
Startseite | Atomwaffen-Geschichte | Chronik des Atomzeitalters | 1990 - 1999
Donnerstag, 17. Mai 2012
1991
Siebzehn Minuten vor Zwölf: Der Kalte Krieg ist vorbei. Die USA und Russland vereinbaren tiefe Einschnitte in ihren Atomwaffenarsenalen. In beiden Ländern werden viele der Raketen und Bomber nicht mehr auf Höchstbereitschaft gehalten.
03.04. Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet Resolution 687, die die Zerstörung Iraks atomare, chemische und biologische Waffen sowie Raketen mit einer Reichweite von mehr als 150 Kilometer verlangt. Der Sicherheitsrat richtet eine Sonderkommission ein (UNSCOM), um die Eliminierung aller Massenvernichtungswaffen im Irak zu kontrollieren.
13.06. Die USA und UdSSR äußern sich unterschiedlich zu der Verbindung zwischen START und ABM. Die Sowjetunion sieht einen effektiven START nur gewährleistet, wenn der ABM-Vertrag befolgt wird.
10.07. Südafrika wird als atomwaffenfreier Staat Vertragspartei des Atomwaffensperrvertrages.
15.07. Frankreich führt seinen letzten Atomtest durch vor einem Moratorium, das bis September 1995 andauert.
31.07. Unterzeichnung des Vertrages über die Reduzierung von strategischen Atomwaffen (START I) zwischen den USA und der Sowjetunion. Der Vertrag sieht eine Abrüstung auf 1.600 Trägersysteme mit maximal 6.000 Atomsprengköpfen vor.
29.08. Der sowjetische Atomtestgelände Semipalatinsk in Kasachstan wird nach insgesamt 496 Atomtests geschlossen.
03.09. Russischer Präsident Boris Jelzin ruft für ein internationales Atomtestmoratorium auf.
05.10. Sowjetischer Präsident Michail Gorbatschow kündigt ein einjähriges einseitiges Atomtestmoratorium an und fordert ein internationales Atomteststopp.
09.11. Erste kontrollierte Kernfusion in der Forschungsanlage JET bei London.
26.11. Letzter Atomtest von Großbritannien in Nevada, USA. Insgesamt zündeten die Briten 45 Atombomben, davon 21 oberirdisch.
05.12. US-Präsident Bush unterzeichnet das Raketenabwehrgesetz (Missile Defense Act 1991). Das Gesetz besagt, dass die USA ein Raketensystem in Übereinstimmung mit dem ABM-Vertrag bis 1996 aufbauen sollen.
21.12. In Alma-Ata kündigen die sowjetischen Republiken Ukraine, Belarus und Kasachstan an, dass alle taktischen Atomwaffen bis 1. Juli 1992 zurück nach Russland geschickt werden.
25.12. Gorbatschow tritt als sowjetischer Staatspräsident zurück und übergibt Jelzin als russischem Präsidenten das Kommando über die strategischen Atomwaffen. Die EG und die USA erkennen Russland als Rechtsnachfolger der UdSSR an.