1995

25.01. Fehlalarm in Russland: Nach dem Start einer norwegischen Wetterrakete steht Russland für einige Minute kurz davor, einen nuklearen Angriff in vollem Ausmaß auf die USA zu starten. Präsident Boris Jelzin aktivert „Cheget“, den Atomkoffer mit den Startcodes für einen Atomwaffeneinsatz. Er gibt den Startbefehl jedoch nicht, weil noch nicht zu erkennen ist, ob es um einen Fehlalarm handelt. [Mehr Infos zu Fehlalarmfällen]

17.02. Es ist 14 Minuten vor 12: Hoffungen auf eine große Friedensdividende nach dem Ende des Kalten Krieges verblassen. Vor allem in den USA ändert sich die Rhetorik der nuklearen Hardliner nicht. Die Reduzierung der Arsenale weltweit verlangsamt sich, es gibt immer noch über 40.000 Atomwaffen. Die Angst vor der Abzweigung von Nuklearmaterialien durch Terroristen wächst. [Statement des Bulletin of Atomic Scientists; engl.]

01.03. Die ersten Inspektionen im Rahmen des START-I beginnen und werden 120 Tage andauern.

24.03. Die Genfer Abrüstungskonferenz beschließt das sogenannte „Shannon“-Mandat für Verhandlungen über ein Herstellungsstopp von Materialien ("Cut-Off"), die dem Bau von Atomwaffen dienen. Bis heute haben die Verhandlungen nicht angefangen. [Resolution CD/1299 im Wortlaut]

11.05. Der Atomwaffensperrvertrag wird bei der Überprüfungs- und Verlängerungskonferenz in New York unbefristet verlängert.

24.05. Das kasachische Außenministerium bestätigt, dass alle nuklearen Sprengköpfen von Kasachstan nach Russland transferiert wurden. Damit ist Kasachstan offiziell atomwaffenfrei. [NTI]

05.09. Gegen weltweiten Protest beginnt Frankreich eine neue Serie von sechs unterirdischen Atomtests auf den Atollen Moruroa und Fangataufa. Die Testreihe führt zu einem Boykott französischer Produkte in mehreren Ländern. Der erste Test mit dem Codenamen Téthys wird in einem unterirdischen Schacht unter der Lagune des Moruroa Atolls detoniert. Die Bombe hat 8 KT Sprengkraft. Der letzte Test wurde am 26. Januar 1996 durchgeführt. Damit kam Frankreich auf 210 Atomtests insgesamt; wovon 50 oberirdisch gezündet wurden. [Spiegel 37/1995]

01.10. Der zweite französische Atomtest in der letzten Reihe mit dem Codenamen Plutous wird in einem Schacht unter der Lagune des Fangataufa-Atolls detoniert. Der Sprengsatz hat 97 KT Sprengkraft.

27.10. Der dritte französische Atomtest in der letzten Reihe mit dem Codenamen Aepytos wird in einem Schacht unter der Lagune des Moruroa-Atolls detoniert. Der Sprengsatz hat 39 KT Sprengkraft.

21.11. Der vierte französische Atomtest in der letzten Reihe mit dem Codenamen Phésée wird in einem Schacht unter der Lagune des Moruroa-Atolls detoniert. Der Sprengsatz hat 20 KT Sprengkraft.

27.12. Der fünfte französische Atomtest in der letzten Reihe mit dem Codenamen Thémisto wird in einem Schacht unter der Lagune des Moruroa-Atolls detoniert. Der Sprengsatz hat 21 KT Sprengkraft.

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