Hintergrund

Deutsche U-Boote für Israel

Israelisches Dolphin-U-Boot "Tanin", gebaut in Kiel. Foto: von Marco Kuntzsch / CC-BY-3.0 / Wikimedia Commons

Seit 1999 liefert Deutschland U-Boote an Israel, womit seit 2003 die israelische Kriegsmarine auch die Fähigkeit zum Nuklearwaffeneinsatz besitzt.

Insgesamt hat Israel sechs Dolphin-U-Boote bestellt, drei davon wurden in den Jahren 1999 und 2000 geliefert, ein weiteres U-Boot namens "Tanin" wurde im Juni 2014 in Kiel an die israelische Marine übergeben. 2015 und 2017 sollen zwei weitere U-Boote an Israel ausgeliefert werden.

Die 1999 und 2000 von Deutschland gelieferten drei Dolphin-U-Boote sind mit Atomsprengkopf bestückten Marschflugkörpern (Bezeichnung Popeye Turbo II bzw. Deliah) ausgestattet, deren Reichweite nach Beobachtungen der U.S. Navy im Verlaufe von Flugkörpertests vor Sri Lanka im Mai 2000 mindestens 1500 Kilometer beträgt. Die ersten drei U-Boote hatten einen Gesamtwert von rund 655 Millionen Euro und wurden nahezu komplett vom deutschen Steuerzahler finanziert. 

Thyssen-Krupp baut weitere U-Boote für Israel

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde am 30. Juni 2014 Boot Nr. 4, das größte je in Deutschland gebaute U-Boot, offiziell an die israelische Marine übergeben. Die Übergabe des U-Boots namens "Tanin" fand in der hintersten Ecke des Ausrüstungskais der großen U-Boot-Halle der ThyssenKrupp Marine Systems GmbH (TKMS) in Kiel statt. Details über die Ausstattung des U-Boots wurden offiziell nicht bekannt gegeben. Experten gehen davon aus, dass es mit atomaren Marschflugkörpern ausgestattet werden kann. Damit stellt es einen wichtigen Faktor für Israels "Abschreckung" gegenüber dem Iran dar. 2015 und 2017 sollen zwei weitere U-Boote des gleichen Typs wie "Tanin" an Israel ausgeliefert werden.

Das von ThyssenKrupp Marine Systems 2014 übergebene "Tanin" U-Boot ist das größte je in Deutschland gebaute U-Boot. In der deutschen Öffentlichkeit und Politik wird kritisiert, dass die Bundesregierung gut ein Drittel der Baukosten übernimmt, und zwar für dieses und zwei weitere Boote, die 2015 und 2017 an Israel ausgeliefert werden sollen. Die Baukosten für die drei U-Boote werden auf insgesamt 1,2 Milliarden Euro geschätzt. 

Die U-Boote sind das Resultat von zwei Jahrzehnten strategischer Zusammenarbeit zwischen Israel und Deutschland und werden alle zum Teil von der deutschen Regierung finanziert. Die deutsche Regierung beharrt darauf, von der Atomwaffenfähigkeit der U-Boote nichts zu wissen. Ehemalige hochrangige Beamte bestätigen jedoch, dass die U-Boote von Anfang an gebaut wurden, um Atomwaffen zu tragen. Die Verwendung von Popeye Turbo-Raketen als Trägersysteme für Atomwaffen wird durch die vier 650mm Schussrohren in den Dolphin-Klasse U-Booten ermöglicht. 

Die "Tanin" ist das erste israelische U-Boot das über einen von der Kieler Werft HDW entwickelten, außenluftunabhängigen Brennstoffzellenantrieb verfügt. Mit diesem Antrieb kann das Boot fast drei Wochen ohne Hafenstopp unter Wasser operieren. Die "Tanin" ist 68 Meter lang und verdrängt getaucht zwischen 2.300 und 2.400 Tonnen. Genaue Angaben dazu machen weder die Kieler Werft noch die israelische Marine. Zur Ausstattung gehört auch eine Ausstiegsschleuse für das Absetzen von Kampfschwimmern.

