Hintergrund

Atomwaffendoktrin

Obama und Zardari treffen sich im Mai 2009, Foto: White House

Pakistans Nukleardoktrin wurde niemals formell veröffentlicht. Sie fokussiert auf eine „Minimalabschreckung“, vor allem um einen Angriff aus Indien zu verhindern. Medienberichten zufolge hat Präsident Zardari im Dezember 2008 einschneidende Reformen der pakistanischen Sicherheitspolitik angekündigt, u.a. die Aufgabe der bisherigen Nukleardoktrin. Darin hatte sich Pakistan die Option eines atomaren Erstschlages vorbehalten, für den Fall eines konventionellen Angriffes des übermächtigen Nachbarn Indien. Zadari kündigte nun an, dass von Pakistan aus kein atomarer Erstschlag gegen Indien erfolgen würde. Diese Nachricht wurde gleichwohl mit Skepsis aufgenommen, da berichtet wurde, dass die pakistanischen Militärs anderer Meinung seien. Diese überraschende Wende wird von Beobachtern mit den aktuellen Verhandlungen mit dem Internationalen Wirtschaftsfond (IWF) in Verbindung gebracht. Pakistan leidete derzeit unter einer schweren Wirtschaftskrise und stand zudem kurz vor dem Staatsbankrott, so dass es dringend Geld benötigt. (XH)

Bearbeitungsstand: Dezember 2008

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Malik Meraj Khalid

«Pakistan und Indien haben genügend interne Probleme. Seitdem sie Atommächte geworden sind, ist es ihre Verantwortung eine größere Toleranz auszuüben. Es ist an der Zeit eine ehrenhafte und akzeptable Lösung zu unseren Problemen einschließlich Kaschmir auszuhandeln. Es ist die Zeit für Entscheidungen. Es ist die Zeit für Diplomatie.»

Aus einer gemeinsamen Erklärung von Malik Meraj Khalid, ehem. Premierminister Pakistans, Muhammad Haneef Ramay, ehem. Minister des Punjab und Dr. Mubashir Hasan, ehem. Finanzminister Indiens, 22. Dezember 2001

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