24.06.2016: Großbritannien

Burghfield wird blockiert

Blockade an der englischen Atomsprengkopffabrik Burghfield nahe Londons. Foto: Marion Küpker / GAAA

Seit der ersten Juniwoche findet in Burghfield eine Protestaktion von Atomwaffengegnern statt. Die kleine Stadt liegt in der Grafschaft Berkshire, westlich von London. Ziel der Aktion ist es, das „Atomic Weapons Establishment“ (AWE) für Transportfahrzeuge unzugänglich zu machen. Das AWE ist ein öffentliches Unternehmen, das für Entwicklung, Bau, Wartung und Stilllegung von Atomwaffen in Großbritannien zuständig ist. Dorthin werden unter anderem alte Sprengköpfe für die Trident-Atomraketen geliefert, um sie zu modernisieren und instand zu setzen. Die bereits existierenden Atomsprengköpfe werden aus dem schottischen Atomwaffenstützpunkt Faslane angeliefert und sollen zu Sprengköpfen vom Typ Mark A4 um- und damit aufgerüstet werden, mit dem Ziel, die Präzision der Waffen zu steigern. Derzeit sind die Sprengköpfe auf Trident-Raketen noch in den britischen U-Booten verbaut. Um diese nun zu modernisieren, wurde ein entsprechendes Programm von der Regierung verabschiedet.

Ziel des Programms ist somit die Modernisierung der bereits bestehenden Sprengköpfe. Allerdings soll dies ohne das Parlament beschlossen worden sein. Damit geht einher, dass das Parlament keinen Einsicht in den Kostenplan bekommen hat. Laut offiziellen Schätzungen kostet das gesamte Modernisierungsprogramm inklusive U-Booten 200 Milliarden Pfund, das sind ca. 260 Milliarden Euro Mit der Protestaktion soll außerdem darauf aufmerksam gemacht werden, dass dieses Vorhaben gegen den Atomwaffensperrvertrag (Non-Proliferation Treaty, NPT) verstößt.

Die Proteste nahmen ihren Anfang am 6. Juni und sollen noch bis Ende des Monats andauern. Die Proteste wurden durch die Kampagne Trident Ploughshare (Trident-Pflugschar) ins Leben gerufen. Sie stellt mittlerweile die am längsten anhaltende Blockade vor der Atomwaffenfabrik dar. Durch die Aktionen hat es die Gruppe zudem geschafft, weitere Demonstranten zu mobilisieren, die nun ebenfalls vor dem AWE in Burghfield protestieren.. Damit wird die Trident Ploughshare-Kampagne ihrem Namen gerecht, denn sie hat als „Pflugschar“ einen fruchtbareren Boden geschaffen, der zu einem höheren Aufkommen an Protesten geführt hat. mj (Quellen: Telegraph, Guardian, Action AWE)

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