Initiativen Heute

Heute herrscht wieder viel Aktivität in Deutschland und weltweit gegen Atomwaffen und für eine atomwaffenfreie Welt.

Im Jahr 2015 jähren die Abwürfe der Atomwaffen auf Hiroshima und Nagasaki zum 70. Mal. In Deutschland gibt es seit 2012 die Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“ für eine Ächtung aller Atomwaffen und für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland. Die Internationale Kampagne für die Abschaffung aller Atomwaffen (ICAN) fordert einen Verbotsvertrag, der bereits ohne die Atomwaffenstaaten verhandelt wird. Viele prominente Menschen haben sich zusammen geschlossen, um ein „Global Zero" zu fordern. Und: die Bürgermeister für den Frieden sowie Abgeordnete weltweit arbeiten zusammen für eine atomwaffenfreie Welt. Das Thema ist auch für junge Leute spannend und die nächste Generation ist kräftig dabei.

ICAN - Internationale Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen

Die Internationale Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen (ICAN – International Campaign to Abolish Nuclear Weapons) ist eine Koalition von mehr als 450 Nichtregierungsorganisationen in etwa hundert Ländern, die sich für den Beitritt zum und die Implementierung des Atomwaffenverbotsvertrages der Vereinten Nationen einsetzt. Dieses historische Abkommen wurde am 7. Juli 2017 in New York beschlossen.

Im Jahre 2007 wurde ICAN von den Internationalen Ärzten für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) in Melbourne, Australien ins Leben gerufen. Motiviert wurden die Gründungsmitglieder durch den Erfolg der Internationalen Kampagne für die Abschaffung von Landminen, die ein Jahrzehnt früher eine bedeutende Rolle in den Verhandlungen über eine Anti-Personenminen-Konvention, auch Ottawa-Vertrag genannt, gespielt hatte.

Seit seiner Gründung hat sich ICAN weltweit dafür eingesetzt, eine starke öffentliche Unterstützung für die Abschaffung von Atomwaffen aufzubauen. Durch die Beteiligung humanitärer Organisationen wie dem Internationalen Roten Kreuz und gleichgesinnte Regierungen, hat die Kampagne dazu beigetragen, die humanitären Folgen ins Zentrum der Debatte um Atomwaffen zu bringen und eine Bewegung für die Ächtung zu schaffen.

Homepage: www.icanw.de

Humanitäre Initiative

Botschafterin Dell Higgie aus Neuseeland verliest die Erklärung der Humanitären Initiative vor der UN-Vollversammlung im Oktober in New York. Foto: ICAN

Seit 2012 schließen sich immer mehr Staaten zusammen, um ihre Besorgnis über die katastrophalen humanitären Folgen von Atomwaffen zum Ausdruck zu bringen. In sechs darauf folgenden Erklärungen wuchs die Gruppe der unterstützenden Staaten immer weiter an und erreichte zuletzt im April 2015 159 Unterstützerstaaten. In 2013 und 2014 fanden drei Regierungskonferenzen zum Thema "Humanitäre Folgen von Atomwaffen" statt: in Norwegen, Mexiko und Österreich.

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Kampagne "atomwaffenfrei.jetzt"

Ziel der deutschen Kampagne atomwaffenfrei.jetzt ist, Atomwaffen durch einen juristischen verbindlichen Vertrag weltweit zu ächten, so wie es bei anderen Massenvernichtungswaffen schon geschehen ist. Denn es gibt nur eine Antwort auf die Gefahren, die Atomwaffen mit sich bringen: Ihre vollständige Abschaffung.

Auf dem Weg zur weltweiten Abrüstung ist ein erster wichtiger Beitrag der Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland. Deswegen setzt die Kampagne sich mit Nachdruck dafür ein. Die geplante Modernisierung der in Europa stationierte Atombomben ist kontraproduktiv und außerdem eine Verschwendung von Finanzressourcen. Daher fordert die Kampagne einen sofortigen Stopp dieser Pläne.

