Y-12 National Security Complex (Oak Ridge)

Einrichtung des Atomwaffenkomplexes, Tennessee, USA

Oak Ridge Y-12 Anlage. Foto: US-Regierung

Das Y-12 befindet sich in Oak Ridge, Tennessee. Ursprünglich für das Manhattan Projekt gebaut, um Uran für Atomwaffen anzureichern, macht die Anlage jetzt viel mehr. Die Hauptbetreiber sind Babcock & Wilcox Technical Services Y-12, LLC und Bechtel Corporation. Für die Sicherheit des Komplexes ist aber der Subunternehmer Wackenhut Corporation verantwortlich. Im Y-12 werden Atomwaffenkomponenten hergestellt. Diese Komponenten werden im Y-12 auch evaluiert, getestet, montiert und demontiert. Außerdem liefert es hochangereichertes Uran (HEU) für Schiffsreaktoren. Hier werden Methoden und Techniken für die Demontage, Verschrottung und Entsorgung von Atomwaffen und radioaktivem Material entwickelt. Für das bestehende Arsenal wird in Tennessee Forschung und Entwicklung für die Verlängerung der Lebensdauer von Atomwaffensystemen (Life Extension Program, LEP) betrieben. Auf der Anlage befindet sich das größte Zwischenlager für HEU in Metallform, genug für etwa 14.000 Atomwaffen.

Seit 1988 organisiert die Oak Ridge Environmental Peace Alliance zivile Aktionen an der Y-12 Anlage, mit dem Ziel sie zu schließen. Die katholische Nonne Schwester Mary Dennis Lentsch wurde mehrmals für ihre Protestaktionen verhaftet. Der 84 Jahre alte Priester Reverend Bill Bichsel wurde 2011 für Hausfriedensbruch zu drei Monaten Haft verurteilt. Im Juli 2012 sind die 82-jährige Nonne Megan Rice und zwei andere Aktivisten der "Plowshares"-Bewegung in die Anlage eingedrungen und haben Antikriegssprüche auf das Gebäude des HEU-Lagers gesprüht. Der Sicherheitsbruch führte zu Kritik an der schlechten Überwachung von Atommaterialien durch das Energieministerium. Als Folge wurden die Sicherheitsmaßnahmen im Gesamtatomkomplex überprüft. Im Mai 2013 wurden alle drei Aktivisten wegen Sabotage verurteilt. 

Seit 2012 gibt es Protestaktionen gegen die neue Uranverarbeitungsanlage (Uranium Processing Facility, UPF), die bereits 2012 ca. 6,5 Milliarden US-Dollar kostete. Ursprünglich sollte die Anlage 1,1 Milliarden US-Dollar kosten. Wann sie fertig gebaut wird und wie viel sie am Ende kostet, wird die Öffentlichkeit angeblich erst 2015 erfahren. jk/xh (Quellen: Y-12; New York Times; Homeland Security News Wire)

Bearbeitungsstand: Dezember 2013

»Weitere Informationen über Atomwaffenhersteller siehe auch: Atomwaffenkomplex der USA siehe auch: Stockpile Stewardship Program

Yongbyon

Nordkoreas Entwicklungszentrum für Nukleartechnik liegt in Yongbyon, ca. 100 km nördlich von Pyongyang. Westliche Geheimdienste und Nuklearwaffenexperten vermuten, dass Nordkorea inzwischen über genug Plutonium verfügt, die Schätzungen schwanken zwischen 6 bis maximal 24 kg, um damit eine geringe Anzahl von Atomsprengköpfen herstellen zu können.

Bereits 1962 beschloss die Regierung Nordkoreas mit sowjetischer Hilfe ein Atomforschungszentrum in Yongbyon zu gründen. Fünf Jahre später wurde der mit sowjetischer Unterstützung gebaute Forschungsreaktor vom Typ IRT-2000 in Betrieb genommen. Für den Betrieb lieferte die Sowjetunion die erforderlichen Brennstäbe, die mit 10 % Uran angereichert waren. Mitte der 1970er Jahre wurde die Anlage um eine Uranmühle erweitert und auf hoch angereichertes Uran umgestellt. In den 1980er Jahren wurde der Komplex um eine Anlage zur Herstellung von Brennelementen sowie eine Anlage zur Wiederaufarbeitung von Kernbrennstäben ergänzt.

Nach allgemeiner Überzeugung beherrscht Nordkorea inzwischen den kompletten Nuklearzyklus von der Gewinnung von Uran, seiner Anreicherung, der Herstellung von Brennelementen, dem Abbrand in Reaktoren bis hin zur Wiederaufbereitung und der Gewinnung von Plutonium. Unklar ist aber, ob Nordkorea die Technologie zum Bombenbau besitzt und wie viel Plutonium in den Beständen lagert.

Im Februar 2007 ließ Nordkorea im Rahmen der Sechs-Parteien-Gespräche erkennen, dass es bereit sei im Austausch gegen 50.000 Tonnen Öl die Nuklearanlagen in Yongbyon zu schließen und internationale Inspektionsteams einreisen zu lassen.

Bearbeitungsstand: August 2007