. Der Vertrag zur atomwaffenfreien Zone im Zentralasien (Semei-Vertrag) wird in Semipalatinsk anläßlich des 15. Jahrestags der Schließung der Atomtestgelände unterschrieben.

09.10. Nordkorea zündet seine erste Atomwaffe mit einer Sprengkraft vergleichbar mit 550 Tonnen TNT auf dem Versuchsgelände in Hwaderi nahe der Stadt Kilju.

23.12. Der UN-Sicherheitsrat stimmt Sanktionen gegen den Iran zu. Die Staatengemeinschaft wird aufgefordert, alle Exporte von Technologien und Materialien zur Unterstützung des Militär- und Nuklearporgramms einzustellen. Außerdem sollen die Vermögen einzelner iranischer Staatsangehöriger sowie iranischer Firmen eingefroren werden. [Resolution 1737 (2006)] »Iranchronik

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