Die Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“ ist eine Partnerorganisation von ICAN und Abolition 2000. Mehr zur Kampagne auf der Homepage www.atomwaffenfrei.de

Bürgermeister für den Frieden

Mayors for Peace

Der weltweite Verband Bürgermeister für den Frieden ruft ihre Mitgliedstädte auf, die Kampagne "2020 Vision" zu unterstützen, um sich so in die Verhandlungen über Atomwaffen einzumischen. Sie werden dabei von Friedensgruppen auf der ganzen Welt unterstützt. Sein Ziel ist, die verbindliche Vereinbarung eines Zeitplans für die Abschaffung aller Atomwaffen und eine Nuklearwaffenkonvention durchzusetzen, um eine atomwaffenfreie Welt bis 2020 zu erreichen.

Die Organisation Mayors for Peace wurde 1982 vom Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Aus der grundsätzlichen Überlegung heraus, dass BürgermeisterInnen für die Sicherheit und das Leben ihrer BürgerInnen verantwortlich sind, versuchen die Mayors for Peace Einfluss auf die weltweite Verbreitung von Atomwaffen zu nehmen und diese zu verhindern. Der weltweite Verband hieß früher (in deutscher Sprache) "Programm zur Förderung der Solidarität der Städte mit dem Ziel der vollständigen Abschaffung von Atomwaffen (Partnerschafts-Programm der Städte Hiroshima und Nagasaki zur Ächtung aller Atomwaffen in Ost und West)". Bereits über 100 Städte und Gemeinden in Deutschland sind in den 80er-Jahren Mitglieder geworden. Seit Bürgermeister Akiba den Verband in "Mayors for Peace" umbenannt und 2003 die  Kampagne "2020 Vision" ins Leben gerufen hat, hat sich diese Zahl vervierfacht. Im April 2011 wurde Kazumi Matsui zum Bürgermeister Hiroshimas gewählt, damit wurde er anstelle von Tadatoshi Akiba neuer Ko-Präsident zusammen mit dem Bürgermeister von Nagasaki Tomihisa Taue. Mayors for Peace ist eine Partnerorganisation von ICAN.

Homepage www.mayorsforpeace.de

Das Parlamentarisches Netzwerk für nukleare Abrüstung und Nichtverbreitung (PNND)

PNND ist ein überparteiliches Forum für Abgeordnete im In- und Ausland zur Zusammenarbeit, zum Informationsaustausch, zur Entwicklung gemeinsamer Strategien und zur Beteiligung an Diskussionen und Initiativen für die nukleare Abrüstung.

Das Netzwerk bietet Informationen für Abgeordnete zu Fragen der nuklearen Abrüstung und zu internationalen Treffen einschließlich der Abrüstungskonferenzen der Vereinten Nationen. Abgeordneten tauschen Ideen, Informationen und Strategien aus. PNND bildet ein Forum für die Ausarbeitung gemeinsame Strategien für Abgeordnete bei internationalen Initiativen, zum Beispiel zur Umsetzung der Abrüstungsverpflichtungen aus dem Nichtverbreitungsvertrag, zum NATO Review, oder zu Resolutionen der Vereinten Nationen. PNND bietet auch Kontakte zu Experten von Nichtregierungsorganisationen.

Homepage: www.pnnd.de

Global Zero

Global Zero Logo

Die Kampagne »Global Zero« startete am 8. Dezember 2008. Sie zeigt die Breite der Unterstützung für die Vision einer atomwaffenfreien Welt, zunächst in Form eines Zusammentreffens von »Global Leaders« in Paris. Mehr als 100 führende Persönlichkeiten unterstützten das Ziel von »Global Zero«. Sie sagten von sich selbst: »Unser internationales Team von Strategieexperten hat sich mit der Ausarbeitung eines Schritt-für-Schritt-Plans befasst, der alle Maßnahmen berücksichtigt, die zum Erreichen des Ziels Zero nötig sind. Global Zero hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine breite gesellschaftliche Unterstützung für das Anliegen zu mobilisieren, das Ziel einer atomwaffenfreien Welt zu erreichen - durch weltweite Berichterstattung auch in Online-Medien und den Aufbau von Graswurzelinitiativen«.

Homepage: www.globalzero.org/de

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Bearbeitungsstand: Dezember 2014