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Samstag, 11. Februar 2012
B-61-Bombe

Die B-61-Bombe ist eine freifallende Wasserstoffbombe mit fünf verschiedenen Modellen: B-61-3, -4, -7, -10 und -11. Die B-61-11 ist auch als nuklearer "Bunker Buster" bekannt. Alle Modelle haben eine wählbare Sprengkraft.
60 B-61-3 oder -4 Atombombe sind der NATO unter der sogenannten nuklearen Teilhabe zugeteilt und in Belgien (Klein Brogel), Deutschland (Büchel), und den Niederlanden (Völkel) gelagert. Darüber hinaus sind ca. 150 Atomwaffen in US-Basen in Italien (Aviano), und der Türkei (Incirlik) stationiert . In all diesen Ländern gibt es seit einigen Jahren eine Debatte über Sinn und Zweck der nuklearen Teilhabe, mit teilweise großen Mehrheiten für den Abzug der US-Atomwaffen.
Die erste Stationierung von Kernwaffen in Deutschland erfolgte bereits 1955 im Zusammenhang mit dem Kalten Krieg. Ein Großteil dieser Waffen wurden seit 1996 in die USA zurückverlegt. Mindestens 300 B-61-Bomben wurden in den letzten zehn Jahren von Ramstein, Nörvenich, Memmingen (D), Lakenheath (GB), Araxos (GR), Balikesir, Murted (TR) und Ghedi Torre (I) bereits abgezogen. Aus der nuklearen Teilhabe ausgeschieden sind neben Kanada auch Griechenland, die Türkei und zuletzt Italien.
Die B-61 ist die älteste Bombe im US-Arsenal. Zur Zeit wird im Senatsausschuss für Energie und Wasser diskutiert, ob ihre Betriebslaufzeit durch eine Modernisierung verlängert werden sollte (Life Extension Program).
Alle hier angegebenen Zahlen sind nur Einschätzungen, da die Zahl der in Europa befindlichen Atomwaffen der Geheimhaltung unterliegt. (XH)
Die in Europa gelagerten US-Atombomben der Versionen B-61-3 und B-61-4 sollen modernisiert werden. Gemeinsam mit der strategischen Version B-61-7 und einer weiteren taktischen Version, der B-61-10, sollen sie durch ein neues Modell, die B-61-12, abgelöst werden. Fast 2 Milliarden U.S.-Dollar sind derzeit für die Haushaltsjahre 2011-2015 für eine Machbarkeitsstudie und den Einstieg in Entwicklung und Bau der neuen Version in die Planung eingestellt. Weitere Milliarden müssen in den Folge-Jahren bis zum geplanten Programmende 2021/2 fließen, denn die neue Bombe kann frühestens ab 2017/18 als Bewaffnung für Jagdbomber und Langstreckenbomber bereitgestellt werden. Der bisher bestehende Unterschied zwischen taktischen und strategischen Versionen der B-61 würde mit der neuen Version hinfällig.
Die als Lebensdauerverlängerung bezeichnete Planung für die B-61-12 ist weit mehr als nur das. Vier Wochen nach Veröffentlichung des NPR beantragte die zuständige NNSA (National Nuclear Security Administration) eine Erhöhung der für das Jahr 2011 beantragten Haushaltsmittel. Anfang Mai 2010 wurden die zuständigen Kongressausschüsse informiert, dass im Haushaltsjahr 2011 rund 53,5 Millionen Dollar zusätzlich eingestellt werden sollen, um 2017 den ersten neuen Sprengkopf vom Typ B-61-12 vorweisen zu können. Rund 19 der zusätzlichen Millionen sollen dazu dienen, die Machbarkeit einer Modernisierung der nuklearen Komponenten der Bomben zu untersuchen. Das Vorhaben schließe ein, „den Primary (primären Fusionssprengsatz) der B-61 neu aufzubauen, ein vorhandenes Pit (den nuklearen Kern) der B-61 wiederzuverwenden sowie das canned subassembly (mit der Interstage / Zwischenstufe und dem Secondary, dem sekundären nuklearen Fissionssprengsatz) der B-61 ebenfalls wiederzuverwenden oder neu aufzubauen.“ Arbeiten an den nuklearen Komponenten der Bombe B-61-12 hat der Kongress explizit von seiner gesonderten Zustimmung sowie weiteren unabhängigen Studien abhängig gemacht. Sie sind außerdem nur zulässig, wenn der Präsident ihnen explizit zustimmt und dadurch entweder die Handhabungssicherheit (surety) oder die Sicherheit (security) der Waffe gesteigert bzw. die Notwendigkeit nuklearen Testens verringert werden kann. (Otfried Nassauer, Oktober 2010)
Bearbeitet: November 2010
siehe auch: Büchel
siehe auch: Bunker Buster
siehe auch: nukleare Teilhabe
siehe auch: Ramstein
siehe auch: Wasserstoffbombe