1981

Vier Minuten vor Zwölf: Der Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan verschärft die Beziehungen zu den USA. Neben dem eher symbolischen Abzug der U.S.-amerikanischen Olympiamannschaft, wurde die Kriegsrhetorik, besonders unter Ronald Reagan, immer deutlicher.

25.02. Papst Johannes Paul II ruft in Hiroshima zur Beseitigung der Atomwaffen auf.

02.-04.04. Außenminister Hans-Dietrich Genscher besucht die sowjetische Führung. Er sieht die Sowjetunion nunmehr bereit, ohne Vorbedingungen in Verhandlungen über nukleare Mittelstreckenraketen in Europa einzutreten.

20.05. Bundeskanzler Helmut Schmidt reist zu Gesprächen in die USA, wichtigstes Ergebnis: Präsident Reagan bekräftigt das NATO-Angebot an die Sowjetunion zur Rüstungsbegrenzung.

27.05. Die regierende SPD-Fraktion stimmt auf einem Parteitag für den NATO-Doppelbeschluss.

07.06. Israel bombardiert einen Atomreaktor nahe Bagdad, Irak. Premierminister Menachem Begin sagt, sein Land müsst tätig werden, bevor Irak erfolgreich eine Atomwaffen baut und gegen Israel einsetzt. Saddam Hussein dementiert, dass der Reaktor für den Bau von Atomwaffen genutzt wurde. [NPR]

06.08. US-Präsident Ronald Reagan trifft die Entscheidung für den Bau der Neutronenbombemit National Security Decision Directive (NSDD) 7. [New York Times]

17.08. Das Ministerium für Staatssicherheit erstellt ein Konzept zur Infiltrierung der westdeutschen Friedensbewegung.

05.09. Eine Gruppe von britischen Frauen bauen ein Friedenscamp am US-Luftwaffenstützpunkt Greenham Common, um die Stationierung von Cruise Missiles zu protestieren. [Global NVDA Database]

13.09. Wegen des Besuchs des amerikanischen Außenministers Alexander Haig kommt es in West-Berlin zu Zusammenstößen zwischen Rüstungsgegnern und der Polizei.

10.10. Eine Massendemonstration mit ca. 300.000 Menschen findet im Bonner Hofgarten unter dem Motto „Gegen die atomare Bedrohung gemeinsam vorgehen“ gegen den NATO-Doppelbeschluss statt. [Volkmar Deile, Netzwerk Friedenskooperative]

18.11. Die USA bringen den „Null-Lösung“ Vorschlag ein. U.S. Präsident Reagan regt an, die U.S.-amerikanischen Pläne zur Aufstellung von INF-Raketen zu stoppen, wenn die SU ihre SS-4, SS-5 und SS-20 eliminieren. Moskau lehnt ab, eröffnet aber die Chance, neue Stationierungen einzufrieren.

22.-25.11. Leonid Breschnew besucht die Bundesrepublik. Zur Frage der Stationierung von Mittelstreckenraketen äußert er sich zurückhaltend.

Nitze und Kvitsinki, 1.12.1981 in Genf, Foto: UPI/Corbis-Bettmann30.11. Die INF-Verhandlungen werden eröffnet. Die USA streben eine Eliminierung aller atomaren Langstrecken-Raketen an.

zurück

Zitiert:

»Es begann ein technologisches Rennen, bei dem derjenige im Vorteil war, der zuerst auf den Knopf drückte. Und das war nicht nur schrecklich, sondern das hat mir wirklich schlaflose Nächte bereitet, denn das war der Ausdruck, dass die Deutschen wirklich Objekte sind.«

Egon Bahr, ehem. SPD-Generalsekretär zur Sicherheitslage zu Beginn der 80er Jahre

Videos

Zitiert:

»Meine amerikanischen Mitbürger, es freut mich, Ihnen heute mitteilen zu können, dass ich ein Gesetz unterschrieben habe, das Russland dauerhaft für vogelfrei erklärt. Wir beginnen in fünf Minuten mit der Bombardierung.«

Ehem. US-Präsident Ronald Reagan, als Soundcheck, unwissend, dass das Mikrofon schon lief, 11.08.1984