1961

03.01. Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Kuba und den USA. [Deutschlandfunk]

23.01. Atomwaffenunfall: Ein B52-Bomber mit zwei Atombomben an Bord, jede mit einer Sprengkraft von 24 Megatonnen, stürzt in Goldsboro, North Carolina ab. Eine Bombe zerschellt am Boden, die andere findet sich per Fallschirm gelandet in einem Baum intakt wieder. [Der Spiegel]

30.03. Ein Jahr nach dem ersten Ostermarsch nehmen Atomwaffengegner in zahlreichen westdeutschen Städten an Ostermärschen gegen die Aufrüstung teil.

09.04. Bundeskanzler Adenauer trifft sich mit Dean Acheson, Sonderberater vom US-Präsident Kennedy, in Bonn. Adenauer wollte Informationen darüber, ob, wo und wann Atomwaffen eingesetzt werden. [Telegramm von Acheson an US-Außenministerium]

04.05. Der Bundestag billigt das vom 3. August 1959 unterzeichnete Zusatzabkommen zwischen der Bundesrepublik und den NATO-Mitgliedsstaaten über die Rechtstellung ihrer Truppen hinsichtlich der in der BRD stationierten ausländischen Truppen.

03./04.06. Bei einem Treffen mit dem neuen US-Präsidenten John F. Kennedy am 3. und 4. Juni 1961 in Wien erneuerte Chruschtschow das Berlin-Ultimatum. [Chronik der Mauer, Niederschrift der Unterredung]

23.06. Die Antarktis wird durch das Inkrafttreten des Antarktis-Vertrags vom 1. Dezember 1959 nicht nur zur atomwaffenfreien Zone, sondern insgesamt zu einer waffenfreien Zone erklärt und ist ausschließlich der friedlichen Nutzung vorbehalten.

04.07. Während einer Übung auf dem sowjetischen atombetriebenen U-Boot K-19 mit Atomwaffen an Bord kommt es zu einem Reaktorstörfall. Radioaktivität wird freigesetzt und mehrere Besatzungsmitglieder werden kontaminiert. Sechs der Männer sterben binnen einer Woche an Strahlenkrankheit, zwei weitere nach zwei Wochen. [Stanford Uni]

25.07. Kennedy antwortete auf Chruschtschows Berlin-Ultimatum vom 27. November 1958 in einer Rundfunk- und Fernsehansprache mit den "Three Essentials" über die Rechte der Westmächte in Berlin. Er erklärt damit seine Entschlossenheit, die Anwesenheit westlicher Truppen in West-Berlin, den freien Zugang von und nach Berlin sowie die Freiheit und Lebensfähigkeit der Stadt zu verteidigen. [Mitschnitt Ansprache]

27.07. Sowjetischer Ministerpräsident Chruschtschow lädt den US-Sonderbeauftragten für Abrüstungsfragen John McCloy nach Sotschi auf der Krim. McCloy berichtet später, dass Chruschtschow auf der Rede Kennedys am 25. Juli schlecht reagiere und meine, sie sei der "Vorstufe einer Kriegserklärung". Er droht angeblich mit thermonuklearen Krieg und mit dem Abwurf einer 100-Megatonnen "Superbombe" auf den USA. [Chronik der Mauer]

29.07. Die bilateralen US-sowjetischen Abrüstungsgespräche werden abgebrochen ohne einen neuen Termin zu benennen und McCloy reist zurück in die USA. Er dementiert spätere Gerüchte, er sei schon informiert, dass eine Mauer im August in Berlin errichtet wird. [Chronik der Mauer]

13.08. Die DDR beginnt mit der Errichtung der Berliner Mauer, um den Flüchtlingsstrom zu stoppen. Bewaffnete Volkspolizisten der DDR riegeln Ost-Berlin gegen West-Berlin ab.

16.08. Für alle Bewohner der DDR und Ost-Berlins wird die Grenze zur Bundesrepublik Deutschland geschlossen.

18.08. Das Gesetz zum NATO-Truppenstatut und zu den Zusatzvereinbarungen wird verkündet [Gesetzblatt] und tritt 25 Tage später in Kraft.

31.08. Die Sowjetunion beschließt, die Atomwaffentests wieder aufzunehmen. Dadurch wird die Konferenz über die kontrollierte Einstellung der Atomwaffentests in Genf vorzeitig beendet.

01.09. Die Sowjetunion zündet oberirdisch eine Wasserstoffbombe. Die USA reagieren mit der Wiederaufnahme von unterirdischen Atomtests.

01.09. In einer Wahlkampfrede fordert Bundeskanzler Adenauer die Ausrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen.

23.09. Der DDR-Schriftsteller Stefan Heym begrüßt in der Ost-Berliner „Wochenpost" unter der Überschrift „Verantwortung" die Wiederaufnahme der sowjetischen Atomwaffentests. [Chronik der Mauer]

25.09. US-Präsident John F. Kennedy gibt eine Rede vor der UN-Vollversammlung, in der er die Sowjetunion zu einem Wettbewerb für den Frieden statt einem Wettrüsten herausfordert. [Rede]

06.10. US-Präsident John F. Kennedy rät Familien in den USA in einer Rede zum Zivilschutz, Atombunker zu bauen, um sich im Ernstfall vor atomarem Fallout zu schützen. [Politico]

27.-28.10. Am Grenzübergang Checkpoint Charlie in Berlin standen sich sowjetische und US-amerikanische Panzer gegenüber und richteten ihre Kanonenrohre aufeinander. Weitere Panzer standen in den Nebenstraßen bereit. 16 Stunden dauerte der Nervenkrieg an, bevor beide Seiten die Krise doch friedlich beilegten. [RIAS-Reportage]

30.10. Zar-Bombe: Die Sowjetunion führt den größten aller Atomtests mit 50-58 Megatonnen (ca. 4000fache Sprengkraft von Hiroshima) in Nowaja Semlja durch. [Der Spiegel]

01.11. 50.000 Frauen nehmen an Demonstrationen in 60 US-amerikanischen Städten gegen Atomtests, organisiert durch „Women Strike for Peace“. [WAND]

24.11. Kommunikation zwischen den NORAD strategischen Befehlshauptquartier der US-Luftwaffe (SAC HQ) und drei der Frühwarnstationen für Angriffe mit ballistischen Raketen (BMEWS) wird plötzlich gekappt. Es ist nicht klar, ob es um einen Angriff handelt oder nur Zufall. Ein B52-Bomber, der über eine der Anlagen geflogen ist, kann bestätigen, dass alles in Ordnung ist. Das Problem wird später identifiziert: alle drei Kommunikationswege laufen durch eine Relaisstation in Colorado, in der ein Motor ausgefallen war. [UCS]

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