1959

13.04. In einem Brief an Nikita Khruschchow, bietet US-Präsident Eisenhower einen alternativen gestuften Weg zum Atomtestverbot an: Falls die Sowjetunion auf seiner Ablehnung der Vor-Ort-Inspektionen besteht, könnten beide Parteien in Schritten vorankommen. Als erstes könnten sie atmosphärischen Atomtests bis in 50 Kilometer Höhe verbieten. Danach könnten sie durch weitere Verhandlungen die politischen und technischen Probleme lösen, die mit der Kontrolle über unterirdische Tests und Atomtests im Weltraum verbunden sind. Aber Kruschchow lehnt diesen Vorschlag ab und schlägt stattdessen vor, ein Verbot von Atomtests mit einer vorvereinbarten Zahl von Vor-Ort-Inspektionen. [Chronik der Atomteststoppverträge]

09.06. Erstes U-Boot mit ballistischen Atomraketen, USS George Washington (SSBN-598) geht zu Wasser in Electric Boat, Groton, USA.

23.06. Klaus Fuchs, deutscher Atomphysiker, wird aus dem Gefängnis entlassen, nachdem er neun Jahre wegen Atomspionage für die Sowjetunion im Haft war.

12.07. Eine Kernschmelze findet im Santa Susana Feldlabor, Rocketdyne, statt und Radioaktivität wird 14 Tage lang freigesetzt. [mehr Infos in engl. Sprache]

26.08. US-Präsident Eisenhower verlängert das freiwillige Moratorium der Atomtests der Vereinigten Staaten bis zum 31. Dezember 1959. Zwei Tage später erklärt die Sowjetunion, sie testet keine Atomwaffen mehr, solange die westlichen Atomwaffenstaaten die Einstellung der Tests weiterhin achten. [Chronik der Atomteststoppverträge]

18.09. Sowjetischer Staatschef Chruschtschow hält eine Rede in der UN-Vollversammlung in New York, in der er für nukleare Abrüstung weltweit aufruft.

31.10. Die erste US-Interkontinentalrakete (ICBM) "Atlas-D" wird in Betrieb genommen.

01.12. Der Antarktis-Vertrag wird zur Unterzeichnung eröffnet. Er regelt die Nutzung der Antarktis ausschließlich zu friedlichen Zwecken und verbietet alle Atomwaffenexplosionen sowie die Entsorgung radioaktiven Mülls.

17.12. Der Film "On the Beach", der auf dem Roman von Nevil Shute zum Atomkrieg basiert wurde, hat seine Erstaufführung in 17 Städte weltweit.

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Zitiert:

Konrad Adenauer, 1952. Foto: Bundesarchiv

»Die taktischen Atomwaffen sind im Grunde nichts anderes als eine Weiterentwicklung der Artillerie, und es ist ganz selbstverständlich, dass bei einer so starken Fortentwicklung der Waffentechnik, wie wir sie leider jetzt haben, wir nicht darauf verzichten können, dass unsere Truppen auch jetzt bei uns - das sind ja besondere normale Waffen in der normalen Bewaffnung -, die neuesten Typen haben und die neueste Entwicklung mitmachen.«

Ehem. Bundeskanzler Konrad Adenauer, Spiegel, 15. Mai 1957