Chronik | Israel

Geschichte des israelischen Atomprogramms

  • Bereits 1949 sollen Uranvorkommen in der Wüste Negev erforscht worden sein. 1952 soll dann bereits durch israelische Behörden eine nukleare Option diskutiert worden sein. Danach begann die Zusammenarbeit mit Frankreich.
  • Mit dessen Hilfe begann 1957 der Bau der Atomanlage in Dimona. Von Anfang an müssen deren Kapazitäten höher gewesen sein, als das was nach Außen angekündigt wurde. Ein Jahr später entdeckten die USA das Projekt und besuchten die Anlage in den Folgejahren mehrmals. Doch Israel konnte den vollen Umfang der Kapazitäten und des Outputs der Anlage erfolgreich verhüllen.
  • Etwa um 1960 herum, verkauft Großbritannien Israel etwa 20 t Schweres Wasser. Dies wird für Reaktoren benötigt, die ohne angereichertes Uran betrieben werden können – und besonders große Mengen Plutonium produzieren. Außerdem verkaufen die Briten Israel Beryllium und Lithium-6. Diese Stoffe sind für den Reaktorbau notwendig, aber auch unerlässlich für den Bau von Fissionswaffen mit boosting-Technologie und Fusionswaffen.
  • Etwa um die gleiche Zeit soll Frankreich unter de Gaulle die Unterstützung beim Bau von Dimona eingestellt haben.
  • 1966 könnte Israel Tests in der Wüste Negev durchgeführt haben. Hierbei soll es sich jedoch nicht um volle Atomwaffentests mit einer Atomexplosion gehandelt haben. Es wird von einem sogenannten zero-yield Test ausgegangen. Ebenso denkbar wäre ein Test eines Implosionsdesigns ohne spaltbares Material, oder das Erreichen einer kritischen Masse.
  • 1968 geht eine Einschätzung von US-Geheimdiensten davon aus, dass Israel etwa 10 bis 20 Atomwaffen besitzt.
  • Berichten zufolge, sollen während des Jom-Kippur-Kriegs 1973 auf Geheiß der damaligen Premierministerin Golda Meir Raketen und Kampfjets mit Atomsprengköpfen bewaffnet worden sein.
  • 1979 kam es zu einem bis heute mysteriösen Zwischenfall im Südatlantik, bei der ein Überwachungssatellit verdächtige Lichtblitze registrierte. Es wird vermutet, es könne sich um einen gemeinsamen Atomwaffentest von Südafrika und Israel gehandelt haben. Beweise existieren aber keine. Israel steht im Verdacht in dieser Zeit mit Südafrika auf dem Gebiet von Atomwaffen- und Raketenforschung kooperiert zu haben.
  • Bis 1986 ist es lange still um das israelische Atomwaffenprogramm – große Teile der Weltöffentlichkeit befinden sich lange im Unklaren über Israels Atomwaffenfähigkeiten. Bis Mordechai Vanunu das Schweigen bricht und auch aus anderen Quellen Informationen an die Öffentlichkeit dringen. Aufgrund von Schätzungen zu Israels möglichem Output spaltbaren Materials, basierend auf den Enthüllungen, wird geschätzt, dass Israel zu diesem Zeitpunkt zwischen 100 und 200 Fissionswaffen besaß. Vermutet werden Sprengköpfe mit boosting-Technologie und einer Sprengkraft zwischen 60 und 100 KT.
  • 1989 deutete die CIA an, Israel könne an Designs für Wasserstoffbomben forschen. Außerdem war die neu entwickelte Mittelstreckenrakete Jericho II einsatzbereit.
  • 1999 werden weiter Abschriften Vanunus veröffentlicht.
  • 2000 wurden erstmals Berichte laut, Israel arbeite an einer Atomwaffentriade und wolle U-Boote mit Atomraketen ausrüsten. 1999 wurde bekannt, dass Deutschland Israel fortschrittliche U-Boote der Dolphin-Klasse verkaufte, die im Prinzip Marschflugkörper auf Land- und Seeziele abfeuern können. 2012 wurde das sechste U-Boot in Auftrag gegeben. Berichten zufolge arbeitet Israel an der Fähigkeit, Marschflugkörper (cruise missiles) seegestützt abfeuern zu können und diese nuklear zu bewaffnen. Über den Stand dieser Bemühungen ist die Welt weitestgehend im Unklaren.
  • 2006 erfolgen die vagen Andeutungen des damaligen Premierministers Ehud Olmert, in einem Interview bei N24, in denen er den israelischen Besitz von Atomwaffen zu bestätigen scheint. jk (Quellen: CSIS, NTI, GlobalSecurity.org, BITS)

Bearbeitungsstand: September 2012