1950

27.01 Der deutsche Physiker Klaus Fuchs wird als Spion enttarnt und wegen Spionage für die Sowjetunion zu 14 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Hans Bethe, US-Physiker05.02. 12 namhafte US-Physiker, darunter Hans Bethe, sprechen sich gegen Trumans Entscheidung aus, die Wasserstoffbombe zu bauen.

11.04. Ein B-29-Bomber prallt gegen einen Berg in New Mexiko, USA. Das Flugzeug ist zerstört, die Atomwaffe bleibt intakt.

25.06. Der Korea-Krieg beginnt mit dem Einfall nordkoreanischer Truppen nach Südkorea.

30.11. In einer Pressekonferenz gibt US-Präsident Truman zu, dass er den Einsatz von Atomwaffen im Koreakrieg erwogen hatte.

09.12. General McArthur bittet Truman um Erlaubnis, Atomwaffen im Koreakrieg einsetzen zu dürfen.

1951

27.01. Der "Able"-Atomtest - der erste überirdische Atomtest am Nevada-Testgelände in der Reihe "Operation Ranger" wird durchgeführt. Er hatte eine Sprengkraft von 1 KT.

06.10. Josef Stalin erklärt in Pravda, dass die Sowjetunion die Atombombe hat, zwei Jahre nach dem ersten sowjetischen Atomtest. Er beteuert, dass die Sowjetunion internationale Kontrolle über Atomwaffen möchte.

20.12. Erstmalige Stromerzeugung durch ein Kernkraftwerk (EBR-1) - ein Schneller Brüter, in Idaho, USA beleuchtet vier Glühbirnen.

01.11. Zwei Mitarbeiter der sowjetischen Aktiengesellschaft Wismut werden erschossen. Sie haben sich über die schlechte Sicherheitstechnik und den Arbeitsschutz beschwert und den RIAS darüber unterrichtet.

1952

Februar Gründung des Europäischen Zentrums für Kernforschung (CERN=Conseil Européenne pour la Recherche Nucléaire) in Genf

10.03. Die sogenannte Stalin-Note. Die UdSSR schlägt einen Friedensvertrag mit Gesamtdeutschland vor, das neutral werden sollte.

03.10. Großbritannien zündet seine erste Atombombe.

Ivy Mike Atomexplosion01.11. Die USA zünden ihre erste Wasserstoffbombe "Ivy Mike" auf dem Eniwetok-Atoll im Pazifik. Die Explosion entspricht etwa 10,4 Megatonnen TNT und übertrifft die Sprengkraft von Hiroshima oder Nagasaki um das 1 000-fache.

12.12. Der erste ernsthafte Reaktorunfall ereignet sich im sogenannten NRX-Reaktor in den Chalk River Laboratories, Ontario, Kanada. Durch die Explosion wurden mindestens 100 TBq an Spaltprodukten in die Atmosphäre freigesetzt. Weitere Infos

1953

Zwei Minuten vor Zwölf: Nach einer langen Debatte entschließen sich die USA zum Bau der Wasserstoffbombe, einer weitaus zerstörerischeren Waffe. Neun Monate später zieht die Sowjetunion nach und testet ihrerseits eine eigene Wasserstoffbombe. Die Weltuntergangsuhr tickt weiter in Richtung Mitternacht.

07.01. US-Präsident Harry Truman erklärt in der State of the Union Rede, dass die USA die Wasserstoffbombe entwickelt haben. Er sagt dazu, ein Atomkrieg sei "für rationale Männer unmöglich".

05.03. Stalin stirbt.

17.06. Der Aufstand der Ost-Berliner Bauarbeiter weitet sich zum Volksaufstand aus. Die sowjetische Besatzungsmacht beendet den Aufstand mit einrückenden Panzern.

19.06. Die Atomspione Julius und Ethel Rosenberg werden in den USA hingerichtet.

27.07. Nach dem Waffenstillstand in Korea wird das Land entlang des 38. Breitengrades geteilt.

Joe-4 Atomtest12.08. Explosion der ersten sowjetischen Wasserstoffbombe „Joe 4”. Die Bombe war allerdings eher eine verbesserte Kernspaltungswaffe als eine echte Fusionsbombe.

15.10. Der britische Atomtest Totem-1 indet über der Hochebene Emu Field im Süden Australiens statt. Dabei entsteht eine Wolke aus radioaktivem Staub, die nach Osten weht und die Bevölkerung der umlegenden Orte hohen Dosen ionisierender Strahlung aussetzt.