Die Leistungsfähigkeit hat das U-Boot bei Testfahrten im Sommer 2014 in der Eckernförder Bucht sowie im Skagerrak nachgewiesen. Nach der Einweisung der Besatzung hat die "Tanin" im September 2014 ihre Überführung nach Israel angetreten. Bei der Kieler Werft ist inzwischen mit der "Rahav" das nächste U-Boot für Israel in der Erprobung. Das dritte Boot soll bis 2017 folgen.

Hintergrund

Das israelische Atomwaffenprogramm

Satellitenbild von der Dimona-Anlage

Israel besaß lange Zeit wohl das größte und am höchsten entwickelte nukleare Arsenal außerhalb der fünf offiziell anerkannten Atomwaffenstaaten. Mittlerweile scheinen allerdings Indien und Pakistan quantitativ und technologisch stark aufzuholen. Der Kern des Atomwaffenprogramms befindet sich im Negev Atomforschungszentrum (Negev Nuclear Research Center) in der Nähe des Wüstenortes Dimona und wird daher meistens als „Dimona“ bezeichnet. Hier werden alle Atommaterialien hergestellt. 2.700 Arbeiter sind im Dimona-Komplex in neun Gebäuden (Machon) beschäftigt. Da Israel nie dem Atomwaffensperrvertrag (NPT) beigetreten ist, werden die Anlagen nicht von Safeguards der IAEO kontrolliert.

Machon-1 ist ein Reaktor mit einem 30 Meter hohen silbernem Dom, für das Kühlsystem. Es soll sich um einen Schwerwasserreaktor handeln, der sich gut für die Gewinnung von Plutonium eignet (Schätzungen gehen von Leistungskapazitäten zwischen 75 und 200 Megawatt aus). Über Machon-2 gibt es viele Informationen, weil Vanunu dort arbeitete. Die oberirdischen Gebäude scheinen harmlos zu sein: Büros, eine Kantine, Lager usw. Der unterirdische Bau allerdings hat sechs Ebenen, die eine Plutoniumwiederaufbereitungsanlage und eine Fertigungsanlagen für Bombenkomponenten enthalten. Waffenfähiges Uran und Plutonium werden hier in ihre metallische Form gebracht und zu Teilen für Waffenkerne verarbeitet. Die Anlage zur Gewinnung von Plutonium aus verbrauchtem Atombrennstoff befindet sich in einer Halle, die über vier Ebenen reicht. Eine Herstellungsphase dauert 34 Wochen und findet einmal im Jahr statt. Ansonsten bleibt die Anlage geschlossen.

In Machon-8 und -9 wird Uran mit Zentrifugentechnologie oder Laserisotopentechnologie angereichert. Die anderen Gebäude enthalten Anlagen für die Herstellung von Brennelementen, für die Konversion von natürlichem Uran zum Gas Uranhexaflorid (UF6 – nötig für die Zentrifugenanreicherung), für Müllverarbeitung, für die Herstellung von Munition mit abgereichertem Uran usw. Das Tritium für die Erhöhung der Explosivkraft der Atombombe (Boosting-Technologie) wird auch in Dimona hergestellt. Israel lieferte zwischen 1977 und 1979 30g Tritium an Südafrika.

