Ehemalige sowjetische Republiken

Belarus, Kasachstan und Ukraine

SS-19 silo bei Perwomajsk, nachdem den Kopfwerk abgebaut wurde, Foto: nti.org

Die drei Staaten Kasachstan, Ukraine und Weißrussland gingen aus der ehemaligen Sowjetunion hervor. Auf ihrem Territorium befanden sich während des Kalten Krieges wichtige militärische Basen, Testgelände und Stützpunkte für Atomwaffen. Die Ukraine war deswegen im Besitz von etwa 5000 strategischen und taktischen Waffen, Weißrussland von 81 ballistischen Interkontinentalraketen und Kasachstan von 1400 nuklearen Sprengköpfen, 104 ballistischen Interkontinentalraketen und zahlreichen schweren Bombern.

Alle drei Länder verfolgten nach dem Zusammenbruch der UdSSR das Ziel atomwaffenfrei zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden alle nuklearen Sprengköpfe, Interkontinentalraketen und Bomber entweder an Russland zurückgegeben oder materialgerecht entsorgt. Dabei erhielten die beteiligten Länder teils finanzielle Unterstützung und Aufwandsentschädigungen für den freiwilligen Abbau der Waffenarsenale von den USA.

Auf dem Weg der nuklearen Abrüstung traten alle drei Länder dem START 1 und START 2 Vertrag 1993 bei. Dieser Beitritt wurde jedoch erst rechtskräftig nachdem Russland diesem 1994 zugestimmt hatte. Kasachstan erreichte das Ziel atomwaffenfrei zu sein 1995, Weißrussland  und die Ukraine 1996.

Die Umsetzung des Vorhabens war besonders für Kasachstan mit wirtschaftlichen Konsequenzen verbunden. Vor dem Zusammenbruch der UdSSR war es eine der florierendsten Waffenproduktionsstätten Asiens, unter anderem für Beryllium, Uranerz, anti-Schiff Raketen und Torpedos. Heute hingegen befindet sich lediglich noch der russische Weltraumbahnhof Baikonur in Benutzung. (GO)

Stand: März 2009

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