08.12. Eisenhower hält vor der UN seine "Atoms for Peace"-Rede.

1954

12.01. US-Außenminister John Foster Dulles kündigt die Politik der massiven Vergeltung an. Die Leitlinie konstatiert, dass: "die lokalen Verteidigungskräfte durch eine erweiterte Abschreckung aus massiver Vergeltungskraft verstärkt werden müssen".

21.01. Erstes atombetriebenes U-Boot USS Nautilus wird am Thames Fluss, Connecticut, zu Wasser gelassen.

 

Castle Bravo Atomtest

01.03. Die USA führen im Rahmen der Operation „Castle Bravo“ ihren größten Atomtest auf dem Eniwetok-Atoll der Marshall-Inseln durch. Durch einen Rechenfehler ist die Sprengkraft mit 15 MT mehr als doppelt so groß wie geplant. Der radioaktive Fallout erstreckt sich über eine Fläche von 7.000 qkm. Auch die Windrichtung ändert sich unerwartet, sodass sich der Fallout auf die östlich liegenden Rongelap und Rongelik Inseln niederschlägt. Aus Kostengründen waren die Einwohner nicht vor dem Test evakuiert wurden und wurden strahlenkrank.

10.04. US-Präsident Dwight Eisenhower befugt Außenminister John Foster Dulles, Frankreich zwei Atombomben anzubieten, um sie im Krieg gegen Vietnam einzusetzen. Das Angebot wird abgelehnt.

27.06. Das weltweit erste wirtschaftlich genutzte Kernkraftwerk beginnt in Obninsk, Sowjetunion, Strom zu produzieren. Der Reaktor АМ-1 („friedliches Atom“) hatte eine Bruttoleistung von 6 MW.

14.09. Die Sowjetunion führt einen Atomtest auf dem Totskoye Testgelände - 600 km nördlich von Moskau im Uralgebirge - durch und lässt rund 45.000 Soldaten direkt nach der Explosion eine Übung in der Nähe des radioaktiven Fallout machen, um ihre Leistung in einem Scheingefecht zu untersuchen.

03.11. Der originale Film Godzilla wurde zum ersten Mal in japanischen Kinos gezeigt. Der Vorfall um den japanischen Fischkutter Dai-go Fukuryū-maru (dt.: Glücklicher Drache), der am 1. März 1954 durch den Atomwaffentest Castle Bravo radioaktiv kontaminiert wurde gilt als Inspiration für den Film. Der Produzent Tomoyuki Tanaka wollte das Trauma des japanischen Volkes durch die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki filmisch verarbeiten.

1955

22.11. Die Sowjetunion testet ihre erste durch Kernfusion gezündete Wasserstoffbombe.

1956

27.07. Ein B47-Bomber stürzt auf dem Atomwaffenstrützpunkt Lakenheath in Großbritannien ab. Das Flugzeug hat selbst keine Atomwaffen am Bord, aber es prallt gegen einen Atomwaffenbunker, in dem drei US-Atombomben gelagert sind. Der Bunker ist völlig zerstört und alle drei Bomben erhalten Schäden. Der US-Kommandant sagt, es ist ein Wunder, dass eine der Bomben mit offengelegtem und geschärftem Zünder nicht explodierte."

23.10. Der Statut der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) wird von der IAEO-Konferenz verabschiedet, die in den Vereinten Nationen stattfindet.

1957

Szilard und Rotblat bei der ersten Pugwash-Konferenz

12.04. In Deutschland veröffentlichen die 18 renommiertesten deutschen Kernphysiker die "Göttinger Erklärung", in der sie mitteilen, sie würden jede Mitarbeit an einer deutschen Atomwaffe verweigern.

23.04. Albert Schweitzer warnte in einer weltweit im Radio übertragenen Rede vor den Gefahren durch Atomstrahlung. In der Ansprache forderte der Friedensnobelpreisträger eine Einstellung aller Atomwaffenversuche.

09.-12.07. Zunehmend werden Naturwissenschaftler gegen Atomwaffen aktiv. In Kanada wird die Pugwash-Bewegung gegründet bei der ersten Konferenz in Pugwash, Kanada.

29.07. Gründung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).

02.10. Polens Aussenminister Adam Rapacki stellte seinen Plan für eine atomwaffenfreie Zone in Europa der UN-Vollversammlung vor, der so genannte Rapacki-Plan.

