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Donnerstag, 17. Mai 2012

Fangataufa

Die beiden Atolle Fangataufa und Moruroa, im südöstlichen Teil von Französisch-Polynesien gelegen, gehören zum nuklearen Testgelände Frankreichs. Nach der Unabhängigkeit Algeriens im Jahre 1962 verlagerte die französische Regierung ihre atomaren Tests in ihre polynesische Kolonie. In der Folge fanden von 1966 bis 1990 auf diesen beiden Atollen insgesamt 167 Atomtests statt. Der kleinere Teil dieser Tests entfiel dabei auf das Fangataufa-Atoll, das mit einer Größe von fünf mal acht Kilometer kleiner als das benachbarte Moruroa Atoll ist. Die Tests waren die Grundlage für die Entwicklung von mindestens 8 Typen nuklearer Sprengköpfe. Bis 1974 fanden insgesamt 44 atmosphärische Tests auf beiden Atollen statt. Dabei kam es aufgrund der geringen Detonationshöhe – die ersten Tests fanden auf der Erdoberfläche oder auf einem in der Lagune verankerten Schleppkahn statt – zu einer großen Menge radioaktiven Fallouts.

Ab 1975 wurden daher jedes Jahr vier bis elf Tests unterirdisch durchgeführt; auch hier entfielen 120 Tests auf das Moruroa und drei Tests auf das Fangataufa Atoll. Um diese Tests durchzuführen, wurden 500 bis 1200 Meter tiefe Schächte in den Basalt der Atolle gebohrt. Zunächst wurden dabei Tests in den Außenrändern der Atolle durchgeführt, die jedoch höchstwahrscheinlich zu einer Schwächung des Basaltsockels führten. Ab 1986 wurden daher Schächte, in der Mitte des Atolls benutzt. (Quelle: Radioaktive Verseuchung von Himmel und Erde. Atomwaffentests unter, auf und über der Erde: Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt. IPPNW Wissenschaftliche Reihe Band 2)

Im Oktober 1995 berichtete die französischen Tageszeitung »L’monde« (vgl. L’monde, Dienstag, 3. Okt. 1995 und L’monde, Mittwoch, 4. Okt. 1995) an Hand einer französische Militärkarte aus dem Jahre 1980 dass schon damals lange Risse den Basaltsockel des Mururoa-Atolls durchzogen haben. Diese Risse waren anschließend mit Zementfüllungen von den französischen Militärs verschlossen worden. Dabei muss betont werden, dass bis 1980 erst 30 unterirdische Atomtests in Mururoa durchführt worden waren. Insgesamt beträgt die Zahl der durchgeführten Tests ca. 100.

Die Belege, die die französische Zeitung vorgelegt hat, gelten als Beweis dafür, dass die Bedrohung der Atolle im Südpazifik durch die Atomwaffentests weit größer ist, als dies die französische Regierung der Weltöffentlichkeit Glauben machen will. Der Raum für Spekulationen ist in der Tat groß: Vor allem stellt sich die Frage, ob eine Verlegung der Atomtests von Mururoa nach Fangataufa auch mit Blick auf die offenkundig brüchige Struktur des Mururoa-Atolls vorgenommen wurde. Damit steht zu befürchten, dass bei weiteren Atomwaffentests auf den Atollen Mururoa und Fangataufa Teile der Vulkansockel aufgerissen werden können. Durch das im Vulkansockel von Mururoa nach den französischen Atomwaffentests eingeschlossene radioaktive Material ist das Atoll weltweit eine der größten Lagerstätten. Ob diese Lagerstätte für radioaktives Material wasserdicht abgeschlossen bleibt, kann zurzeit niemand mit Sicherheit beantworten. (Quelle: www.maraba.de)

Bearbeitungsstand: Juli 2007

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