Eskalation

Auch die politische Situation verschlechterte sich wieder. Die USA bezeichnen Nordkorea beständig als einen Schurkenstaat, der den Terrorismus unterstütze. Ökonomische Sanktionen unterbinden faktisch den Handel. Nordkorea sieht militärische Stärke als überlebenswichtig an. George W. Bush goss dann noch mehr Öl ins Feuer als er sagte, Nordkorea würde seinen Verpflichtungen nicht nachkommen. Seine Administration glaubte, dass Nordkorea bereits ein oder zwei Atomwaffen besitze und den Zeitpunkt für die Inspektionen nur hinaus schiebe. Die US-Strategie der Isolation und des Einkesselns - die USA haben über 37.000 Truppen in Südkorea, 40.000 in Japan, 132.000 in der Pazifischen Flotte - funktionierte nicht, weil trotz eines verhungernden Volkes und einer zusammengebrochenen Wirtschaft das nordkoreanische Regime noch lange Durchhaltekraft zeigte. Weitere Drohungen aus den USA, z.B. die Nennung von Nordkorea als ein Ziel für einen Atomwaffeneinsatz, bestärkte die Radikalen und eskalierte die Problematik. Eine nordkoreanische Führung, die in die Ecke gedrängt wird und nichts mehr zu verlieren hat, ist für die Welt äußerst gefährlich.

So stellte sich Oktober 2002 heraus, dass Nordkorea ein geheim gehaltenes Programm für Urananreicherung unterhält. Die USA stellten daraufhin ihre Öl-Lieferungen ein. Im Dezember erklärte Nordkorea, den umstrittenen alten Reaktor wieder in Betrieb nehmen zu wollen, der aufgrund des Abkommens still gelegt worden war. Das Land habe keine andere Energiequelle mehr. Kurz vor Weihnachten 2003 begann Nordkorea zudem, die Überwachungskameras der IAEO zu entfernen. Am 10. Januar 2003 kündigte das Land an, aus dem NPT-Vertrag auszusteigen und beendete damit jegliche Kooperation mit der IAEO.

Im August 2003 begann die erste Runde der sogenannten Sechser-Gespräche unter Beteiligung der USA, Russland, China, Südkorea, Japan und Nordkorea. Diese und alle weiteren Runden der Gespräche blieben ergebnislos. Am 10. Februar 2005 behauptet Nordkorea zum ersten Mal tatsächlich im Besitz von Atomwaffen zu sein. Am 9. Oktober 2006 zündete Nordkorea seine erste Atomwaffe mit einer Sprengkraft vergleichbar mit 550 Tonnen TNT auf dem Versuchsgelände in Hwaderi nahe der Stadt Kilju.

zurück

Videos

Freundeskreis Nordkorea: Der Fortschritt Nordkoreas ist nicht aufzuhalten, 01.04.2017

Spiegel online: Videoanalyse zu Nordkoreas Bombentest: "China wird vorgeführt", 06.01.2016

Focus online: Mit Atomwaffen: So hart hätten die USA auf einen Grenzübertritt Nordkoreas reagiert, 17.10.2014

Links - Seiten

Links - Beiträge