Russlands strategische Flotte

U-BooteSpreng-
köpfe
Insgesamt11128512
NameZahlTypZahlGesamt-
zahl
Projekt 667BDR (Delta III)232 R-29R (SS-N-18)396
Projekt 667BDRM (Delta IV)680 R-29RM (SS-N-23)4320
Projekt 941 (Taifun)1
Projekt 955 (Borej)316 R-30 Bulawa696

 

Ein Delta-IV ist in Wartung, seine Raketen wurden nicht im Gesamtzahl mitgezählt. Ein Taifun-U-Boot wurde als Startplatform für die Bulawa-Rakete umgebaut und daher nicht im Gesamtzahl mitgezählt.  Bis Januar 2015 hatte nur ein Borej-U-Boot alle 16 Raketen an Bord.

Quelle: Pavel Podvig, Russian strategic nuclear forces, Strategic Fleet, 8.1.2015

Hintergrund

Neue Atomwaffen

eine russische Interkontinental-Rakete des Typs Bulawa nach dem Abschuss von einem U-Boot aus

Russland hat im Oktober 2003 eine Modernisierung seiner Atomstreitmacht angekündigt. Es soll eine neue Generation strategischer Atomwaffen und Trägersysteme entwickelt werden. Als Begründung wird unter anderem die Notwendigkeit angeführt, den geplanten Raketenschirm der USA zu überwinden.

Am 10. Mai 2006 erklärte Präsident Vladimir Putin in einer Rede vor dem russischen Parlament, dass Russland neue Atomwaffen und hochpräzise konventionelle Waffen entwickeln würde. Dies sei notwendig, um das strategische Gleichgewicht mit den USA aufrecht zu erhalten.

Bereits 2004 hat Putin eine neue Atomwaffe erwähnt. Es wird vermutet, dass eine Modifizierung der ballistischen Rakete "Topol-M" gemeint war. Eine mobile Version dieser Rakete, bestückt mit einem Mehrfachsprengkopf, wurde 2004 getestet und 2005 in Serie hergestellt. Sie könnte dann bereits innerhalb von zwei Jahren einsatzbereit sein. Topol-M-Raketen haben eine Reichweite von 9600 Kilometern. Des weiteren entwickelt Russland angeblich eine Rakete, die 4,4 Tonnen Tragfähigkeit hat (herkömmliche nur 1,32 Tonnen) und damit bis zu 10 Sprengköpfe tragen kann.

Außerdem will Russland auch Bulawa Atomraketen (russ. 3M14, westl. Bezeichnung SS-NX-30) kaufen. Die Bulawa entspricht der SS-27, wird aber anders als diese nicht von Silos oder Landfahrzeugen, sondern von U-Booten aus gestartet. Die bisherigen Tests der Bulawa sind allerdings nicht wie geplant verlaufen, weshalb sich der Kauf dieser ballistischen Raketen und neuer Atom-U-Boote verzögern wird.

Stand: Mai 2009

Hintergrund

Russland und Rüstungskontrolle

Putin und Bush unterzeichnen den Moskauer Vertrag, 2002, Foto: White House

Der Moskauer Vertrag zwischen den USA und Russland aus dem Jahre 2002 sieht vor, dass beide Staaten bis 2012 ihre strategischen Arsenale auf 1.700 bis 2.200 aktive Atomwaffen reduzieren. Allerdings wird es für Russland wirtschaftlich schwierig sein, auch nur 1.000 Atomwaffen langfristig einsatzbereit zu halten. Das Abkommen enthält jedoch keine Überprüfungsvereinbarungen. Beide Parteien dürfen mit nur dreimonatiger Kündigungsfrist ohne Begründung von dem Vertrag zurücktreten.

Präsident Putin hat Februar 2007 angekündigt, angeblich als Reaktion auf die US-Raketenabwehrpläne, aus dem INF-Vertrag (Intermediate-Range Nuclear Forces Treaty) von 1987 auszusteigen. Allerdings wurde der spätere Vorschlag Russlands besonders von Deutschland begrüßt, den INF-Vertrag zu mulilateralisieren, da einige andere Länder inzwischen Mittelstreckenraketen besitzen.

In der Zeit der Bush-Administration ist es nicht zu weiteren Verhandlungen über Atomwaffen zwischen den beiden Staaten kommen, obwohl dies dringend erforderlich war. Im Januar 2009 bot Präsident Obama Russland eine Reduktion auf je 1000 Atomwaffen an. Russland reagierte interessiert aber noch wegen dem geplanten Raketenabwehr in Europa zurückhaltend.

Die USA und Russland wollen bis Dezember einen neuen Vertrag über die Abrüstung von Atomwaffen schließen. US-Präsident Obama und der russische Staatschef Medwedjew vereinbarten Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen des START-Vertrages, der im Dezember 2009 auslaufen wird. Ziel ist der weitere Abbau von strategischen Atomwaffen. (XH)

Bearbeitungsstand: Januar 2009

Zitiert:

Nikolai Patruschew, Sekretär des Sicherheitsrates Russlands»"Vorgesehen ist die Möglichkeit einer Kernwaffenanwendung nach Lage und den Absichten des möglichen Gegners... In den für die nationale Sicherheit kritischen Situationen ist ein Kernwaffenschlag gegen den Gegner, darunter auch ein präventiver, nicht auszuschließen."«

Nikolai Patruschew, Sekretär des Sicherheitsrates Russlands

Wichtige Persönlichkeiten

Videos:

RIA Novosti: Russlands neue Atomrakete Jars kennt keine Konkurrenz, 21.12.2010, Länge: 00:01:08

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