Auch außerhalb des Forschungszentrums befinden sich Einrichtungen. In der Negev wird nahe Be'er Scheva Uranyl-Phosphat abgebaut und zum Grundstoff des Brennstoffkreislaufes (yellow cake) verarbeitet. Damit beherrscht Israel den gesamten Brennstoffkreislauf und ist somit unabhängig von ausländischer Unterstützung. Ein Schwerwassertestreaktor wird nahe Rechovot betrieben genau wie ein 5-Megawatt-Leichtwasserreaktor, der mit hochangereichertem Uran betrieben wird, bei Nahal Sorek. Dieser Reaktor dient der Forschung und der Herstellung medizinischer Radionuklide. Er wird von Safeguards der IAEO kontrolliert, eignet sich aufgrund der Technik allerdings wohl am wenigsten zur Gewinnung von Atomwaffenmaterial. In dieser Region soll sich auch eine weitere Anlage befinden, die mit Forschung und Entwicklung von Atomwaffen zu tun hat. Bei Yodfat soll eine Anlage zur Montage von Atomwaffen stehen, bei Kfar Zechariah und Eilaboun sollen jeweils Atomwaffen und Trägersysteme gelagert sein.

Genaue Informationen zu Israels Atomwaffen sind entweder Spekulationen, Annahmen oder Schätzungen aufgrund der Mengen und des Typs von Spaltmaterialien, die Israel mit seinen Kapazitäten hergestellt haben kann. So ist es unmöglich genau einzuschätzen, wie viele Atomwaffen Israel heute tatsächlich besitzt und welchen Typs sie sind. Dennoch gibt es glaubwürdige Berichte über Waffentests in der Negev-Wüste und die Beteiligung Israels an den Atomtests von Frankreich und Südafrika. (Quellen: CSIS, Nuclear Notebook, FAS)

Bearbeitungsstand: September 2012

Hintergrund

Doktrin: "Samson-Option"?

Titelbild von Time Magazin, Sept 1969

Die israelische Bombe gilt im Lande als "ultima ratio" (letzte Option), sollte die vollständige Vernichtung Israels drohen. Dies lässt die Regierung wissen, ohne offiziell zuzugeben, dass Israel Atomwaffen besitzt. In der Presse nannte man sie die "Samson-Option", nach der biblischen Geschichte von Samson, der die Säulen des Königspalastes einriss, um die Philister zu vernichten. Dabei starb natürlich auch er selbst. Kein anderer Staat beschäftigt sich so viel mit dem Thema Selbstverteidigung und Sicherheit seiner Existenz bis hin zu Selbstmordgedanken wie Israel. Die Wahrnehmung extremer arabischer Feindlichkeit macht für Israel seine militärische Stärke unabdingbar.

Was Größe, Bevölkerungsgröße und Ressourcen angeht, ist Israel seinen muslimischen Nachbarn unterlegen. Israel geht noch immer davon aus, dass seine Nachbarn es vernichten wollen. Seine Sicherheitsdoktrin geht darum davon aus, dass das Land sich ohne fremde Hilfe gegen seine übermächtigen Nachbarn verteidigen können muss. Tatsächlich verfügt Israel heute über fortschrittliche, hoch technologische Kapazitäten konventioneller Kriegsführung, die das Land auch ohne nukleare Abschreckung nur schwer angreifbar machen. Dies entspricht auch Israels Militärdoktrin, nach der das Land genau diese Fähigkeiten zur Abschreckung besitzen muss. Im Falle eines tatsächlichen arabischen Angriffs müsste ein Krieg schnell und mit überwältigenden Mitteln geführt und auf dem Gebiet des Feindes geführt werden. Der Besitz von Atomwaffen durch einen anderen Staat im Nahen Osten gilt dabei als inakzeptabel und muss demnach verhütet werden. Wie ernst Israel dies meint, sieht man an den israelischen Luftangriffen auf Atomreaktorbaustellen im Irak 1981 und in Syrien 2007, sowie wiederholte Androhungen iranische Anlagen anzugreifen.

