03.08.2017: Initative | Kirche

Gedenken an Hiroshima: deutsche Kirchen fordern Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag

Gefaltete Papierkranich-Ketten für Hiroshima-Gedenktag. Foto: Xanthe Hall / IPPNW

Im Rahmen des 72. Jahrestags der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki sprachen Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland ihre Zustimmung zum neuen Verbotsvertrages aus. Die Deutsche Kommission der katholischen Kirche Justitia et Pax, die katholische Friedensbewegung Pax Christi sowie der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bekräftigten ihre Forderung nach einem Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag.

Der am 7. Juli 2017 verabschiedete Vertrag wurde von Pax Christi-Präsident Heinz Josef Algermissen in seiner Erklärung als historische Chance und großer Schritt für die Abschaffung der Atomwaffen bezeichnet. Der Bischof sah in dem Beschluss eine deutliche Botschaft der Unterzeichner-Staaten, welcher nun auch Deutschland folgen und den Vertrag unterzeichnen sollte. Dabei rief er die verantwortlichen Politiker auf, „mutig voranzugehen“ und den Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland zu beschließen.

Die deutsche Kommission Justitia et Pax bezog in ihrem achten Zwischenruf im Wahljahr 2017 eine ähnliche Position. Professor Dr. Heinz-Günther Stobbe forderte die katholische Kirche in Deutschland auf, sich der Bewegung anzuschließen, die den Beitritt Deutschlands zum Abkommen anstrebt. Für den Theologen bestehe ein Widerspruch in dem Anspruch auf Atomwaffen, den einige Staaten erheben, und der Tatsache, dass diese gleichzeitig allen anderen Ländern dieses Recht absprächen. Zudem wies er auf die verbundenen Sicherheitsrisiken durch die erschwerte Kontrolle des radioaktiven Materials aus militärischer und ziviler Nutzung hin.

Auch der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) forderte die Regierung auf, dem Vertrag beizutreten und eine völkerrechtliche Lücke zu schließen. Atomwaffen seien die einzigen Massenvernichtungswaffen, die noch nicht verboten seien, so der Friedensbeauftragte Renke Rahms. Im Hinblick auf die in Deutschland stationierten US-Atomwaffen sprach er sich außerdem gegen die geplante Modernisierung aus und bezeichnete deren Abzug vom Bundeswehr-Fliegerhorst in Büchel in der Eifel als überfälligen Schritt. Brahms nahm den Gedenktag der Atombombenabwürfe zum Anlass, um zu betonen, dass die Opfer bis heute eine Mahnung seien,“ dass diese schrecklichen Waffen endlich verboten gehören".

Am 6. August 1945 hatte die US-Luftwaffe eine Atombombe über der japanischen Großstadt Hiroshima abgeworfen, drei Tage später eine zweite über Nagasaki. Während zahlreicher Gedenkveranstaltungen wird am Wochenende den Opfern der Atombombenabwürfe in Deutschland gedacht. vb , (Quellen: Domradio, Deutsche Bischofskonferenz)

Bild oben: Gefaltete Papierkranich-Ketten für Hiroshima-Gedenktag. Foto: Xanthe Hall / IPPNW

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