28.02.2012: Iran | USA

US-Geheimdienste entlasten Iran

Iran hält die Welt absichtlich im Unklaren

US-Verteidigungsminister Leon Panetta, 2011. Foto: Monica King/DoD

Vor wenigen Tagen verkündeten US-Verteidigungsminister Leon Panetta und Geheimdienstdirektor James Clapper stellvertretend für die 16 US-Nachrichtendienste, sie sähen trotz verstärkter Bemühungen Irans zur Urananreicherung keine Hinweise darauf, dass die Islamische Republik entschieden habe, Atomwaffen zu entwickeln. Damit bestätigen sie einen bereits 2007 verfassten Bericht, der zu dem Schluss kam, dass Iran schon im Jahre 2003 sein Nuklearwaffenprogramm eingestellt habe. Clapper betont jedoch, dass Iran sich die Option offen halte, eine Atombombe zu bauen.

Dadurch, so vermuten einige Geheimdienstmitarbeiter, wolle Iran eine "strategische Zweideutigkeit" herstellen. Die Weltgemeinschaft soll über die Atomwaffenaspirationen im Unklaren gehalten werden, damit Iran in internationalen und bilateralen Verhandlungen im Nahen und Mittleren Osten eine stärkere Position einnehmen kann. Tatsächlich ist es sowohl unter den Geheimdiensten als auch unter Iranexperten überwiegend Konsens, dass das Land derzeit nicht direkt den Bau von Atomwaffen vorantreibt, sondern "nur" die Fähigkeit dazu besitzen möchte. US-Regierungsvertreter heben allerdings hervor, dass es extrem schwierig ist, künftige Schritte des iranischen Regimes vorherzusagen. Das hänge unter anderem mit der starken Fraktionalisierung unter der Machtelite zusammen. jb

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