Der Wunsch nach Atomwaffen entstand bereits Ende der 1940er Jahre, als die Erinnerung an die Shoah noch frisch, und die Bedrohung durch die arabischen Nachbarstaaten noch akut war. Dies führte zur Entschlossenheit, sich mit allen Mitteln zu verteidigen. Auf der anderen Seite könnte eine tatsächlicher Krieg, oder sogar Atomkrieg mit seinen Nachbarn für das Land fatale Folgen haben, zieht man seine hohe Populationsdichte und geringe Fläche in Betracht. Darum wäre der Erwerb von Atomwaffen durch einen Nachbarstaat auch eine ernste Bedrohung, in den Augen der israelischer Politiker. Dies, und die moralische Verwerflichkeit von Atomwaffen, führten zu einer Art Selbsthemmung. Diese Spannung zwischen Entschlossenheit und Hemmung führte zu einem originären Umgang mit dem eigenen Arsenal, oft als „nuclear ambiguity“ – also „nukleare Ungewissheit“ bezeichnet. Weder bestätigt noch dementiert Israel den Besitz von Atomwaffen. Die Bürger werden aufgefordert, dem zu Folgen, teilweise durch die Gesetzgebung, und die Medien unterliegen, was das Thema Atomwaffen betrifft, strenger Zensur – teils staatlicher und teils Selbstzensur. Diese Haltung der Undurchsichtigkeit nennt man auf Hebräisch „Amimut“.

Israel hofft so bis heute, die Vorteile atomarer Abschreckung nutzen zu können, ohne die vollen politischen Kosten als Atomwaffenstaat tragen zu müssen. Tatsächlich scheinen sich die meisten arabischen Staaten widerwillig mit diesem „schlecht gehüteten Geheimnis“ arrangiert zu haben, drohten 2008 aber dennoch damit, aus dem NPT auszusteigen, sollte Israel sich offiziell zum Atomwaffenstaat erklären. Die Kehrseite der „ambiguity“ sind die Unmöglichkeit von internationalen Verhandlungen oder Abkommen bezüglich Atomwaffen mit einem Staat in einem solchen dauerhaften Schwebezustand. Ein faktischer Atomwaffenstaat könnte mit einer klar formulierten, offenen Doktrin, die die Umstände eines eignen Atomwaffeneinsatz klar formuliert, auch Missverständnisse in Konfliktfällen vermeiden und für Entspannung sorgen. Auch die Prinzipien von Transparenz in einer Demokratie werden verletzt, wenn die eigene Bevölkerung nicht weiß, wer in welchem Fall den Atomwaffeneinsatz befehlen könnte und würde, oder welche Kosten das Atomprogramm für Umwelt und Gesellschaft hat.

Viele in der Welt glauben fest daran, dass Israel seine Atomwaffen wirklich nur in der letzten Minute einsetzen würde. Sie reden vom "Holocaustsyndrom" und "Opfergefühlen", die dazu beitragen, dass die Israelis sich absichern wollen. Es gibt Berichte, dass auf die erste je produzierte israelische Atombombe "Nie Wieder" geschrieben wurde. Dennoch spricht die Tatsache, dass Israel so viele taktische und miniaturisierte Atomwaffen besitzt dafür, dass sich das Land den Einsatz der Atomwaffen auf einem Schlachtfeld vorstellen kann. Allerdings ist die Miniaturisierung der israelischen Atomwaffen wohl auch dem Fehlen großer, strategischer Trägersysteme geschuldet, wie großer Bomber oder Interkontinentalraketen mit großer Traglast. Dies erklärt jedoch nicht unbedingt die Existenz atomar bestückter Kurzstreckenraketen, wie der Jericho I, oder, falls die Berichte stimmen, atomarer Artilleriegranaten. Dies kann unter Umständen auf taktische Überlegungen hinweisen, wie sie sonst nur die USA während der zweiten Phase des Kalten Krieges getroffen hatte – das Stoppen eines Übermächtigen Gegners mit einem „begrenzten“ Einsatz taktischer Atomwaffen kurz hinter der gegnerischen Front. Diese Überlegungen sind allerdings gefährlich, da sie die eigene Führung dazu verleiten können, Atomwaffen als Erweiterung des konventionellen Arsenals zu sehen.

