Yongbyon

Nordkoreas Entwicklungszentrum für Nukleartechnik liegt in Yongbyon, ca. 100 km nördlich von Pyongyang. Westliche Geheimdienste und Nuklearwaffenexperten vermuten, dass Nordkorea inzwischen über genug Plutonium verfügt, die Schätzungen schwanken zwischen 6 bis maximal 24 kg, um damit eine geringe Anzahl von Atomsprengköpfen herstellen zu können.

Bereits 1962 beschloss die Regierung Nordkoreas mit sowjetischer Hilfe ein Atomforschungszentrum in Yongbyon zu gründen. Fünf Jahre später wurde der mit sowjetischer Unterstützung gebaute Forschungsreaktor vom Typ IRT-2000 in Betrieb genommen. Für den Betrieb lieferte die Sowjetunion die erforderlichen Brennstäbe, die mit 10 % Uran angereichert waren. Mitte der 1970er Jahre wurde die Anlage um eine Uranmühle erweitert und auf hoch angereichertes Uran umgestellt. In den 1980er Jahren wurde der Komplex um eine Anlage zur Herstellung von Brennelementen sowie eine Anlage zur Wiederaufarbeitung von Kernbrennstäben ergänzt.

Nach allgemeiner Überzeugung beherrscht Nordkorea inzwischen den kompletten Nuklearzyklus von der Gewinnung von Uran, seiner Anreicherung, der Herstellung von Brennelementen, dem Abbrand in Reaktoren bis hin zur Wiederaufbereitung und der Gewinnung von Plutonium. Unklar ist aber, ob Nordkorea die Technologie zum Bombenbau besitzt und wie viel Plutonium in den Beständen lagert.

Im Februar 2007 ließ Nordkorea im Rahmen der Sechs-Parteien-Gespräche erkennen, dass es bereit sei im Austausch gegen 50.000 Tonnen Öl die Nuklearanlagen in Yongbyon zu schließen und internationale Inspektionsteams einreisen zu lassen.

Bearbeitungsstand: August 2007

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