1957

Szilard und Rotblat bei der ersten Pugwash-Konferenz

12.04. In Deutschland veröffentlichen die 18 renommiertesten deutschen Kernphysiker die „Göttinger Erklärung“, in der sie mitteilen, sie würden jede Mitarbeit an einer deutschen Atomwaffe verweigern.

23.04. Albert Schweitzer warnt in einer weltweit im Radio übertragenen Rede vor den Gefahren durch Atomstrahlung. In der Ansprache fordert der Friedensnobelpreisträger eine Einstellung aller Atomwaffenversuche.

09.-12.07. Zunehmend werden Naturwissenschaftler gegen Atomwaffen aktiv. In Kanada wird bei der ersten Konferenz in Pugwash die Pugwash-Bewegung gegründet.

29.07. Gründung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).

21.08. Die USA kündigen an, für zwei Jahre auf Atomtests zu verzichten, wenn die Sowjetunion (SU) auf die Produktion von Spaltmaterial verzichtet. [Chronik der Atomteststoppverträge]

02.10. Polens Aussenminister Adam Rapacki stellt der UN-Vollversammlung seinen Plan für eine atomwaffenfreie Zone in Europa vor, den sogenannten Rapacki-Plan.

04.10. Der erste sowjetische Satellit „Sputnik 1“ wird erfolgreich gestartet.

08.-10.10. Bei Windscale in Großbritannien tritt ein nicht beherrschter Störfall (GAU) auf. Der Brand im Reaktor kann erst nach einigen Tagen gelöscht werden und verursacht die Freisetzung von Radioaktivität. Der Fallout dehnt sich über große Gebiete West- und Nordeuropas aus. Bis heute gab es dort mehr als 300 Zwischenfälle.

30.10. Erste atomare Kettenreaktion in der BRD. Der Forschungsreaktor Garching geht in Betrieb »mehr zum Thema im DW-Kalenderblatt

07.11. US-Präsident Dwight D. Eisenhower sagt nach einem Briefing zum geheimen Bericht des Gaither-Komitees an den Nationalen Sicherheitsrat: „Man kann diese Art von Krieg nicht haben, es gibt einfach nicht genug Bulldozer, um die Leichen von den Straßen zu kratzen.“ [Herken G, Counsels of War, 1985] 

08.11. Großbritannien zündet seine erste thermo-nukleare Bombe auf Kiritimati (Weihnachtsinsel).

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Zitiert:

»Die taktischen Atomwaffen sind im Grunde nichts anderes als eine Weiterentwicklung der Artillerie, und es ist ganz selbstverständlich, dass bei einer so starken Fortentwicklung der Waffentechnik, wie wir sie leider jetzt haben, wir nicht darauf verzichten können, dass unsere Truppen auch jetzt bei uns - das sind ja besondere normale Waffen in der normalen Bewaffnung -, die neuesten Typen haben und die neueste Entwicklung mitmachen.«

Ehem. Bundeskanzler Konrad Adenauer, Spiegel, 15. Mai 1957