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Dienstag, 22. Mai 2012
Aktuelles | USA
Obama bereit zu Abrüstungsgesprächen

„Wir können mit fester Überzeugung sagen, dass wir mehr Atomwaffen haben als nötig“, sagte gestern Barack Obama auf dem zweiten internationalen Gipfel für nukleare Sicherheit in Seoul. Damit hat er sicher recht. Denn jede Atomwaffe, die es gibt, ist eine zu viel. Rund drei Jahre nach seinem „Prager Versprechen“, eine atomwaffenfreie Welt anzustreben, bekräftigte US-Präsident Obama seine Absicht und kündigte für den Mai Gespräche mit dem designierten russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin an. Darin soll über weitere nukleare Abrüstungsmaßnahmen beraten werden.
USA wollen Zahl der Atomwaffen drastisch reduzieren

Welt: Die US-Regierung erwägt eine Verkleinerung ihres Atomwaffenarsenals. Im Gespräch ist eine mögliche Reduzierung um bis zu 80 Prozent. Mit dem Schritt würde Präsident Obama sein Ziel einer atomwaffenfreien Welt verfolgen, das er 2009 verkündet hatte.
Ein Jahr Neuer Start: US betont Effektivität
RIA Novosti: "In dem seit dem Inkrafttreten des Abkommens über die Reduzierung der strategischen Offensivwaffen (Start 3) verstrichenen Jahr haben Russland und die USA 1 800 Mal einander über Bewegungen ihrer Kernwaffen und der entsprechenden Trägermittel informiert, heißt es in einer Mitteilung des US-Außenamtes, die dem ersten Jahrestag des Beginns der Umsetzung dieses Dokuments gewidmet ist."
Geste gegen das atomare Wettrüsten
Kommentar von Andreas Zumach zum US-Atomwaffendoktrin
Nachdem er sich bereits vor einem Jahr zur Vision einer atomwaffenfreien Welt bekannte, hat US-Präsident Barack Obama jetzt die Atomwaffendoktrin seines Landes - zumindest rhetorisch - etwas entschärft. Das ist kein unwichtiger Schritt. Doch ob er ausreicht, um in Ländern wie Nordkorea oder Iran jene positive Wirkung zu entfalten, die Obama sich davon erhofft, ist fraglich.
Nachrichtenarchiv | USA
- 07.04.2010 USA wollen Einsatz von Atomwaffen begrenzen
- 28.03.2010 Jahrelange Blockade überwunden
- 04.01.2010 Streit über Bedeutung von Atomwaffen
- 22.12.2010 Geheimes Abkommen mit Japan aufgedeckt
- 17.12.2009 Senatoren: Ratifizierung nur gegen Modernisierung
Der US-Senat hat den neuen START-Vertrag mit Russland ratifiziert. Präsident Obama hatte die Ratifizierung des Vertrages zum zentralen außenpolitischen Projekt gemacht. Erst in letzter Minute ist es ihm gelungen, die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit zu erhalten.
Die USA haben einen sogenannten subkritischen Atomtest durchgeführt. Der Test stieß auf scharfe Kritik, vor allem in Japan. Gouverneur Hodo Nakamura und Nagasakis Bürgermeister Tomihisa Taue werden sich schriftlich bei Präsidenten Obama über den Atomtest beschweren.
Die Ratifizierung des US-russischen Rüstungskontrollvertrages "New START" ist einen großen Schritt näher gerückt. Der Auswärtige Ausschuss des Senats gab am 16. September grünes Licht für das Abkommen zur Begrenzung weitreichender ballistischer Raketen.