04.10. Der ersten sowjetische Satellit "Sputnik 1" wird erfolgreich gestartet.

08.-10.10. Bei Windscale in Großbritannien tritt ein nicht beherrschter Störfall (GAU) auf. Der Brand im Reaktor kann erst nach einigen Tagen gelöscht werden und verursacht die Freisetzung von Radioaktivität. Der Fallout dehnt sich über große Gebiete West- und Nordeuropas aus. Bis heute gab es dort mehr als 300 Zwischenfälle.

30.10. Erste atomare Kettenreaktion in der BRD. Der Forschungsreaktor Garching geht in Betrieb »mehr zum Thema im DW-Kalenderblatt
 
08.11. Großbritannien zündet seine erste thermo-nukleare Bombe auf Kiritimati (Weihnachtsinsel).

1958

15.01. 11.021 WissenschaftlerInnen überreichen durch Linus Pauling einen Appell für die Beendigung von Atomtests an UN-Generalsekretär Dag-Hammerskjöld. [Appell im Wortlaut]

22.01. DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl schlägt einen Volksentscheid in beiden deutschen Staaten über die Einbeziehung in eine atomwaffenfreie Zone vor.

31.01. James Van Allen entdeckt den Van-Allen-Gürtel.

07.02. Der französische Verteidigungsminister Jacques Chaban-Delmas erklärt, Frankreich wolle selbst Atomwaffen herstellen, um ein gerechtes Gleichgewicht innerhalb des Militärbündnisses NATO herzustellen.

18.02. Der polnische Außenminister Adam Rapacki veröffentlicht die 2. Fassung seiner Vorschläge für eine Atomwaffenfreie Zone in Mitteleuropa (Rapacki-Plan): Verbot von Raketenbasen und Errichtung eines wirksamen Kontrollsystems. [2. Fassung des Plans im Wortlaut ]

21.02. Das von der CND in Auftrag gegebene Friedenszeichen wurde von Gerald Holtom entworfen.
 
25.02. Der britische Philosoph Bertrand Russell gründete die Campaign for Nuclear Disarmament.

25.02. In einem Interview mit dem Deutschen Fernsehen erklärt der Oberbefehlshaber der NATO-Truppen in Europa, General Lauris Norstad, die Stationierung von Atomwaffen auf dem Boden der Bundesrepublik sei für die Verteidigung des Westens notwendig.

27.02. Der im Oktober 1956 vom Bundestag eingesetzte Sonderausschuss Radioaktivität stellt in einem ersten Bericht eine beständige Zunahme der Radioaktivität aufgrund von Atomwaffenversuchen fest.

28.02. Ein B47-Flugzeug verunglückt auf dem US-Atomwaffenstützpunkt Greenham Common. In den Jahren danach stellen WissenschaftlerInnen eine hohe Konzentration radioaktiver Kontamination und vermehrte Leukämiefälle fest. Berichte des britischen Verteidigungsministeriums zeigen 1996, dass es einen Zusammenhang mit dem Flugzeugabsturz und der Kontamination gibt, obwohl die USA und Großbritannien vorher diesen dementierten. [New Scientist, 20.07.1996]

07.03. Gründung des Arbeitsausschusses "Kampf dem Atomtod" durch namhafte Atomkraftgegner aus dem politischen, kulturellen und kirchlichen Leben der Bundesrepublik.

11.03. Ein US-amerikanischer B-47- Bomber wirft aus Versehen eine Atombombe über Mars Bluff, Southcarolina ab. Es kam zu keiner Kettenreaktion. Ein Haus wurde jedoch zerstört, einige Menschen verletzt.

22.03. Auf einer Kundgebung in Suhl kündigt DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl Gegenmaßnahmen der Warschauer-Pakt-Staaten für den Fall an, dass die Bundeswehr mit Atomwaffen ausgerüstet wird.

25.03. Der Bundestag beschließt die Ausstattung der Bundeswehr mit Atomwaffen im Rahmen der NATO und damit die Stationierung von Atomwaffen in Westdeutschland. »mehr zum Thema bei DW-Kalenderblatt

01.04. Einen Aufruf an alle Deutschen, durch politische Massenstreiks sich der Ausrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen entgegenzustellen, veröffentlicht das Präsidium des Nationalrats der Nationalen Front der DDR.