Auch wenn die israelische Regierung in Wirklichkeit in der Atomwaffenoption einen reinen militärischen Vorteil sieht, wird diese gegenüber der israelischen Bevölkerung als ultimatives Selbstmordattentat verkauft und damit gebilligt. Die „ambiguity“ soll die Abschreckungswirkung dabei noch verstärken, da sich seine Feinde nie sicher sein könnten, in welchem Fall das Land Atomwaffen einsetzen würde.

Auf der einen Seite sagen Israelische Politiker Sätze wie: „Israel wird nicht als erstes Atomwaffen einführen“, auf der anderen Seite gab es immer wieder verschleierte atomare Drohungen oder die Versetzung von Teilen des Atomarsenals in Alarm- und Bereitschaftszustände: Laut der US-Zeitschrift Time am Anfang des Krieges von 1973, als Israel gleichzeitig von zwei Seiten - Ägypten und Syrien - bedroht wurde, befahl Golda Meir die Montage von Atomsprengköpfen auf Kurzstreckenraketen. Moshe Dayan erklärte, Israel habe "keine andere Wahl". 1992 sagte Oded Brosh, israelischer Atomexperte: "…wir müssen uns nicht schämen, dass die Kernwaffenoption ein Hauptinstrument unserer Verteidigung als Abschreckung gegen alle ist, die uns angreifen." Oder Israel Shahak: "Israel bereitet sich auf einen Krieg vor, wenn es sein muss, auf einen Kernwaffenkrieg…"

Israel nutzte seine Bombe auch, um Druck auf die USA auszuüben. Yitzhak Shamir erklärte 1987: "Wenn Israel allein gelassen wird, wird es keine andere Wahl haben, als auf eine riskante Verteidigung zurückzugreifen, die es selbst und die Welt stark gefährden wird … Um Israel in die Lage zu versetzen, auf die Abhängigkeit von Atomwaffen zu verzichten, braucht es zwei bis drei Milliarden Dollar an US-Hilfe jährlich."

Am 22. Februar 2001 gab Israel Raketenalarm, nachdem es Nachricht über die Bewegungen irakischer Panzerdivisionen erhielt. Die Israelis warnten den Irak, sie seien bereit, in einem Präventivangriff Neutronenbomben einzusetzen. Dies zeigt, wie gefährlich die Situation im Nahen Osten ist. Die Wahrscheinlichkeit eines atomaren Einsatzes in einer so angespannten Lage ernstzunehmen.

Außerdem berichteten zwei britische Zeitungen im Januar 2007, dass Israel darüber nachdenkt, taktische Nuklearwaffen gegen den Iran einzusetzen.

Seitdem gibt es Spekulationen darüber, ob die Äußerungen Olmerts und Levites ein Versehen waren, oder ob mehr dahinter steckt. Eine These ist, dass darin eine Drohung an den Iran versteckt ist, sich nicht mit Israel anzulegen. Manche sehen hinter den öffentlichen Bekenntnissen zur Atombombe auch einen Appell an die USA. Diese sollen dazu bewegt werden, im Iran einzugreifen –  andernfalls werde Israel dies selbst tun, und zwar im Zweifel mit Nuklearwaffen. xh, jk (Quellen: Foreign Affairs, CSIS, NTI, FAS)

