23.11.2014: Großbritannien | USA

Multimillionen-Deal mit den USA für Trident

Von General Dynamic gebautes Ohio-Klasse Atom-U-Boot mit den Abschussrohre offen. Foto: US-Navy

Die Regierung von Großbritannien hat einen Deal mit den USA abgeschlossen, neue Abschussröhre für ein Dutzend Trident-Raketen zu kaufen. Dies geschieht ein Jahr, bevor das britische Parlament sich damit befassen wird, ob das bestehende Atomwaffensystem erneuert werden sollte.

Der Waffenriese General Dynamics hat bereits den Auftrag bekommen, 12 Abschussröhren für die britischen U-Boote zu bauen, die die bestehenden Röhre ersetzen sollen. Insgesamt sollen schließlich 48 Abschussröhren für die vier U-Boote hergestellt werden. Das britische Parlament wird allerdings erst nach der nächsten Wahl in 2016 entscheiden, ob die Atomwaffen erneuert werden und für wieviele U-Boote. 

Abgeordnete der SNP und Labour-Partei sind darüber verärgert und meinen, die britische Regierung würde damit einer demokratischen Entscheidung zuvorkommen. Die Regierung hat immer wieder beteuert, dass sie die U-Boote mit nur acht Raketen bestücken, haben jetzt aber doch Abschussröhre für 12 bestellt. Die Reduzierung der Zahl der Raketen sollte eigentlich die Abrüstungsbereitschaft von Großbritannien unterstreichen. Kritiker werfen der Regierung vor, die Öffentlichkeit und die Vereinten Nationen mit der Zahl täuschen zu wollen.

Angus Robertson von der Fraktion der schottischen Nationalpartei SNP warnte, dass wegen der erschreckenden Nachricht die „Alarmglocken“ läuten sollten. „Es sieht so aus, als ob das Verteidigungsministerium plant, seine massenvernichtende Schlagkraft mit Atomwaffen massiv zu erhöhen“. Die Entscheidung, 46,5 Millionen Euro für die Abschussröhren bereits jetzt auszugeben, würde die Lüge bloßstellen, dass der Erneuerungsbeschluss noch ausstehe, sagte er. Auch die schottische Abgeordnete für die Labourpartei, Sarah Boyack, sagte, sie sei „extrem besorgt“ darüber, dass die Entscheidung jetzt schon als gegeben verstanden wird. „Das Verteidigungsministerium darf nicht einem Parlamentsbeschluss vorgreifen“, so Boyack. „Es ist nicht akzeptabel, dass wir dieses durch US-Quellen mitbekommen und nicht direkt von der Regierung“. Auch sie erklärte, dass die Ausgaben für ein neues Atomwaffensystem eine falsche Entscheidung sei. xh (Quelle: Rob Edwards)

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