01.04. In Reaktion auf die sowjetische Ankündigung über die Einstellung von Atomtests vom 31. März erklärt US-Außenminister John Foster Dulles sein Land wolle Versuche zur Entwicklung einer “sauberen” Atomwaffe fortsetzen. – Großbritanniens Premierminister Harold Macmillan betont in einer Stellungnahme, der Westen sei bereit, im Rahmen eines Abrüstungsabkommens auch die Atomtests bei ausreichender Kontrolle einzustellen.

03.04. Auf einer Pressekonferenz in Paris tritt General Lauris Norstad, Oberbefehlshaber der Nordatlantikpakt-Truppen in Europa, für die Fortführung der Atomtests der Westmächte ein, damit eine größere Skala militärischer Mittel zur Verfügung stehe.

04.-07.04. Die CND organisierte den ersten Ostermarsch gegen Atomwaffen. Der Marsch startete im Hyde Park, London und führte die TeilnehmerInnen bis nach Aldermaston, Berkshire.

10.04. Zum Abschluss eines neuntägigen Besuchs des rumänischen Ministerpräsidenten Chivu Stoica in der Volksrepublik China fordern beide Seiten u.a. die Einstellung der Atomtests durch Großbritannien und die USA, die Ersetzung der Militärblöcke durch kollektive Sicherheitssysteme sowie die Auflösung militärischer Stützpunkte außerhalb der eigenen Grenzen.

17.04. Zum Abschluss einer dreitägigen Konferenz der NATO-Verteidigungsminister in Paris erklären die Teilnehmer, die Verteidigungsstrategie des Nordatlantikpakts müsse auf einer starken Abwehrkraft beruhen, zu der sowohl ein Verteidigungsschild mit konventionellen und atomaren Waffen als auch die mit Atomwaffen ausgerüstete Vergeltungsmacht gehöre.

19.04. In Bielefeld, Bremen, Dortmund, Essen, Hamburg, Kiel, Mannheim und München finden Massenkundgebungen der Aktion "Kampf dem Atomtod" gegen die Aufrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen statt, an denen sich insgesamt rund 200 000 Menschen beteiligen.

28.04. Die USA beginnen mit einer neuen auf 30 Versuche angelegten Atomtestreihe auf der Pazifikinsel Eniwetok. – Auch Großbritannien startet einen neuen Atomtest: Über der Weihnachtsinsel, die ebenfalls im Pazifik liegt, wird ein britischer Atomsprengkörper in großer Höhe zur Explosion gebracht.

04.05. In einer Note an die polnische Regierung lehnt die US-Regierung den Rapackiplan einer atomwaffenfreien Zone in Mitteleuropa ab und schlägt stattdessen die Schaffung einer Inspektionszone vor, die sich von Großbritannien bis zum südlichen Ural erstrecken soll.

15.05. Zum Abschluss eines am 29. April begonnenen Staatsbesuches des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Republik, Gamal Abd an Nasser, in der Sowjetunion wird eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der beide Seiten u.a. für die friedliche Koexistenz, das Verbot von Atomwaffen sowie den Abschluss von Nichtangriffsverträgen eintreten.

15.06. Auf einer Tagung konstituiert sich der "Ständige Kongress gegen die atomare Aufrüstung der Bundesrepublik". [Gründungserklärung] aus dem Archiv der Blätter für deutsche und internationale Politik

24.06. Auf Antrag der Bundesregierung erlässt das Bundesverfassungsgericht eine Einstweilige Verfügung, die es der hessischen Landesregierung untersagt, Volksbefragungen über die Aufrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen in den hessischen Gemeinden zuzulassen.

05.07. Zum Abschluss ihrer viertägigen Sitzung in Paris erklärt die Versammlung der Westeuropäischen Union (WEU), der vom polnischen Außenminister Adam Rapacki vorgeschlagene Plan einer atomwaffenfreien Zone in Mitteleuropa stelle eine tödliche Gefahr für den Westen dar.

11.07. Der Schweizer Bundesrat entscheidet sich grundsätzlich für die Ausrüstung der Armee mit Atomwaffen.

30.07. Das Bundesverfassungsgericht erklärt die von Hamburg und Bremen geplante Volksbefragung über die atomare Bewaffnung der Bundeswehr für verfassungswidrig.

03.08. "USS Nautilus" erreicht den Nordpol. Mit der Fahrt der USS Nautilus wollen die USA ihre technische und politische Überlegenheit demonstrieren. Ein Jahr nachdem die Sowjetunion den Satelliten Sputnik ins All geschossen hat, gleichen die USA im Wettlauf um die größten technischen Innovationen aus. »mehr zum Thema im DW-Kalenderblatt

22.08. US-Präsident Dwight D. Eisenhower kündigt an, sein Land sei aufgrund der in Genf erzielten Ergebnisse bereit, Atomwaffentests für zunächst ein Jahr einzustellen, sobald eine Konferenz über die kontrollierte Einstellung aller Atomwaffentests zusammengetreten ist.