Bearbeitungsstand: September 2012

Geschichte des israelischen Atomprogramms

  • Bereits 1949 sollen Uranvorkommen in der Wüste Negev erforscht worden sein. 1952 soll dann bereits durch israelische Behörden eine nukleare Option diskutiert worden sein. Danach begann die Zusammenarbeit mit Frankreich.
  • Mit dessen Hilfe begann 1957 der Bau der Atomanlage in Dimona. Von Anfang an müssen deren Kapazitäten höher gewesen sein, als das was nach Außen angekündigt wurde. Ein Jahr später entdeckten die USA das Projekt und besuchten die Anlage in den Folgejahren mehrmals. Doch Israel konnte den vollen Umfang der Kapazitäten und des Outputs der Anlage erfolgreich verhüllen.
  • Etwa um 1960 herum, verkauft Großbritannien Israel etwa 20 t Schweres Wasser. Dies wird für Reaktoren benötigt, die ohne angereichertes Uran betrieben werden können – und besonders große Mengen Plutonium produzieren. Außerdem verkaufen die Briten Israel Beryllium und Lithium-6. Diese Stoffe sind für den Reaktorbau notwendig, aber auch unerlässlich für den Bau von Fissionswaffen mit boosting-Technologie und Fusionswaffen.
  • Etwa um die gleiche Zeit soll Frankreich unter de Gaulle die Unterstützung beim Bau von Dimona eingestellt haben.
  • 1966 könnte Israel Tests in der Wüste Negev durchgeführt haben. Hierbei soll es sich jedoch nicht um volle Atomwaffentests mit einer Atomexplosion gehandelt haben. Es wird von einem sogenannten zero-yield Test ausgegangen. Ebenso denkbar wäre ein Test eines Implosionsdesigns ohne spaltbares Material, oder das Erreichen einer kritischen Masse.
  • 1968 geht eine Einschätzung von US-Geheimdiensten davon aus, dass Israel etwa 10 bis 20 Atomwaffen besitzt.
  • Berichten zufolge, sollen während des Jom-Kippur-Kriegs 1973 auf Geheiß der damaligen Premierministerin Golda Meir Raketen und Kampfjets mit Atomsprengköpfen bewaffnet worden sein.
  • 1979 kam es zu einem bis heute mysteriösen Zwischenfall im Südatlantik, bei der ein Überwachungssatellit verdächtige Lichtblitze registrierte. Es wird vermutet, es könne sich um einen gemeinsamen Atomwaffentest von Südafrika und Israel gehandelt haben. Beweise existieren aber keine. Israel steht im Verdacht in dieser Zeit mit Südafrika auf dem Gebiet von Atomwaffen- und Raketenforschung kooperiert zu haben.
  • Bis 1986 ist es lange still um das israelische Atomwaffenprogramm – große Teile der Weltöffentlichkeit befinden sich lange im Unklaren über Israels Atomwaffenfähigkeiten. Bis Mordechai Vanunu das Schweigen bricht und auch aus anderen Quellen Informationen an die Öffentlichkeit dringen. Aufgrund von Schätzungen zu Israels möglichem Output spaltbaren Materials, basierend auf den Enthüllungen, wird geschätzt, dass Israel zu diesem Zeitpunkt zwischen 100 und 200 Fissionswaffen besaß. Vermutet werden Sprengköpfe mit boosting-Technologie und einer Sprengkraft zwischen 60 und 100 KT.
  • 1989 deutete die CIA an, Israel könne an Designs für Wasserstoffbomben forschen. Außerdem war die neu entwickelte Mittelstreckenrakete Jericho II einsatzbereit.
  • 1999 werden weiter Abschriften Vanunus veröffentlicht.
  • 2000 wurden erstmals Berichte laut, Israel arbeite an einer Atomwaffentriade und wolle U-Boote mit Atomraketen ausrüsten. 1999 wurde bekannt, dass Deutschland Israel fortschrittliche U-Boote der Dolphin-Klasse verkaufte, die im Prinzip Marschflugkörper auf Land- und Seeziele abfeuern können. 2012 wurde das sechste U-Boot in Auftrag gegeben. Berichten zufolge arbeitet Israel an der Fähigkeit, Marschflugkörper (cruise missiles) seegestützt abfeuern zu können und diese nuklear zu bewaffnen. Über den Stand dieser Bemühungen ist die Welt weitestgehend im Unklaren.
  • 2006 erfolgen die vagen Andeutungen des damaligen Premierministers Ehud Olmert, in einem Interview bei N24, in denen er den israelischen Besitz von Atomwaffen zu bestätigen scheint. jk (Quellen: CSIS, NTI, GlobalSecurity.org, BITS)

Bearbeitungsstand: September 2012

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