Atomwaffen A-Z

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Donnerstag, 17. Mai 2012

2000

17.01. Russischer Präsident Wladimir Putin unterschreibt eine neue Militärdoktrin, in der die Schwelle für den Ersteinsatz von Atomwaffen deutlich gesenkt wurde.

26.01. Der ehem. IAEO-Direktor Hans Blix wird Leiter von UNMOVIC, der UN-Organisation, die UNSCOM ersetzen soll und verantwortlich für die Inspektionen im Irak ist. Die Zielsetzung der neuen Kommission besteht darin, sicherzustellen, dass der Irak über keinerlei Massenvernichtungswaffen mehr verfügt.

14.04. Der START-II-Vertrag wird von der russischen Duma ratifiziert, jedoch unter der Bedingung des Verbleibs der USA im ABM-Vertrag. Die USA kündigen den ABM-Vertrag jedoch wenig später, so dass START-II nicht in Kraft tritt.

24.04. Die 6. Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags (NPT RevCon) beginnt in New York. Vier Wochen dauert die Konferenz an, am Schluss verabschieden die Unterzeichnerstaaten die "13 Schritte", systematische Maßnahmen zur Umsetzung des Artikel VI des Vertrags (Abrüstungsverpflichtung).

26.05. 200 Menschen nehmen an Israels größter antinuklearen Demonstration in der Nähe vom Dimona-Reaktor teil.

06.06. US-Präsident Clinton und russischer Präsident Putin einigen sich auf ein Abkommen zur Frühwarnung.

06.07. Russischer Präsident Wladimir Putin ruft die USA auf, zusammen ihre Arsenale auf jeweils unter 1.500 Atomwaffen zu reduzieren.

12.08. Unfall: Der russische Atom-U-Boot Kursk sinkt im Barentsee. Es sollen angeblich keine Atomwaffen an Bord sein. Alle 118 Seemänner an Bord sind dabei gestorben.

01.09. US-Präsident Bill Clinton erklärt, er verschiebt die Entscheidung über Raketenabwehr, weil er über die technische Machbarkeit des Systems Bedenken hat.

20.11. Die UN-Vollversammlung beschließt die Resolution der "New Agenda Coalition" mit 154 ja-Stimmen zu 3 nein-Stimmen. Acht Staaten enthalten ihre Stimmen.

2001

Januar US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld nennt den ABM-Vertrag "antike Geschichte". Weniger als eine Woche später sagte US-Aussenminister Colin Powell, dass der Vertrag nicht mehr relevant sei.

Juni Die Regierung in Pjöngjang gibt bekannt, dass sie eine Wiederaufnahme ihrer Raketentests erwägt, wenn die USA sich nicht zu neuen Gesprächen bereit zeigen.

13.12. U.S.-Präsident Bush kündigt den Rückzug der USA aus dem ABM-Vertrag an.

31.12. Der US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld leitet dem Kongress den "Nuclear Posture Review" zu, der im März in Auszügen der Presse zugespielt wird. Der Text beschreibt die Pläne zur Modernisierung des US-Atomwaffenarsenals und seine Aufrechterhaltung bis ca. zum Jahr 2070.

2002

Sieben Minuten vor Zwölf: Angst vor einem terroristischen Nuklearangriff wächst. Die USA wollen neue Atomwaffen entwickeln, die vor allem unterirdische Ziele zerstören können. Zudem tritt Washington vom Anti-Raketenabwehr-Abkommen (ABM) zurück und distanziert sich von anderen Rüstungskontrollverträgen.

01.01. Der Vertrag über den offenen Himmel (Open Skies) tritt in Kraft. Der Vertrag regelt die Öffnung des Territoriums für unbewaffnete Überwachungsflüge.

11.01. US-Präsident George W. Bush zählt Nordkorea, Irak und Iran zur "Achse des Bösen" und bezichtigt sie des Besitzes von Massenvernichtungswaffen. Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus beansprucht die USA die Führung.

24.05. Die Präsidenten George W. Bush und Vladimir Putin unterzeichnen als Ersatz für das gescheiterte START II- Abkommen den "Strategic Offensive Reductions Treaty" (SORT, Moskauer Vertrag oder Bush-Putin-Abkommen). Danach müssen die beiden Länder die stationierten strategischen Atomwaffen bis zum Jahr 2012 auf jeweils höchstens 1 700 bis 2 200 reduzieren.

13.06. Die Kündigung des ABM-Vertrages durch die USA tritt in Kraft.

14.06. Der russische Präsident Putin erklärt, dass sich Russland nicht länger an den START-II-Vertag gebunden fühlt und daher den Ratifikationsprozess nicht weiter anstrebt.