27.08. Auf einer Konferenz in Nyborg in Dänemark verabschiedet der Weltkirchenrat eine Resolution, in der die Atommächte zu verstärkten Bemühungen um eine Einstellung der Kernwaffenversuche aufgerufen werden.

06.09. Während der zweiten Quemoy-Matau Krise mit China, fordert General Twining Präsident Eisenhower auf, den Befehl für Atomwaffeneinsätze gegen China zu erteilen. Eisenhower lehnt ab.

08.09. Die Vereinigten Staaten beenden ihre diesjährige Atomtestserie im Pazifik, die am 28. April begonnen hat. – Ab 15. September sollen in der Wüste von Nevada noch einmal zehn Kernwaffenversuche durchgeführt werden.

29.09. Die Sowjetunion nimmt ihre am 31. März eingestellten Atomwaffentests wieder auf. Die US-Regierung stellt daraufhin fest, dass es sich bei der Einstellung in erster Linie um ein Propagandamanöver gehandelt habe.

30.10. Die Sowjetunion lehnt den Vorschlag der Vereinigten Staaten und Großbritanniens ab, die Atomtests für ein Jahr einzustellen. Beiden Mächten wird vorgeworfen, sie machten diesen Vorschlag erst, nachdem sie selbst die bislang größten Testserien durchgeführt hätten.

31.10. In Genf beginnen die Gespräche der drei Atommächte über die Einstellung der Atomtests unter internationaler Kontrolle. Der US-Präsident Dwight Eisenhower erklärt, dass die USA ihre Atomtests aussetzen und fordert die Sowjetunion auf, sich dem Moratorium anzuschließen. Das Atomtestmoratorium hält bis zum 15. September 1961.

11.11. Die britische Regierung erklärt sich nicht bereit, den sowjetischen Plan einer sofortigen Einstellung der Atomwaffentests ohne ein gleichzeitiges Abkommen über ein Kontrollsystem anzunehmen.

27.11. Berlin-Ultimatum von Chruschtschow. In der Note an die Westmächte forderte er die Umwandlung West-Berlins in eine Freie Stadt, also unabhängig von der Bundesrepublik Deutschland und DDR. Er forderte damit einen Abzug der Truppen der Westalliierten. Somit begann die Berlin-Krise.

28.11. General Lauris Norstad, Oberbefehlshaber der Truppen des westlichen Militärpaktes (NATO) in Europa, kündigt die Ausrüstung der meisten NATO-Armeen mit „modernsten“ Atomwaffen innerhalb der nächsten drei bis sechs Monate an. Die Kontrolle über die Atomsprengköpfe wollen sich die USA vorbehalten.

28.11. Eine US-amerikanische Interkontinentalrakete vom Typ “Atlas” legt von Cape Canaveral/Florida zu ihrem Zielgebiet im Südatlantik erstmals die volle vorgesehene Distanz von 10 000 km zurück.

16.12. Die Außenminister der NATO-Staaten bestätigen nochmals, die Zugehörigkeit West Berlins zum Schutzbereich der NATO.

1959

31.10. Die erste US-Interkontinentalrakete (ICBM) "Atlas-D" wird in Betrieb genommen.

01.12. Der Antarktis-Vertrag wird zur Unterzeichnung eröffnet. Er regelt die Nutzung der Antarktis ausschließlich zu friedlichen Zwecken und verbietet alle Atomwaffenexplosionen sowie die Entsorgung radioaktiven Mülls.

Zitiert:

Konrad Adenauer, 1952. Foto: Bundesarchiv

»Die taktischen Atomwaffen sind im Grunde nichts anderes als eine Weiterentwicklung der Artillerie, und es ist ganz selbstverständlich, dass bei einer so starken Fortentwicklung der Waffentechnik, wie wir sie leider jetzt haben, wir nicht darauf verzichten können, dass unsere Truppen auch jetzt bei uns - das sind ja besondere normale Waffen in der normalen Bewaffnung -, die neuesten Typen haben und die neueste Entwicklung mitmachen.«

Ehem. Bundeskanzler Konrad Adenauer, Spiegel, 15. Mai 1957