16.10. Das nordkoreanische Atomwaffenprogramms wird durch die USA öffentlich gemacht.

2003

10.01. Nordkorea kündigt den Atomwaffensperrvertrag (drei Monate später läuft die Mitgliedschaft ab).

März Veröffentlichung von Auszügen des Pentagon-Berichtes an das US- Repräsentantenhaus zur Überprüfung der US-Atomwaffendoktrin (NPR = Nuclear Posture Review). Konkrete Kriegszenarien mit Zielen in China, Russland, Irak, Libyen und Syrien werden durchgespielt. Die USA entwickeln kriegsbereite Atomwaffen, bereiten die Wiederaufnahme von Atomtests vor und planen den Einsatz von Atomwaffen in einem konventionellen Krieg.

Juni Die USA bezichtigt den Iran eines Atomwaffenprogramms.

01.06. Der "Strategic Offensive Reductions Treaty" (SORT) tritt in Kraft.

11.11. US-Kongress will das Verbot für den Bau von Mini-Atombomben (Mininuke) aufheben und die Entwicklung und Testung neuer US-Atomwaffen fortsetzten. Die kleinen Atomwaffen sollen im konventionellem Krieg eingesetzt werden, da sie angeblich kaum Schaden in der Zivilbevölkerung anrichten.

2005

10.02. Nordkorea behauptet zum ersten Mal tatsächlich im Besitz von Atomwaffen zu sein.

27.05. In New York scheitert nach vierwöchigen Verhandlungen die Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages.

26.10. Der republikanische Senator Pete Domenici erklärt aus dem US-Staat New Mexico, dass die Forschung für einen bunkerbrechende Atomsprengkopf (Bunker Buster) eingestellt wird, weil deren Finanzierung gestrichen wurde.

2006

19.01. Frankreichs Präsident Jacques Chirac droht in einer Rede am Atom-U-Boot-Stützpunkt Ile Longue alle Staaten, die »gegen uns auf terroristische Mittel zurückgreifen«, mit dem Einsatz von Atomwaffen. Damit stellt er die französische Doktrin der Abschreckung auf eine neue Grundlage.

10.05. Präsident Vladimir Putin erklärt in einer Rede vor dem russischen Parlament, dass Russland neue Atomwaffen und hochpräzise konventionelle Waffen entwickeln würde.

08.09. Der Vertrag zur atomwaffenfreien Zone im Zentralasien (Semei-Vertrag) wird in Semipalatinsk anläßlich des 15. Jahrestags der Schließung der Atomtestgelände unterschrieben.

09.10. Nordkorea zündet seine erste Atomwaffe mit einer Sprengkraft vergleichbar mit 550 Tonnen TNT auf dem Versuchsgelände in Hwaderi nahe der Stadt Kilju.

2007

Fünf Minuten vor Zwölf: Die Welt steht an der Schwelle eines zweiten Nuklearzeitalters. Ein Atomkrieg zwischen den USA und Russland könnte immer noch in Minuten ausgelöst werden. Nordkorea führte einen Atomtest aus und Iran wird verdächtigt, Atomwaffen erwerben zu wollen. Der Klimawandel wird erstmalig als globale Bedrohung erkannt.

04.01. Henry Kissinger, George Schultz, William Perry und Sam Nunn veröffentlichen ein Appell "Für eine atomwaffenfreie Welt" im Wall St. Journal.

15.02. Russland spricht zum ersten Mal von der Möglichkeit, den INF- (Mittelstrecken-) Vertrag zu kündigen, falls die USA ihre Pläne umsetzen, Raketenabwehrkomponenten in Polen und der Tschechischen Republik zu stationieren.

14.03. In London verabschiedet das britische Parlament die Bestellung von neuen U-Boote für das britische Atomwaffensystem - dort allgemein als »Trident« bekannt.

09.07. Laut Informationen von Atomwaffenexperten in den USA wird es bekannt, dass ca. 130 US-Atomwaffen aus Ramstein in Deutschland - wahrscheinlich bereits in 2005 - abgezogen wurden.

30.08. Ein Langstreckenbomber des Typs B-52 überfliegt die USA mit fünf bis sechs gefechtsbereiten Atomwaffen des Typs Advanced Cruise Missiles. Die Piloten hatten während des Fluges keine Kenntnis von ihrer gefährlichen Fracht.

2008

15.01. Henry Kissinger, George Schultz, William Perry und Sam Nunn veröffentlichen wieder einen Meinungsartikel für eine atomwaffenfreie Welt im Wall Street Journal.

2009

24.10. Der Weltsicherheitsrat spricht sich einstimmig für die nukleare Abrüstung in aller Welt aus. Das höchste UN-Gremium erklärt in einer Resolution die "Sicherheit für alle und eine Welt ohne Atomwaffen" zu seinem primären Ziel. 

05.12. Der START-I-Vertrag zwischen den USA und Russland läuft ohne ein Nachfolgeabkommen aus. START-I soll allerdings weiterhin seine Gültigkeit behalten.